Das Bundesverdienstkreuz für ihr humanitäres Engagement in Ettlingens Partnerstadt Gatschina erhielt Sigrid Licht . Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) überreichte es in Ettlingen. | Foto: krk

Hauk würdigt Ettlingerin

Bundesverdienstkreuz für Sigrid Licht

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Von Ulrich Krawutschke

Hohe Auszeichnung für Sigrid Licht: Als „Mädchen für alles“ der Aktionsgemeinschaft „Polizei hilft“ würdigte Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) Sigrid Licht, als er ihr beim Benefizkonzert des Polizeimusikkorps Karlsruhe das Bundesverdienstkreuz überreichte. Aus diesem Anlass waren nicht nur viele Freunde der Aktionsgemeinschaft aus der Partnerstadt Gatschina nach Ettlingen gekommen, sondern auch Pietro Merlo. Er ist Leiter des Kultur – und Pressereferats des Generalkonsulats der Bundesrepublik in St.Petersburg.

Unglücklicher Einstieg des Ministers

Umso unglücklicher der Einstieg von Hauk in seine Laudatio auf Licht. Von den Sanktionen gegen das „böse“ Russland wegen der Annektion der Krim, „früher wäre es militärisch gewesen, heute wirtschaftlich“, wollte im Saal kaum jemand etwas hören. Schließlich bekam Hauk aber doch noch die Kurve und kam auf den Weg, der Sigrid Licht zu ihrem Engagement gebracht hatte. 1952 in Baden-Baden geboren, hatte sie nach dem Abitur Anglistik und Germanistik studiert, war lange Jahre am Albertus-Magnus-Gymnasium und zuletzt als Dozentin an der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Bad Wildbad tätig.

Humanitäres Engagement seit 25 Jahren

Seit 25 Jahren habe sie sich im humanitären Bereich um die Partnerschaft mit Gatschina bemüht. Sie habe perfekt russisch gelernt und sich federführend für die Städtepartnerschaft engagiert, unter anderem in der Organisation des Besuchs ehemaliger Zwangsarbeiter aus Russland in Ettlingen. „In Gatschina ist Sigrid Licht hoch angesehen, was sie betreibt, ist Völkerverständigung im besten Sinne“, so Hauk. Dies nicht zuletzt wegen ihres Engagements bei Hilfslieferungen der Aktionsgemeinschaft.

Selbst am Steuer eines Lkw

Dafür hat Sigrid Licht sogar den Lkw-Führerschein gemacht und 40-Tonner nach Russland gesteuert. Auch die Patenschaften für schwerkranke Kinder aus Gatschina, oft lebensrettend, das Kümmern um alte Menschen, die Einrichtung von Pflegeheimen – all das geht auf ihre Initiative zurück. „Für viele war sie das Licht am Ende des Tunnels, vor allem aber immer auch jenseits aller materiellen Hilfe ein Ansprechpartner“, so Hauk. OB Arnold griff das Lob auf und meinte es sei oft „Rettung in letzter Not“ gewesen.

Lob fürs ganze Team

Er bezog in die Würdigung aber auch das ganze Team der Aktionsgemeinschaft ein. „Sigrid Licht ist deren Herz, Günter Cramer der Kopf“. Das Verdienstkreuz sei eine Würdigung für alle Helfer, so Arnold, der einen Scheck überreichte. Licht sagte in ihrem Dank sie sei in Russland als Deutsche mit offenen Armen empfangen worden. Besonders bewegt habe sie, als Pietro Merlo bei einem Empfang im Schloss Gatschina gesagt habe, die deutsch-russische Freundschaft müsse gestärkt werden.