Zehn Teams, darunter die U 21 Nationalmannschaft, waren im Malscher Freibad beim Unterwasserrugby-Turnier am Start. | Foto: Müller

Turnier um Malscher Storch

Unterwasser-Rugby im Sprungbecken

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Von Klaus Müller

Unterwasserruby-Turnier in Malsch: Noch einige kräftige Schläge mit der Schwimmflosse – und weg sind sie. Ab und zu sieht man eine Badekappe auftauchen und Schwimmer, wohl besser Schnorchler, die unmittelbar unter der Wasseroberfläche kreisen. Das mit dem Kreisen ist übrigens wörtlich zu nehmen. Die Spieler „da oben“ decken den oberen Raum des Spielfelds ab. Das Feld, nichts anderes als das Sprungbecken im Malscher Freibad, ist mehrere Meter breit und lang sowie fast vier Meter tief.

Im dreidimensionalen Raum

„Genau das ist ja das Tolle am Unterwasserrugby – wir spielen als einzige Sportart im dreidimensionalen Raum“, erklärt Lena Rossmann vom UC Langen, amtierender Deutscher Meister im Damen-Unterwasserrugby. Allerdings halt auch in einem Raum, der je tiefer es runtergeht, blickdichter wird. Da kann sich der kunstvoll geschmiedete Storch in unmittelbarer Nähe des Beckens noch so anstrengen: Was sich da unter auf dem Beckenboden abspielt, der Kampf um einen mit Salzwasser gefüllten Ball, der im Korb des Gegners versenkt werden sollte, sieht er nicht. Um besagten Storch ging es am Wochenende beim Unterwasserrugby-Turnier des TSV Malsch.

Kampf um den „Malscher Storch“

Mittlerweile zum 20. Mal, und das bis auf die Freibadrenovierung ohne Unterbrechung, wurde um den „Malscher Storch“ gespielt. „Ich denke, wir sind das hochkarätigste Turnier in Deutschland“, sagt Reinhard Schottmüller vom TSV. Gut 35 von etwa 45 aktuellen Nationalspielern, Damen und Herren, seien mit von der Partie. Insgesamt traten zehn Teams an. Darunter die U 21 Nationalmannschaft, der Deutsche Meister aus Bamberg und der TSV Malsch als Vizemeister. Dass sich in den 20 Jahren „Malscher Storch“ einiges geändert hat, bestätigten vor allem die Spieler, die schon öfters für den Storch abtauchten.

Spektakulär, aber zuschauerunfreundlich

„Das Niveau ist deutlich besser geworden. Unterwasserrugby hat sich in den vergangen Jahren stark weiterentwickelt.“ Das der eigentlich spektakuläre Sport zu den wohl zuschauerunfreundlichsten Sportarten gehört, nehmen die Aktiven eher gelassen hin. „Das kennen wir gar nicht anders“, so nicht nur Lena Rossmann. „Du brauchst für Unterwasserrugby eine gute Technik, du musst schnell und hoch konzentriert sein. Und zur Sache geht´s auch.“

TSV  Malsch bleibt Platz acht

Am Ende gewannen die Damen vom UC Langen, nachhaltig verstärkt von zwei Spitzenspielern aus Malsch und einem aus Bamberg, den Storch. Der TSV Malsch, der aufgrund einiger vorübergehender Ausleihen an andere Teams nicht in Bestbesetzung antrat, wurde Achter. Egal. Der Storch kommt als Wanderpokal eh wieder zurück in seine Malscher Heimat – spätestens 2018.