Im Kinderstück "Der geheime Garten" spielen erstmals im Schlosshof Kinder für Kinder. Das kommt an. | Foto: SFS

Schlossfestspiele Ettlingen

„Der geheime Garten“ – Kinder spielen für Kinder

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Von Thomas Zimmer

Premiere des Kinderstücks  „Der geheime Garten“  bei den Schlossfestspielen: Ein paar Minuten vor der  dem Start  ist für alles gesorgt: Es gibt Wasser zur Abkühlung, wem es auf seinem Platz zu heiß wird, der kann in den schattigeren hinteren Reihen Platz nehmen, für den Fall der Fälle steht ein Theaterarzt bereit.

Neues Ambiente gefällt

Auf der Tribüne sitzt Familie Dauges und fächelt sich Luft zu mit selbstgefalteten Fächern. Sie haben bisher schon öfter Kinderstücke der Schlossfestspiele besucht und finden das neue Ambiente gut. „Das Dach schützt ja die meisten Plätze vor der Sonne“, meint Vater Dietmar. Der sechsjährige Philip fragt sich allerdings, ob es so eine gute Idee ist, ohne Bühne zu spielen. Beim „Kleinen Gespenst“ im vergangen Jahr konnte ja schließlich das Gespenst in einer Luke im Bühnenboden verschwinden. Solche Effekte gehen jetzt natürlich nicht.

Kinder spielen für Kinder

Dass Kinder Kinder in ihrem Alter spielen, finden sie grundsätzlich gut. Aber die Frage, ob sie selbst mal gerne mitmachen würden, beantworten Philip und seine neunjährige Schwester Julia mit einem klaren „eher nicht!“. Dann geht es los. Fabian Rabold in der Rolle des Rotkehlchens erzählt von einem „richtig düsteren Abend mit Nebel und Regen“ und hat damit die ersten Lacher auf seiner Seite. Immer wieder gibt es Szenen-Applaus während der Geschichte, in der das Mädchen Mary und sein Freund den angeblich sterbenskranken Jungen Colin durch die nahezu magischen Kräfte des geheimen Garten wieder auf die Beine bringt.

Überzeugende Aufführung

Familie Dauges hat die Aufführung überzeugt. Die Kinder fanden die Kinder auf der Bühne toll, würden sich aber immer noch „eher nicht“ trauen, selbst so etwas zu machen. Mutter Karin meint, „es hat sich doch gelohnt, auf’s Schwimmbad zu verzichten“ und will jetzt das Buch kaufen, das dem Stück „Der geheime Garten“  als Vorlage diente. Bei der Premierenfeier sieht sich Intendantin Solvejg Bauer bestätigt in ihrer Idee, Kinder die Hauptrollen spielen zu lassen.

Für eine Premiere war es fast zu gut

„Da wurde ja gefragt: Klappt das denn? Ihr habt bewiesen, dass es sehr gut klappt!“, ruft sie den jungen Darstellern zu, und Regisseurin Catja Baumann ist merklich gerührt: „Immer, wenn ich Euch auf der Bühne sehe, geht mir das Herz auf.“ „Für eine Premiere war es fast zu gut“, findet auch Sören Ergang, einer der erwachsenen Schauspieler, Darsteller des Gärtners Ben Weatherstaff in „Der geheime Garten“.  Auch die Kinder wirken schon ein paar Minuten nach der Vorstellung  wie alte Routiniers. „Am Anfang war es so: Huch, was passiert jetzt. Das war aber weg, als die erwachsenen Schauspieler auf der Bühne waren“, erzählt Norah Maier. Sie hat die Mary gespielt, eine Rolle mit viel Text.

Man ist schon aufgeregt

„Man ist aufgeregt, aber dadurch entsteht so eine gewisse Körperspannung und das ist besser zum Spielen“, erklärt sie ziemlich cool. Einmal nur habe sie ihre Tochter Text abgehört, sagt ihre Mutter Sarah.
Eine besondere Aufregung habe sie bei Norah in den letzten Tagen nicht gespürt. „Ich wäre mit zwölf sicher anders gewesen“, lacht sie. Fabian Rabold, der das Rotkehlchen spielte, das erzählerisch die ganze Geschichte zusammenhält, war mit sich zufrieden, und richtig aufgeregt war er auch nicht. Einmal habe es eine Schrecksekunde gegeben, als ein Teil der Bühnenkulisse sich nicht gleich umdrehen ließ. „Wenn Du einen schwierigen Text hast, konzentrierst Du dich ganz darauf, aber wenn’s leichter ist, kriegst Du schon das Publikum mit“, sagt er – und das hat nach seinem Urteil wohl an den richtigen Stellen gelacht und geklatscht.

Infos zum Spielplan gibt es hier