Ein Konfettibad der Voelkersbacher Hästräger ergießt sich über einen Besucher des Schöllbronner Umzugs | Foto: Klaus Müller

Polizei zieht postives Fazit

Umzüge im Albgau: Fast „Null“ Störungen

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Von Klaus Müller und Johannes-Christoph Weis

Rund 15.000 Besucher dürften am Samstag beim schwäbisch-alemannischen Umzug im Ettlinger Stadtteil Schöllbronn gewesen sein; nicht ganz so viel wie im Vorjahr. Der allgemeinen Stimmung tat es keinen Abbruch. Dennoch war der Schöllbronner der mit Abstand am besten besuchte Umzug der drei Umzüge im Albgau am Wochenende. Beim Feiern waren zahlreiche Jugendliche mittendrin dabei. Zur Erinnerung: Das war nicht immer so. Es gab in jüngerer Vergangenheit Umzüge, da kamen viele junge Leute eigentlich nur „zum Stören“. Dass sie, wie in Schöllbronn immer wieder geschehen, mitunter durch wiederholte Seitenwechsel oder gegen den „Strom laufen“ bisweilen nerven, lässt sich einigermaßen verkraften.

Ordnungskräfte verstanden ihr Handwerk

Zumeist hatten die Ordnungskräfte von Zunftmeister Stefan Karbstein – und der versteht sein Handwerk – die Situationen im Griff. Falls notwendig wurde klar angesagt, was Sache ist oder was eben nicht geht. Flagge zeigten auch Polizei und DRK. Den meisten Zuschauern war das recht. „Schade, dass das überhaupt notwendig ist – aber wenn´s nicht anders geht, dann lieber so“, meint Familienvater Thomas Finkbeiner Er war schon als „Knirps“ im Ettlinger Höhenstadtteil beim Umzug dabei. Jetzt hatte er seine eigenen beiden „Knirpse“ dabei.

Gruselige Figuren und schrille Guggenmusik

Zum ersten Mal war die Gruppe „Bühler Quetscheteufel“ in Schöllbronn unterwegs; genauso wie die Hugschwierer Hexen, die KG Badenia „Badische Bäse“, die Rindviecher der Narrenzunft Rheinweiler (mit der längsten Anreise) oder die unglaublich gruselig aussehenden „Figuren“ der Kraichgau Perchten. Beherrschend bei dem närrischen Lindwurm war die laute und schrille Guggemusik. Was die Mischung angeht, bietet Schöllbronn seit Jahr und Tag eine bemerkenswerte Vielfalt.

Den Narrensamen behandelt eine gruselige Hexe recht freundlich | Foto: Werner Bentz

Umzüge in Forchheim und Schielberg: Friedlicher Verlauf

Das nasskalte Wetter war am Sonntag für den traditionsreichen Forchheimer Umzug nicht so gut: Mit rund 6.000 Zuschauern waren gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Menschen da. Dies tat der Freude, jener die gekommen waren, aber kein Abbruch. Rund 1.200 aktive Fasnachter, Karnevalisten und Hästräger, feierten in den Straßen des Rheinstettener Stadtteils gemeinsam mit den schwungvolle mitgehenden Besuchern. Punkt 14 Uhr hatte OB Sebastian Schrempp in der Karlsruher Straße, nahe dem Forchheimer Hallenbad den Startschuss für den Narrenzug gegeben. Bestens vorbereitet war der Veranstalter Vereinte Forchemer Fasenacht auf das Treiben im Rheinstettener Stadtteil. „Die Sicherheitsvorkehrungen waren vorbildlich. Es gab null Störungen“, lautete das Fazit von Einsatzleiter Jörg Hoffmann vom Polizeiposten Rheinstetten. Nach Ende des Umzugs wurde in Forchheim noch lange gefeiert.

Bewegung ist gut gegen Kälte wie die Sportfreunde in Forchheim zeigen. | Foto: Klaus Müller

Nach Ende der Umzüge gab es lange „Nachfeiern“

Geprägt war der Schielberger Umzug am Sonntag durch viele Familien, die mit ihren Kinder in das kleine Marxzeller Dorf gekommen waren. Wie in Rheinstetten waren weniger Zuschauerals im Vorjahr gekommen. Auf über 6.000 Zuschauer schätzte Einsatzleiter Volker Grabetz vom Polizeiposten Albtal die Zahl der Besucher. Die geringere Besucherzahl tat aber der Stimmung trotz des kalten Wetters bei dem ausgesprochen friedlich verlaufenden Umzug keinen Abbruch. Lediglich ein junger Mann musste von der Polizei in Gewahrsam genommen werden und einer wurde zur Ausnüchterung an das DRK übergeben. Nach Ende des Umzugs zog es nicht nur viele Teilnehmer, sondern auch Zuschauer noch zu den legendären „Nachfeiern“ in Dresch- und Klosterwaldhalle.