Das Logo der Supermarktkette Real ist an vielen Gebäudefront angebracht. Der Verkauf der Supermärkte verunsichert die Beschäftigten. | Foto: Frederico Gambarini/dpa

Personal besorgt

Wer wird Eigentümer der Realmärkte in Ettlingen?

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Die Realmärkte werden bundesweit an neue Eigentümer verkauft. Davon betroffen sind in Ettlingen zwei große Realmärkte: der Markt in der Ettlinger Zehntwiesenstraße und der Markt in der Huttenkreuzstraße.

In der Zehntwiesenstraße deutet alles auf eine Übernahme durch Kaufland hin, eine Supermarktkette mit Sitz in Neckarsulm. Der Lebensmittelvollsortimenter ist wie der Discounter Lidl ein Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe.

Wer wird Eigentümer des real in Huttenkreuzstraße?

Völlig ungewiss ist dagegen die Zukunft des Marktes am Ettlinger Huttenkreuz-Kreisel. „Mein Bauchgefühl sagt mir aber, weil das hier eine Goldgrube ist, dass es weitergeht“, meint die Ettlinger Betriebsratsvorsitzende Katharina Haaf.

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Betriebsräte besprechen Lage

An diesem Donnerstag wird die bei Verdi aktive Gewerkschafterin sich mit Kollegen und Kolleginnen von Real-Häusern aus dem Südwesten zur Lagebesprechung treffen. Sie ärgert die Informationspolitik des Eigentümers der Realmärkte, der Belegschaft unter dem Vorwand, eine Aktiengesellschaft zu sein, nicht sage, wie es weiter geht. „Die lassen uns hier ganz schon hängen.“ Sie hofft, dass bei der Lagebesprechung von zwei Vertretern des Gesamtbetriebsrats erklärt wird, wie es weitergeht.

Verkauf steht schon seit drei Jahren im Raum

Schon seit drei Jahren stehe das Thema „Verkauf der Realmärkte“ im Raum. Das steigere die Zukunftsangst des Personals von Tag zu Tag. So komme es nicht von ungefähr, dass nicht wenige der 76 Festangestellten im Krankenstand seien. Einige sorgten sich darüber, ob sie am Ende des Monats ihr Gehalt erhielten.

Haaf, die in der langen Zeit ihrer Beschäftigung schon viele Eigentümerwechsel beim Supermarkt in der Huttenkreuzstraße erlebt hat, blickt dem bevorstehenden Verkauf vergleichsweise entspannt entgegen. Wichtig sei nur, dass er gelingt: „Es ist eigentlich scheißegal, was für ein Name über dem Eingang steht, Hauptsache der Betrieb läuft weiter.“

Verkäufer und Erwerber
haben soziale Pfllichten

Bezüglich der Zukunft des Einzelhandels angesichts der Konkurrenz aus dem Online-Geschäft hat sie ebenfalls nur begrenzt Sorgen: Auch die jüngere Generation wolle die Waren noch an Ort und Stelle sehen und am liebsten gleich mitnehmen. Ganz zu schweigen von der älteren Generation. Und die sei ja in Ettlingen gut vertreten.

Für Thomas Schark, Gewerkschaftssekretär von Verdi Mittelbaden ist klar, dass an erster Stelle die Muttergesellschaft Metro und die Erwerber von Real in der Pflicht gegenüber den Mitarbeitern stünden, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Die Situation bei Real sei aufgrund jahrelanger Managementfehler und unterlassener Investitionen sehr schwierig.

Verdi: Beschäftigte sind verunsichert

„Die Beschäftigten und ihre Familien sind wegen möglicher Entlassungen und Filialschließungen extrem verunsichert.“ Es gehe bundesweit um die Existenz von rund 34.000 Beschäftigten und ihrer Familien. Es müssten so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten und verhindert werden, dass die Erosion der Tarifbindung im Handel weiter zunimmt. In Ettlingen selbst geht es, die beiden Supermärkte in der Huttenkreuzstraße und der Zehntwiesenstraße zusammengezählt, um rund 175 Arbeitsplätze.