Was machen die Männer im Heizungskeller? Das erfährt man in "Männerhort", der neuen Produktion von Ettlingens kleiner bühne. | Foto: tz

kleine bühne Ettlingen

Ein „Männerhort“ im Heizungskeller

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„Männerhort“ heißt die neue  Komödie, die Ettlingens einziges Amateurtheater, die kleine bühne, einstudiert. Premiere ist am 12. Oktober. BNN-Mitarbeiter  Thomas Zimmer war bei den Proben.

Genau so stellt man sich Männer vor: Sie sitzen in einem unaufgeräumten Heizungskeller, trinken Dosenbier und schauen Fußball. An der kahlen Wand hängt ein Kicker-Kalender, auf dem Boden steht der Fernseher, dort läuft Fußball. Dabei lästern Helmut, Tom, Stefan und Mario über ihre Frauen – und vor allem über deren Shopping-Verhalten.

Luigi Biolzi inszeniert  „Männerhort“

So zumindest hat sich der deutsch-isländische Autor Kristof Magnusson das in seinem Stück „Männerhort“ vorgestellt, das 2014 auch als Vorlage für den gleichnamigen Film mit Christoph Maria Herbst und Elyas M’Barek diente. Luigi Biolzi inszeniert das Stück jetzt für die kleine bühne Ettlingen.

Komödie spielt mit allen Klischees

Klar spiele die Boulevardkomödie mit allen nur denkbaren Klischees, räumt er ein, „aber ich kann mir vorstellen, dass es Männer gibt, die tatsächlich von ihrer Frau jedes Wochenende in so ein Shopping Center getrieben werden. Ob es ihnen nun passt oder nicht. Das nimmt halt dieses Stück aufs Korn. Wie die Frauen dargestellt werden, ist natürlich völlig überzeichnet.“

Die Leidenden sind verkrachte Existenzen

Allein – sie treten gar nicht leibhaftig in Erscheinung, werden nur durch die Erzählungen der Männer lebendig. „Man hört die Angst, dass sie diesen ‚Männerkeller‘ entdecken könnten.“ Nicht nur das: Im Lauf des Stückes offenbart sich, welch verkrachte Existenzen diese vier „leidenden“ Kerle sind. Sven Hermann spielt die Möchtegern-Führungskraft Stefan. Er hängt immer am Organizer und ist ein notorischer Fremdgänger, erläutert Biolzi. Yousef Mostaghim gibt den Programmierer Tom, „der glaubt, er könnte seine Ehe noch retten“. Bernd Hagemann spielt den Mario, „der ist geistig etwas ‚leichter‘ strukturiert“, und Peter Laiers Helmut ist ein Pilot, der seinen Job verloren hat. „Das weiß aber keiner, nicht mal seine Ehefrau, der übernachtet inzwischen schon in dem Männerkeller.“

Lokalkolorit darf nicht fehlen

Wie üblich, hat Biolzi der Inszenierung einige passende Musikstücke verpasst plus einen Schuss echtes und fiktives Lokalkolorit. „Es werden sich einige Geschäfte in diesem Stück wiederfinden, und dann gibt es ein imaginäres Albgau Center und ein Fachgeschäft namens Fashion Point G, das gibt es in Ettlingen auch nicht. Kann aber noch kommen“, schmunzelt er. Auf die Frage, ob eine solche Komödie eher Männer oder Frauen ansprechen, sagt der Regisseur: „Ich habe es nicht auf eine bestimmte Zielgruppe abgesehen, nicht auf Frauen oder Männer. Egal, was man spielt: Jedes Publikum ist anders. Es gibt Stücke mit einem ernsten Hintergrund, und doch lachen manche Leute, obwohl es nichts zu lachen gibt. Und
es gibt witzige Stücke, bei denen manche Menschen im Publikum drinsitzen wie Ölgötzen.“

„Männerhort“ hat Premiere am Samstag, 12. Oktober, 20 Uhr. Karten im Vorverkauf bei der Stadtinformation im Schloss , Telefon (0 72 43) 10 13 33.