Das Bad Herrenalber Rathaus wird 2020 einen neuen Chef haben. Am 20. Oktober ist in der Kurstadt Bürgermeisterwahl. Die Bewerbungsfrist beginnt am 10. August. | Foto: BNN-Archiv / Jehle

Wahl zum neuen Rathauschef

Wer wird Bürgermeister in Bad Herrenalb: Diese Namen sind im Gespräch

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Bad Herrenalb sucht nach einem neuen Stadtoberhaupt. Amtsinhaber Norbert Mai (Freie Wähler) hört im Januar 2020 auf. Die Wahl dafür ist am Sonntag, 20. Oktober. In wenigen Tagen beginnt in der Kurstadt offiziell das Rennen um die Nachfolge des Amtsinhabers.

Spannung ist angesagt: Es kursieren schon einige Namen. Aber in welche Richtung das Kandidatenkarussell sich dreht, ist völlig ungewiss. Einen ersten Anhaltspunkt wird der 10. August bringen, wenn in der 8000 Einwohner zählenden Kurstadt im oberen Albtal die offizielle Bewerbungsfrist beginnt.

Sabine Zenker | Foto: BNN-Archiv

Erwartet wird, dass dann Sabine Zenker, die aktuelle Kämmerin der Kurstadt, ihre Bewerbung in den Rathausbriefkasten zu Händen des Wahlausschusses geworfen hat.

Stark im Gespräch ist auch der in Bad Herrenalb wohnende Neu-Gemeinderat Klaus Hoffmann. Er ist aktuell Geschäftsführer der Karlsruhe Tourismus GmbH.

Immer wieder von Bürgern angesprochen wird Bürgermeister-Stellvertreter Christian Romoser. Er hat vor Jahren schon einmal in Bad Herrenalb seine Kandidatur in den Ring geworfen.

Christian Romoser | Foto: BNN-Archiv

Und seit einiger Zeit wird gemunkelt, dass ein Karlsruher Rechtsanwalt, der einen Lehrauftrag an der Verwaltungsschule Karlsruhe hat, ebenfalls interessiert sein könnte. Er soll diesbezüglich vor einiger Zeit bei der Stadtverwaltung vorgefühlt haben. Ein Anruf in seiner Kanzlei am Freitag, ob an dem Gerücht etwas dran sei, führte zu keinem Ergebnis. Er weile bis Ende August im Urlaub.

Norbert Mai ist Vorsitzender des Wahlausschusses

Klaus Hoffmann | Foto: Jodo/ BNN-Archiv

Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Mittwochabend im Kurhaus die Besetzung des Gemeindewahlausschusses. Kraft Gesetzes und da selbst nicht Kandidat, wird Bürgermeister Norbert Mai den Vorsitz haben. Klaus Lienen (CDU) und Rüdiger König (UBV) wurden zu Beisitzern gewählt, Hauptamtsleiter Ralph Götzmann zum Schriftführer.

Eine Nachfrage bei Fraktionen des Gemeinderats, inwiefern sie sich auf die Suche nach potenziellen Kandidaten machen oder gemacht haben, ergab folgendes Bild: Michael Theis von der Grünen Liste in Bad Herrenalb meint, seine Gruppierung habe bei der Suche noch gar keine aktive Rolle gespielt. Es sei klar, dass man sich über die politischen Vereinigungen hinaus austauschen müsse, welches Profil man von dem neuen Rathauschef erwarte.

Michael Theis | Foto: BNN-Archiv

Klar sei aus seiner Erfahrung im Gemeinderat, dass dieser ein besseres Gehör finden müsse, wenn es darum gehe, beschlossene Sachen umzusetzen. Ein Neuorganisation der Verwaltung stehe schon längst an.

Die Verwaltung als Dienstleister für den Bürger müsse endlich auf den Weg gebracht werden. Da sei in der Kurstadt durchaus noch „ein stückweit altes Denken“ in der Verwaltung vorhanden. Bad Herrenalb sei Mitglied in verschiedenen Klimabündnissen, dies müsse sich auch in den Gemeinderatsvorlagen niederschlagen.

Kurstadt kann sich keine Schulden mehr leisten

Rüdiger König, Gemeinderat von der UBV, hofft, dass im Vorfeld die Bewerber in gemeinsamen „überfraktionellen“ Veranstaltungen in Bad Herrenalb richtig inhaltlich auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei gehe es unter anderem auch darum, wer ein schlüssiges Konzept für die Zukunft der Siebentälertherme präsentiere.

Denn die Kurstadt könne sich jährlich aufschlagende Schulden von rund einer Million Euro nicht mehr länger leisten. Der Spielraum für andere wichtige Aufgaben liege sonst bei „Null“. Die UBV werde selbst nicht auf Kandidatensuche gehen, sondern warten, „welche Hüte in den Ring geworfen“ werden.

Bessere Vernetzung des ÖPNV

Einig sind sich König und Theis, wenn es um das Thema Mobilität geht. Die ÖPNV-Verknüpfungen in die kleinen und großen Zentren müssten deutlich verbessert werden. Theis setzt weiterhin auf das Thema Tourismus und Gesundheitsvorsorge, will aber Ansiedlung von IT-Unternehmen als weiteres Standbein.