Die Grünabfallplätze in der Region sind seit Tagen geschlossen. Unser Bild entstand in Bruchhausen.
Die Grünabfallplätze in der Region sind seit Tagen geschlossen. Unser Bild entstand in Bruchhausen. | Foto: Werner Bentz

Einen Initiative aus Ettlingen

Trotz Coronavirus: Werden Plätze für Grünabfall wieder geöffnet?

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Oberbürgermeister Johannes Arnold (parteilos) und die Ettlinger CDU-Fraktion starten eine Initiative zur Wiedereröffnung von Plätzen für Grünabfall in den Kommunen des Landkreises Karlsruhe. Ein Schreiben ging an das Landratsamt Karlsruhe.

Die Grünabfallplätze im Landkreis Karlsruhe und in Bad Herrenalb sind seit Freitag geschlossen. Angeordnet von den jeweiligen Landkreisen. Zuvor waren schon Malsch und der Landkreis Rastatt vorgeprescht, ihre Anlagen zu schließen.

Wegen Coronavirus mit Grünabfall auf Tour

Die Folge war: „Grünabfall-Touristen“ aus Malsch und dem Gebiet um Rastatt fuhren zu den Häckselplätzen in Ettlingen und seinen Stadtteilen sowie nach Rheinstetten. Sie lieferten in großen Mengen Schnittgut an.

Ettlingens Oberbürgermeister Johannes Arnold reagierte sofort und schloss seine Plätze. Am Freitag folgte auch die Stadt Rheinstetten der Empfehlung von Landrat Schnaudigel, die Grünabfallplätze dicht zu machen.

Wir hatten doppelt so hohes Aufkommen an Schnittgut.

Sebastian Schrempp, Oberbürgermeister von Rheinstetten

Oberbürgermeister Sebastian Schrempp (CDU): „Wir hatten bis dahin ein doppelt so hohes Aufkommen angelieferten Schnittguts wie sonst.“ Er hält die Schließung der Plätze für überzogen. Gerade auf dem riesigen Grünabfallplatz in Rheinstetten beim Klärwerk Mörsch sei eine Kontaktreduzierung in Coronavirus-Zeiten optimal möglich.

Wenn die Menschen in ihren Autos mit den mit Rasenschnitt und Zweigen voll beladenen Anhängern vorführen, müssten sie nicht gleich auf den Betriebsleiter zugehen und ein Schwätzchen halten.

Mindestabstand kann eingehalten werden

Es sei leicht, in der frischen Luft Abstände einzuhalten. Nur eine begrenzte Zahl an Fahrzeugen dürfe auf das Gelände einfahren. Da sei die Öffnung von Baumärkten deutlich problematischer, gerade für deren Mitarbeiter.

Antrag der Ettlinger CDU-Fraktion

Im Anschluss an die Fraktionssitzung via Internet am Montagabend hat Ettlingens CDU-Fraktionsvorsitzender Professor Albrecht Ditzinger beim Krisenstab der Stadt Ettlingen einen informellen Antrag gestellt.

Die Fraktion möchte in Ettlingen die Grünabfallplätze wieder öffnen lassen. „Es ist uns klar, dass zur Zeit der offizielle Antragsweg nicht möglich ist, daher verstehen Sie unseren Vorschlag bitte als Anregung“, schrieb er per E-Mail an Oberbürgermeister Arnold.

Wir halten die Schließung der Grünschnittplätze in dieser Zeit für sehr hart.

Albrecht Ditzinger, CDU-Fraktion Ettlingen

Wörtlich: „Wir halten die Schließung der Grünschnittplätze in dieser Zeit für sehr hart, da die Arbeit im Garten im Moment eine der wenigen Aktivitäten ist, die noch möglich sind.“

Die Gartenarbeit sei sicher geeignet, zu verhindern, dass den mit Kontaktverbot Belegten „die Decke auf den Kopf fällt“. Daher beantrage die CDU, dass die Grünschnittplätze dauerhaft geöffnet werden. Dies gilt nicht für den Wertstoffhof.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

Häckselplätze sollen trotz Covid-19 wieder geöffnet werden

Es sei klar, dass hier eine Beratung zur korrekten Trennung nötig ist. Die Nutzer sollen über amtliche Mitteilungen und durch Aushang am Platz nochmals über die korrekte Ablage und die spezifischen Bedingungen informiert werden.

Ditzinger schreibt abschließend: „Sollte es durch diese Maßnahmen zu unzumutbaren Zuständen durch falsche Ablagerungen kommen, dann muss eben der jetzige Zustand wieder hergestellt werden.“

Wir wollen die
Häckselplätze wieder öffnen

Johannes Arnold, Oberbürgermeister von Ettlingen

Ettlingens Oberbürgermeister meinte am Dienstag: „Wir wollen die Häckselplätze wieder öffnen.“ Dazu habe er das Landratsamt Karlsruhe, Amt für Abfallwirtschaft, angeschrieben. Er hoffe auf eine Regelung für alle Kommunen, die den speziellen Voraussetzungen in der Zeit der Corona-Krise gerecht werde.