Oha – ein Uhu! Falkner Otto Lieb mit seinem Uhu Jule sorgte für Aufsehen bei Groß und Klein. Der Eulenvogel schaute etwas kritisch, nahm den Trubel aber gelassen. | Foto: Andreas Kleber

Falkner beantworten Fragen

Wildtiere locken Hunderte Menschen zur urigen Waldweihnacht

Von Andreas Kleber

Auf Du und Du mit der Natur: Wenn in der Vorweihnachtszeit besinnliche Jagdhornklänge durch den Forst tönen und Duft von Wildbratwurst und Glühwein durch den Ettlinger Horbachpark zieht, so ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass wieder Waldweihnacht gefeiert wird. Am Samstagnachmittag lockte die Traditionsveranstaltung trotz nasskaltem Schmuddelwetter rund 450 Besucher an. „Wie man sieht, hat die Waldweihnacht auch bei ihrer mittlerweile achten Auflage nichts an Faszination bei der Bevölkerung eingebüßt“, freute sich der Vorsitzende des Vereins Ettlinger Jäger, Uwe Bratek, der die Waldweihnacht zusammen mit dem Sport- und Kulturamt der Stadt Ettlingen organisiert.

Mutige streicheln den Nachtjäger

„Der Andrang war sogar so riesig, dass uns zwischenzeitlich die Brötchen ausgegangen sind“, verriet Uli Graze von den Ettlinger Jägern, der erstmals als Organisator fungierte und dafür reichlich Lob von seinen Vereinskollegen erntete. Absoluter Star des rund dreistündigen Treffs im Wald war der handzahme Uhu Jule, der sich auf dem Arm von Otto Lieb sitzend, von einigen mutigen Besuchern sogar bereitwillig streicheln ließ. Extrem zutraulich präsentierte sich auch Rotschwanzbussard Pedro von Heinz Schorpp aus Bietigheim. Dritter Falkner im Bunde war Rudolph Manz von der Greifvogelauffangstation in Karlsdorf, der neben Harris-Hawk Amely und Hündin Ayla auch die beiden vorwitzigen Frettchen Capo und Kätzle im Schlepptau hatte. Geduldig beantworteten die Greifvogelexperten sämtliche Fragen der Besucher zu ihren zwei- und vierbeinigen Begleitern. Etwa dass der Uhu zu den Eulenvögeln gehört und die größte Eulenart der Welt ist. Der dicke Kopf mit langen Federohren ist charakteristisch, bis zu vier Kilo können sie auf die Waage bringen. Der Name Uhu geht auf den Balzruf zurück. Etwa 2 000 Brutpaare des Nachtjägers gibt es momentan in Deutschland.

Parforcehornbläser spielen Weihnachtslieder

Weiterer Höhepunkt der Waldweihnacht war der Auftritt des Weihnachtsmanns, alias Winfried Scraback aus Ettlingen, der Dambedeis an die Kinder verteilte, die trotz oder gerade wegen des matschigen Geläufs im Horbachpark mächtig Spaß hatten. Und während sich der Nachwuchs nach Herzenslust austobte oder die gefiederten Protagonisten bestaunte, lauschten die Erwachsenen den Parforcehornbläsern „Corni di Pamina“, die neben jagdlichen Weisen auch das ein oder andere Weihnachtslied zu Gehör brachten. Wie Bratek erklärte, wird die Waldweihnacht kommendes Jahr eine Neuauflage erfahren: „Das Interesse war ungebrochen groß. Warum sollten wir aufhören?“