Viele rote Fahnen wehten am Donnerstag beim Warnstreik neben dem Gelände der Firma Bruker Optik im Wind. | Foto: Johannes-Christoph Weis

IG Metall erhöht den Druck

Viele rote Fahnen beim Warnstreik in Ettlingen

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Die roten Fahnen der IG Metall flatterten straff im Wind: Rund 300 Arbeitnehmer und Gewerkschafter ließen sich von den Sturmböen gestern Mittag nicht abhalten, einen Warnstreik bei der Firma Bruker Optik durchzuziehen. Martin Obst, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Karlsruhe, meinte bei seiner Ansprache auf der Kundgebung vor der Ettlinger Bruker-Zentrale, es gelte den Druck auf die Arbeitgeber weiterzuverstärken. Den Arbeitgebern müsse bis zum nächsten Termin der Verhandlungen (24. Januar) für einen neuen Tarifvertrag signalisiert werden, dass es nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern um wichtige strukturelle Veränderungen in der Arbeitswelt gehe. Es gehe nicht allein um sechs Prozent mehr Geld. Das vorliegende Angebot von zwei Prozent sei zu wenig.

Für Arbeitszeiten, die zum Leben passen

„Es geht um Arbeitszeiten, die zum Leben passen“, so Obst. So müsse es für jeden Beschäftigten langfristig möglich sein, befristet auf bis zu zwei Jahre, seine wöchentliche Arbeitszeiten auf 28 Stunden zu verkürzen, verbunden mit einem Teillohnausgleich. Damit verbunden sein müsse ein Rückkehrrecht zur vollen Arbeitszeit. Wer soziale Arbeitsverhältnisse in den Unternehmen wolle, der müsse bei den anstehenden Tarifrunden Entgeltzuschüsse für Kindererziehung, Pflege und besondere Belastungen (Schichtarbeit) vereinbaren. Die Arbeitgeber lehnten die sozialen Verbesserungen bislang ab.

Ettlinger Metaller stark vertreten

Die IG Metall hatte die Firma Bruker auch deshalb für ihre Kundgebung ausgesucht, weil man dem Wunsch der Beschäftigten – dafür machte sich Marco Straßer als Sprecher von Bruker-Beschäftigten stark – einen Tarifvertrag abzuschließen, welcher die Anerkennung des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg in Gänze übernimmt. In gleichem Sinne meldete sich Philipp Jüttner von der Karlsruher IAVF Antriebstechnik zu Wort. Stark vertreten bei der Kundgebung waren Beschäftigte von Ettlinger Unternehmen wie Flowserve Ettlingen, WIKA Mobile Control, Klingelnberg, Liebherr Verzahntechnik und Mercedes Benz GLC. Eröffnet hatte den Warnstreik mit Kundgebung Frederic Striegler von der Geschäftsführung der IG Metall in Karlsruhe.