Ein Riss geht durch die Waldbronner Feuerwehr. Grund ist eine "Rebellion" in Etzenrot. | Foto: kdm

Aufstand in Abteilung Etzenrot

Waldbronn ohne Feuerwehrkommandant

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Von Klaus Müller

Bei der Feuerwehr Waldbronn kracht es. Es gab eine „Rebellion“, nicht-öffentliche Gemeinderatssitzungen, eine nicht-öffentliche Mediation – und am Ende scheint die Situation verfahrener denn je. Gesamtkommandant Hartmut Karle hat sich freistellen lassen. Die  Abteilung Etzenrot bleibt weiter ohne Kommandant. In dem „brandgefährlichen Spiel“ mischt zudem Bürgermeister Franz Masino als oberster Feuerwehrmann der Gemeinde mit. Zu seiner Rolle gleich mehr.

Ärger schon seit Juli 2016

Öffentlich hochgekocht ist der Ärger in der Waldbronner Feuerwehr im Juli 2016, als sich die Abteilung Etzenrot annähernd komplett beurlauben lassen wollte. Das lehnte der Rathauschef ab.  Die Botschaft taten die Etzenroter in der Wiesenfesthalle just zu dem Zeitpunkt kund, als sich Gemeinderat und Verwaltung nach der Waldbegehung an Speis und Trank laben wollten. Ziemlich angesäuert reagierte Masino damals auf diese Vorgehen.

Etzenrot fühlt sich benachteiligt

Um was geht es? Die Etzenroter Wehr fühlt sich in ihren Aufgabenbereichen zunehmend beschnitten. Sie fühlt sich gegenüber den Abteilungen Reichenbach und Busenbach benachteiligt. Mit ein Grund dafür dürften die Pläne von Kommandant Karle sein, Logistik und Aufgabenbereiche der drei Abteilungen zu bündeln. Das könne so nicht funktionieren, heißt es aus Etzenrot, zumal in das Aufgabengebiet ihrer Abteilung Neurod mit der alten Industrieanlage und Campingplatz – „brandtechnisch gesehen problematische Objekte“ – fallen würden.

Unkameradschaftliches Verhalten

Und nun? Der Rebellion folgte eine nicht-öffentliche Gemeinderatssitzung mit allen Beteiligten – jedoch ohne Ergebnis. „Unkameradschaftliches Verhalten“ wurde nach BNN-Informationen Mitgliedern der Etzenroter Wehr vorgehalten. Ein  erstes Ergebnis brachte die Mediation durch einen Notfallseelsorger:  Abteilungskommandant Klaus Pukowski und Stellvertreter Bastian Weber legten ihre Ämter nieder. Sie sollen in den nächsten Jahren keine Führungsaufgaben in der Wehr übernehmen. Hätten sich die beiden nicht darauf eingelassen, wären in Teilen der Gesamtfeuerwehrausschuss und Kräfte der Abteilung Busenbach zurückgetreten. Mehrere Quellen ließen dies gegenüber den BNN verlauten.

Gesamtkommandant lässt sich freistellen

Er habe damals genug von den Vorwürfen gehabt, sagt Pukowski heute. Man dürfe ja nicht vergessen, dass sie ihren Dienst ehrenamtlich machen. Ähnliches sagt Feuerwehrkommandant Karle, der sein Verhalten zu 100 Prozent im Verlauf des (Mediations-)Verfahrens bestätigt sieht. Er sei es leid, immer wieder angefeindet zu werden. Seine Entscheidung, sich freistellen zu lassen, habe er Ende Januar getroffen.

Bürgermeister reagiert unwirsch

In der Gemeinderatssitzung am 25. Januar fragte CDU-Gemeinderat Roland Bächlein bei Masino nach, ob es was Neues über die Waldbronner Feuerwehr zu berichten gebe.
Der Bürgermeister verneinte ohne weiteren Kommentar, obwohl er zu dem Zeitpunkt, wie er sinngemäß auf BNN-Nachfrage einräumt, von den Freistellungsüberlegungen von Karle wusste. Recht unwirsch kommentierte er sein „Nein“ gegenüber den BNN mit der Formulierung: „Dann hab’ ich halt einen Halbsatz vergessen.“ Eben den nicht unwesentlichen „Halbsatz“, dass es was Neues gebe, dass aber alles noch in der Schwebe sei.

Jahresversammlung im März

Anfang März steht die Jahresversammlung der Etzenrot an. Im gleichen Monat folgt die Versammlung der Gesamtwehr. Mal schauen, ob der Bürgermeister dann was „Neues“ von seiner Feuerwehr berichten kann.