Eine erfolgreiche Typisierungsaktion gab es für Uwe Frei im Oktober 2017. Letztlich konnte sein Leben nicht gerettet werden. | Foto: Ulrich Krawutschke

Typisierungsaktion ein Erfolg

Welle der Hilfsbereitschaft für blutkranken Fasnachter in Rheinstetten

Anzeige

Von Ulrich Krawutschke

„Uwe wäre so gerne hier gewesen, um sich bei den vielen Helfern und den Menschen, die sich registrieren lassen, zu bedanken. Leider sind seine Werte zu schlecht – er muss im Krankenhaus bleiben“, erklärte Simona Fischer, die Freundin des an Blutkrebs erkrankten Uwe Frei. Für den 50-Jährigen aus Knielingen, der seit 1. August im Krankenhaus ist, gab es am Sonntag eine große Typisierungsaktion in der Mörscher Keltenhalle, die auf enorme Resonanz stieß, denn ein potenzieller Stammzellenspender ist für Frei überlebenswichtig.

Mehr als 500 Menschen lassen sich als mögliche Spender erfassen

„Wir haben eine riesige Welle der Unterstützung erfahren“, sagt der Rheinstettener Stadtrat Stefan Kungl stolz. Er und sein Organisationsteam haben die Aktion „Fastnachter gegen Blutkrebs“ in Zusammenarbeit mit der DKMS gemeinnützige GmbH (früher: Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aus Tübingen organisiert. Uwe Frei ist Zunftmeister der Forchheimer Welschkornnarren und Elferrat des Forchheimer Elferrat Club (FEC) – ein überzeugter Fasenachter eben. „Wir Narren halten zusammen“, sagt Kungl, der auch der Stadt dankt, dass sie die Keltenhalle für die Typisierungsaktion kostenlos bereitgestellt hat. Nicht nur, dass sich viel mehr Helfer angetragen haben als gedacht, unter anderem bringt sich die Jugendgarde ein, viele Fastnachter haben für den Verkauf im Foyer der Halle auch Kuchen gespendet, es gibt zudem Würstchen und Getränke, die reißend Abnahme finden. Alle Einnahmen aus dem Verkauf sowie Spenden (DKMS-Spendenkonto, IBAN: DE 61 6625 0030 00300269 67, Stichwort: Uwe Frei) fließen voll in die Aktion.
Und Kungl denkt auch an einen weiteren Leukämie-Fall in Rheinstetten, an Daniel Senger, für den diese Aktion ebenfalls hilfreich sein könnte, wie überhaupt für viele Erkrankten bundesweit. Senger kommt aus Birkenfeld, wo ebenfalls eine Typisierungsaktion organisiert worden war. Sein Freundeskreis bringt sich gestern in Rheinstetten mit ein. Zu den Helfern gehören auch Hartmut Windisch (Forchheimer Grießbäuch) und Volker Rocca (MGV Eintracht Mörsch), die sich altersbedingt „zwar leider nicht mehr beteiligen dürfen“ – die Spanne liegt zwischen 17 und 55 Jahren – aber unbedingt mithelfen wollen. „Auch der Erlös aus dem närrischen Rathaussturm am 11.11. geht an Hilfe für Uwe“, so Windisch, der familiär selbst von Leukämie betroffen ist – „mit gutem Ausgang“.

Ergebnis wird in zwei Wochen erwartet

„Wir haben schon lange daran gedacht, jetzt hat sich die Möglichkeit ergeben“, sagt Anja Martin aus Forchheim, die mit Ehemann Klaus und Bekannten zur Registrierung gekommen ist. Jennifer Kary kennt Uwe Frei sogar persönlich. „Ich habe mich mit dem Thema schon länger befasst, aber aktiv geworden bin ich erst jetzt, weil jemand aus dem Bekanntenkreis betroffen ist“, bekennt sie während des Wangenschleimhautabstrichs mittels Wattestäbchen am Tisch von Helfer Josef Engelhardt. Ob ein möglicher Stammzellenspender unter den über 500 Registrierungen gestern ist, „zeigt sich in etwa zwei Wochen“, so Natalie Manz von DKMS. Die Auswertung dauere eine Woche, eine weitere die Einspeisung in die Datei. Mit der Resonanz in Rheinstetten sei sie „sehr zufrieden“. Die finanzielle Endabrechnung ist noch nicht erfolgt, ein schönes Zeichen war gestern auch, dass Rathauschef Schrempp noch eine Spende von 350 Euro, die Verwaltungsmitarbeiter gesammelt haben, überreichte.
„Die Diagnose war für uns schon ein schwerer Schock, aber Uwe denkt trotzdem sehr positiv und hofft auf einen Spender. Den Dank, den er jetzt leider nicht selbst überbringen kann, werde ich in seinem Namen weitergeben“, betont Simona Fischer.