Klaus Hoffmann wird am 31. Januar offiziell als neuer Bürgermeister von Bad Herrenalb eingeführt. | Foto: Johannes-Christoph Weis

Einführung von Klaus Hoffmann

Viele Baustellen und große Finanzlöcher in Bad Herrenalb

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Viele Baustellen und große Finanzlöcher warten auf den neuen Bürgermeister Klaus Hoffmann in Bad Herrenalb. An diesem Freitag wird der frühere Karlsruher Tourismus-Chef ab 19 Uhr offiziell im Kurhaus in einer öffentlichen Gemeinderatsitzung in sein neues Amt eingeführt.

 

Stadtrat Andreas Tockhorn (Bürgerforum) wird den 59 Jahre alten Klaus Hoffmann mit Bürgermeister-Stellvertreter Christian Romoser (CDU) in einer feierlichen Zeremonie verpflichten, vereidigen und die Amtskette umlegen. Musikverein Herrenalb-Gaistal, Männergesangverein Liederkranz, Jugendakkordeonorchester und Trachtengruppe setzen dabei musikalisch und kulturell Akzente. Nach dem offiziellen Teil ist ein Empfang.

Suche nach Hauptamtsleiter und Kämmerer

Als erste Baustelle muss Hoffmann Amtsleiterpositionen besetzen. Er verfügt weder über einen Hauptamtsleiter, noch ist geklärt, wer Kämmerin Sabine Zenker, die nach Enzklösterle abwandert, folgen wird. Die gesetzlich verpflichtende Einführung des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts (Doppik) ist zwar formal auf den Weg gebracht, aber inhaltlich noch ein Torso. Die Zahlen für den Haushalt 2020 müssen erst in einer Gemeinderatsklausur abgeklärt werden. Grundsätzlich stellt sich dabei die Frage, ob die Kurstadt weiter im Gegensatz zu anderen Kommunen erst verspätet ihren städtischen Haushalt beschließt. Das 2019 Zahlenwerk war erst im Spätjahr 2019 genehmigt worden.

Schafft Klaus Hoffmann gesetzeskonformen Haushalt?

Spannend ist, ob Herrenalb mit Umstellung auf die Doppik mittelfristig in der Lage sein wird, einen gesetzeskonformen Haushalt zu liefern. Eine weitere Herausforderung ist die Zukunft der Siebentälertherme. Es liegt ein Förderantrag für eine Modernisierung bei Ministerien in Stuttgart auf dem Tisch. Aber dieser ist nicht mit Zahlen unterlegt.

Beitragsbescheide großes Thema

Ob Herrenalb den Eigenanteil für die Umsetzung eines Millionen-Euro-Projekts aufbringen kann, ist fraglich. Die nächste Baustelle sind die vielen maroden Straßen. Damit verbunden ist die Problematik der Beitragsbescheide für Ersterschließungen von Straßen. Aktuell ist hier viel aufzuarbeiten. Juristisch ist fast alles offen, weil durch Schlampereien der Vergangenheit in der Stadtverwaltung vieles nicht dokumentiert  ist. Unklar ist, wie sich Bad Herrenalb künftig ausrichtet. Das Leitbild von 2002 setzt den Schwerpunkt komplett auf den Tourismus.