Eisbaeren | Foto: Kungl

Viele Ettlinger Gruppen

Viel Sonne und viel „Schnee“ beim Waldbronner Umzug

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Von Philipp Kungl

Rund 9 000 Besucher kamen bei bestem Winterwetter am Dienstag zum Waldbronner Umzug. Es war eine gelungene Mischung aus rheinischem Karneval und schwäbisch-alemannischer Fastnacht. Der Musikverein Lyra Reichenbach machte  mit seiner Kindertanzgruppe und den Tanzmäusen bei strahlender Sonne den Anfang des närrischen Lindwurms. Danach folgte gleich der Wagen der Concordia Reichenbach, die unter dem Motto „Humba Humba tätarä – Fastnacht isch oifach schee“ das 55-jährige-Bestehen ihrer Karnevalsvereins feierte. Die Karnevalisten hatten dem Jubiläum angemessen, viel Süßes für die Zuschauer, die die Waldbronner Straßen säumten, mitgebracht. Stark vertreten waren beim Waldbronner Umzug Ettlinger Fasnachtsgruppen. Eine der zahlenmäßig stärksten auf dem Waldbronner Umzug  waren mit rund 30 Köpfen die Wasenaffen des Wasener Carneval Clubs.

Wagen der Concordia Reichenbach im 55-jährigen Jubiläumsjahr der Fasnachtsabteilung. | Foto: Kungl

Der Ettlinger Carneval Verein war ebenfalls wieder mit von der Partie. Etwas Geduld war entlang der Strecke beim Waldbronner Faschingsumzug schon gefragt. Wer diese jedoch mitbrachte, der wurde vom bunten Treiben der rund 40 teilnehmenden Vereine belohnt.

Buntes Treiben mit rund 40 Gruppen

„Von den auswärtigen Gruppen haben dieses Mal ein paar abgesagt, aber die Vereine aus der Umgebung sind wie jedes Jahr mit dabei“, berichtete Edmund Lauinger von der Gemeinde, der sich seit 17 Jahren um die Veranstaltung kümmert. Und zu Beginn waren es vor allem die einheimischen Gruppen, die für gute Stimmung sorgten: Die Ettlinger Rebhexen trieben so manchen Schabernack mit den Zuschauern, während gleich mehrere Vereine das närrische Publikum mit dem isländischen „Huh“ anfeuerten. Musikalisch begleitet wurde der Zug von Musikkapellen, etwa den Russegugge Auerbach, die beliebte Faschingshits und Schlager zum Besten gaben.

Zwei Dohlenaze aus der Gruppe des Ettlinger Carnevalsvereins. | Foto: Kungl

Russegugge spielten beliebte Faschingshits

„Jetzt kommt die Gruppe mit der weitesten Anreise“, kündigte der stellvertretende Bürgermeister Joachim Lauterbach an, der den erkrankten Franz Masino am Mikrofon der Bühne vertrat. Die Wassergeister aus Bühl wurden lautstark mit einem dreifachen „Bühlot-Schrättle“ begrüßt. Die nachfolgenden Gruppen wie die Steinbacher Mühlengeister aus Baden-Baden oder die Biet’jer Moorhexen verbreiteten mit ihren teils Furcht einflößenden Masken Angst und Schrecken bei den kleinsten Besuchern, brachten aber auch reichlich Süßes mit nach Waldbronn.

Aufwändig gestaltete Motivwagen

„Der Umzug ist immer sehr stimmungsvoll, nicht zu groß und eine sehr schöne Mischung“, meinten Inge und Harald Kaiser aus Karlsbad. Tatsächlich zeichnete sich der Umzug durch seinen gelungen Mix verschiedener Gruppen aus: Da waren die lokalen Vertreter – etwa die Waldbronner Hexen – einerseits und bunt gemischte Gruppen von außerhalb, die Abwechslung und Farbe ins Spiel brachten, andererseits. Aufwändig gestaltete Motivwägen wie die der Icebär’n aus Pfaffenrot mit ihrem selbst mitgebrachten „Schnee“ oder der Karlsbader Wildsäue heizten außerdem mit Hits wie „Johnny Depp“ ein und ließen so manches Bonbon ins Publikum regnen. Den Abschluss machten die Minions vom Karnevals Club Reichenbach mit ihrem treffenden Slogan „Fasching…Ziel erreicht“.

15-Jähriger kommt mit 2,6 Promille in eine Klinik

Martin Rickersfeld, Einsatzleiter vom Polizeiposten Albtal, der ebenso wie das DRK und Security-Personal beim Umzug präsent war, zog vorläufig eine positive Bilanz. Insgesamt friedlich hätten die rund 9 000 Zuschauer gemeinsam gefeiert, lediglich zwei Diebstähle wurden angezeigt. Einige Hilfeleistungen waren dagegen beim DRK nötig. Ein 15-Jähriger musste mit 2,6 Promille in eine Klinik eingeliefert werden, ein weiterer Junge (13 Jahre) wurde mit 1,8 Promille seinen Eltern übergeben.