Noch gut gelaunt zeigt sich Oliver Brannath (links) inmitten befreundeter Deutschland-Fans vor dem Anpfiff des Spiels gegen Mexiko. Der Rheinstettener reist der Fußball-Nationalmannschaft zu allen WM-Auftritten hinterher. | Foto: privat

Mörscher Fußballfan in Moskau

Vorfreude weicht Ernüchterung

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Ernüchtert ist Oliver Brannath aus Moskau heimgekehrt. Der Rheinstettener Fußballfan, der die DFB-Elf zu allen Spielen begleitet, war am Sonntag im Luschniki-Stadion Augenzeuge der deutschen WM-Auftaktniederlage gegen Mexiko. Von der Vorfreude, die er noch in der vergangenen Woche hatte, ist vorerst nicht viel übrig geblieben. Im Telefonat mit den BNN wettert Brannath am Tag danach über den „pomadigen Auftritt“ der deutschen Mannschaft: „Mit dieser Einstellung wird es schwierig, das Achtelfinale zu erreichen.“

Geschockter Block

Der 49-Jährige sieht den Weltmeister gewaltig unter Druck: „Auch mit sechs Punkten ist ein Weiterkommen nicht garantiert.“ Vor dem Spiel, berichtet Brannath, sei die Stimmung im deutschen Fanlager noch gelöst gewesen. Nach der mexikanischen Führung habe sich Enttäuschung breitgemacht.

Oliver Brannath vor dem Anpfiff im deutschen Block | Foto: privat

„Die Anhänger waren komplett konsterniert“, auch das Duell auf den Rängen habe man verloren. „Die Stimmung im deutschen Block war mau, auch, weil sich viele Mexikaner unter uns gemischt hatten“, erzählt der Rheinstettener.

Flug nach Sotschi

Foto mit ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein | Foto: privat

Die Mittelamerikaner hätten sich im Stadion und in der Stadt lautstark und feierfreudig gezeigt: „Sombreros, wo man hinsah.“ Am Montagnachmittag hatte der Alltag ihn wieder. Unter der Woche arbeitet Brannath, am Freitag geht der Flieger nach Sotschi, wo Deutschland tags darauf gegen Schweden antritt. Nach Kasan, dem Spielort gegen Südkorea, fährt er mit dem Zug. Ein Ausscheiden der DFB-Elf wäre für Brannath doppelt bitter, schließlich hat er Hotels bereits bis zum Viertelfinale und sogar einen Rückflug vom Finale in Moskau gebucht. Auch deshalb hofft Brannath, dass die deutsche Mannschaft die Kurve kriegt: „Es muss einfach reichen.“