Werke von Emil Wachter, die sich mit Bergen und Seen befassen, sind bis Juni 2019 in Ettlingens Buhlscher Mühle zu sehen. | Foto: Jonas Berg

Stiftung soll einziehen

Werke von Emil Wachter dauerhaft im Ettlinger Schloss

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Wie lange die Buhlsche Mühle der Stadtwerke Ettlingen noch Ort regelmäßig wiederkehrender Präsentationen von Emil Wachters Werken sein wird, weiß derzeit keiner so genau. Denn seit ein paar Wochen steht fest, dass die Arbeiten des in Ettlingen bekannten wie geschätzten Kunstprofessors künftig ein Dauerdomizil erhalten werden. Und zwar im Schloss.

Ehrenbürger verhandelte

Lange darauf hingearbeitet hat Ettlingens Ehrenbürger Erwin Vetter, indem er Verhandlungen mit der Emil-Wachter-Stiftung führte. Zuletzt stellte auch der Gemeinderat das Signal in der Sache auf Grün (wir berichteten). Entsprechend dankbar zeigte sich Vetter als Vorsitzender des Freundeskreises Emil Wachter bei der Eröffnung des 17. Ausstellungszyklus „In luftigen Höhen – Seen und Berge.

Erwin, kümmere dich um mein Werk

Er sei glücklich, so Vetter, den Auftrag seines Freundes Emil Wachter erfüllt zu haben, „der einst zu mir sagte, Erwin, kümmere dich um mein Werk“. Im Schloss werde Wachters Vermächtnis eine Heimat finden – neben Größen wie Albiker, Becker und Hofer. Mit der Wachter-Stiftung „sind wir uns vom Grundsatz her einig.“ Er hoffe auf einen baldigen Einzug in die Ostgalerie.

Stiftung hat 300 Gemälde im Bestand

Dorothee Bode, Tochter Wachters und Leiterin der Stiftung, sagte den BNN, die Entwicklung sei ganz in ihrem Sinne. Der Stiftungszweck sei, die Werke Wachters der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen. Das Ettlinger Schloss „ist dafür ein wunderbarer Ort.“ Insgesamt verwaltet die Stiftung 300 Gemälde, 1 000 Blätter und zehn Triptychen. Sie lagern in einem Depot in Rheinstetten.

Kein Platz in Rheinstetten

Apropos: Kurt Roth, vormals Rathauschef in Rheinstetten, hätte sich gewünscht, „dass wir in unserer Stadt einen Platz für unseren Ehrenbürger Emil Wachter finden.“ Bedauerlicherweise sei, so Roth, die Unterbringung an weniger kunstsinnigen Entscheidern als in Ettlingen gescheitert.

Museumsleiterin stellt Werke vor

Künftig also Wachter im hiesigen Schloss. Das gefällt auch Museumsleiterin Daniela Maier, die in die neue Sonderschau einführte. Profund stellte sie einige der gut 30 Aquarelle vor, die entstanden sind zwischen 1991 und 1996 bei Reisen Wachters in die Südtiroler Bergwelt, auf die Schwäbische Alb und an den Bodensee. In der Gesamtschau der Werke entfalte sich zwischen den verschieden aufgefassten Kompositionen ein „eindrucksvoller, abwechslungsreicher Dialog voll unterschiedlichster Farbharmonien“. Die unmittelbar vor Ort, in der teilweise unwirtlichen Natur entstandenen Niederschriften zeigen Maier zufolge eine Berg- und Seenwelt „abseits klischeehaft überformter Lebenssujets“. Für Wachter seien diese Landschaften „beeindruckendes Naturereignis, überwältigendes Zeugnis der Schöpfungsvielfalt einer höheren Idee, die hinter den Dingen steht“.  Im Frühsommer  2019  soll  der 18. Emil-Wachter-Zyklus Raum finden wird in der Buhlschen-Mühle. Dann geht es thematisch um eine Polenreise des Künstlers.

Zu sehen ist die Ausstellung in der Buhlschen Mühle  in Ettlingens Pforzheimer Straße 68 bis 2. Juni 2019, von  Montag bis Freitag 8.30 bis 16 Uhr. Eintritt frei.