Über die Zukunft des Ettlinger Standorts von Maschinenbauer Klingelnberg, den die Geschäftsführung der Gruppe gerne verlagern würde, tritt man demnächst in Verhandlungen ein. | Foto: Obert

Weihnachtsfrieden voraus?

Verhandlungen über die Zukunft von Klingelnberg in Oberweier wohl 2020

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Über die Zukunft des Ettlinger Standorts von Maschinenbauer Klingelnberg, den die Geschäftsführung der Gruppe gerne verlagern würde, tritt man demnächst in Verhandlungen ein. Vorher habe das Unternehmen aber eingehend über seine Pläne zu informieren, hieß es.

„Bis jetzt ist noch nichts verlagert“, ist die einfache wie klare Aussage von Martin Obst, dem Zweiten Bevollmächtigen der IG Metall Karlsruhe. Nach der mit wenig Information unterfütterten Ankündigung der Klingelnberg-Gruppe Anfang November, die Produktion aus Oberweier an den deutschen Hauptsitz nach Hückeswagen bei Wuppertal verlegen zu wollen, sei noch nicht viel passiert.

Rund 150 Menschen wären betroffen, knapp 260 arbeiten am Ettlinger Standort. Die Geschäftsführung des im Bereich Verzahnungsindustrie tätigen Unternehmens hatte sich verhandlungsbereit gezeigt, offenbar will man die Belegschaft nicht vor den Kopf stoßen.

Treffen mit Gesamtbetriebsrat kommende Woche

Der Standort Oberweier hat in letzter Zeit sehr gute Umsatzzahlen erwirtschaftet. Nicht so gut läuft es wie berichtet beim Mutterwerk in Nordrhein-Westfalen, das insbesondere als Automobilzulieferer zu kämpfen hat.

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Für kommende Woche ist laut Gewerkschafter Martin Obst zunächst ein Treffen mit dem Gesamtbetriebsrat in Hückeswagen angesetzt. Vom Gesamtbetriebsrat solle ein Wirtschaftsinstitut beauftragt werden, das eine Studie zur möglichen Verlagerung erstellt. „Wenn man den Standort hier lässt, könnte man besser fahren als bei einer Verlegung“, so Obst.

In der Verhandlung befinden sich die Parteien also noch lange nicht in einer konkreten Phase, das werde sich auf jeden Fall ins kommende Jahr hinein ziehen. Das Unternehmen habe eingehend über seine Pläne zu informieren, Anfang November sei dies ja nur eine sehr oberflächliche Information des Verlagerungswunsches gewesen, die nicht mit Zahlen belegt war – aber natürlich die Belegschaft verunsicherte. Der Erhalt des Produktionsstandorts sei weiter klares Ziel der Gewerkschaft.