Im barocken Kostüm erzählte Schlossführerin Herta Ockert, warum der Adel einst ziemlich wasserscheu war. | Foto: pku

Action in und vor dem Schloss

Besucherandrang beim Schlosserlebnistag

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Dass der landesweite Schlosserlebnistag – am Sonntag öffneten sämtliche Schlösser und Burgen kostenlos ihre Tore – in Ettlingen ein Erfolg werden würde, zeichnete sich schon vor dem Beginn um 13 Uhr ab: Auf dem Schlossvorhof hatte sich bereits eine lange Besucherschlange gebildet, die darauf wartete, endlich ins Innere gelassen zu werden.

„Unsere Bekannten haben uns davon berichtet und nun wollen wir uns mal anschauen, was so geboten wird“, sagten Inge und Jörg Hesse. Die beiden wohnen in Norddeutschland, sind aber ursprünglich aus Ettlingen und momentan auf Heimatbesuch. Wie viele andere nutzten sie die Gelegenheit, sich gleich mit Karten für die zahlreichen Führungen einzudecken.

Das Motto lautete  „à la française“

Diese standen wie der gesamte Tag unter dem Motto „à la française“. So gab es beispielsweise Wissenswertes über die Beziehungen der Markgräfin Sibylla Augusta zu Frankreich, ein deutsch-französisches Quiz und eine Führung zur „trockenen Toilette“, Bestandteil der aktuellen Sonderausstellung zur Kulturgeschichte des Badens im Museum. Von Herta Ockert, die stilecht in ein barockes Kostüm gekleidet war, erfuhren die vielen interessierten Zuhörer, dass der Adel nur äußerst ungern Wasser an die eigene Haut ließ. Sonnenkönig Ludwig der XIV. etwa habe in seinem Leben nur ganze zweimal gebadet – kein Wunder, dass die Parfumeure im Barock sehr gut verdienten.

Spielleiter Max Koch zeigt die Feuerelemente der Schlossfestspiel-Produktion „Die Zauberflöte“. | Foto: pku

Großer Andrang – Führungen wiederholt

Genauso beliebt waren die anderen Führungen. „Der Andrang ist so groß, dass wir diese nun spontan wiederholen“, freute sich Sandra Lahm, stellvertretende Leiterin des Kultur- und Sportamtes, das den Schlosserlebnistag organisierte. Besonders groß war der Zuspruch beim Blick hinter die Kulissen der Schlossfestspiele. Spielleiter Max Koch führte durch die Probenräume im Schloss, zeigte Requisiten und erklärte, worum es in den Stücken 2019 überhaupt geht. Mit dabei war auch Bettina Bauer, welche die „Königin der Nacht“ in der Oper „Die Zauberflöte“ spielt.

Für jeden ist etwas dabei

„Das war ein sehr interessanter Einblick“, lobten im Anschluss Sabine und Hans-Peter Pfeiffer, zwei echte „Schlossfestspiele-Fans“. „Aber auch sonst gibt es hier ein prima Angebot. Für jeden ist etwas dabei.“
In der Tat: Auf dem Rimmelspacherplatz konnten sich Jung und Alt unter der fachkundigen Anleitung des TV Ettlingenweier am französischen Nationalsport Boule versuchen, ums Eck gab es Flammkuchen sowie französischen Cidre und im Schlosshof eine öffentliche Probe des Kinderstücks „Der Geheime Garten“. Außerdem bestand den ganzen Tag über die Gelegenheit, selbstständig durch die Sonder- und Dauerausstellungen im Schloss zu schlendern.

Viele Familien beim Schlosserlebnistag

Das nutzten vor allem Familien mit Kindern sehr gerne. Britta Schütte aus Ettlingen etwa kam mit ihren beiden Söhnen Benedikt (sieben Jahre) und Maximilian (fünf). In der Ausstellung „Sauber- Kulturgeschichte des Badens“ war die Familie mit einem Quizblatt und Kugelschreibern unterwegs. „Wir sind schon bei der dritten Frage“, sagte Benedikt stolz. „Bisher konnten wir noch gar nicht alles sehen, so viel gibt es hier überall zu entdecken“, meinte seine Mutter, ehe es – den beiden Jungs hinterher – bereits weiter in den nächsten Schlossraum ging.