Ist jetzt der Zoff an der Ettlinger Rathausspitze zwischen Johannes Arnold und Thomas Fedrow nach der CDU-Entscheidung vorbei? | Foto: Archiv

CDU lässt Fedrow fallen

„Wir wollen, dass wieder Ruhe im Ettlinger Rathaus einkehrt“

Der in die Kritik geratene Bürgermeister Thomas Fedrow bei einem BNN-Besuch.
Der in die Kritik geratene Bürgermeister Thomas Fedrow bei einem BNN-Besuch. | Foto: Archiv rob

Die CDU-Gemeinderatsfraktion lässt Bürgermeister Thomas Fedrow fallen. Dies entschied sie in einer Sitzung am Montagabend. Bei der im Herbst anstehenden Neuwahl des Ettlinger Beigeordneten wird sie eine eventuelle Kandidatur von Amtsinhaber, Bürgermeister Thomas Fedrow, nicht  unterstützen, wiewohl er CDU-Mann ist.

Fedrow hatte stets offenes Ohr für Bürger

Die Fraktion anerkenne, so eine Pressemitteilung des Vorsitzenden Albrecht Ditzinger, die Fachkunde des Bürgermeisters. „Ebenso sind wir uns bewusst, dass er stets ein offenes Ohr für die Belange der Bürgerinnen und Bürger hatte“. Es seien viele Fälle bekannt, in denen er die an ihn herangetragenen Anliegen kurzfristig aufgenommen und eine schnelle und unbürokratische Lösung gefunden habe.

Brief der Amtsleiter Auslöser

Er habe sich daher in solchen Angelegenheiten einen guten Namen in Ettlingen erworben. Leider habe die CDU-Fraktion aber auch Kenntnis von dem seit Jahren schwelenden Streit im Rathaus, „über den uns immer wieder von den verschiedensten Seiten berichtet wurde“. Diese Berichte hätten nun durch das Schreiben der Amtsleiter an den Oberbürgermeister eine neue Qualität erreicht (wir berichteten). In diesem Schreiben werde klar festgestellt, dass der Streit im Rathaus die Arbeit der Verwaltung stärker als erträglich behindert. „Wir wollen, dass in der Verwaltung wieder Ruhe einkehrt“, so Ditzinger

Ditzinger, Albrecht, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion Ettlingen
Ditzinger, Albrecht, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion Ettlingen | Foto: Privat

im Nachgang der Presseinformation zu den BNN.
Man habe den Bürgermeister vom einstimmigen Beschluss der Fraktion schriftlich informiert, seine erneute Kandidatur für den Beigeordnetenposten nicht zu unterstützen. Im Laufe der Jahre seien schon die verschiedensten Versuche – auch seitens der Fraktion – unternommen worden, die Streitigkeiten an der Rathausspitze, die sich nach dem Fortgang von OB Gabriela Büssemaker (FDP) mit Nachfolger Johannes Arnold

Hat wahrscheinlich in wenigen Monaten seinen ungeliebten Beigeordneten los: OB Johannes Arnold
Hat wahrscheinlich in wenigen Monaten seinen ungeliebten Beigeordneten los: OB Johannes Arnold | Foto: Fabry

fortsetzten, „auf eine einvernehmliche Weise aus der Welt zu schaffen“.

Fedrow schriftlich informiert

Leider seien diese Versuche nicht erfolgreich gewesen. Weitere Anstrengungen in diese Richtung scheinen den Christdemokraten nicht mehr sinnvoll. Ditzinger: „Eine gütliche und vor allem dauerhafte Beilegung der Streitigkeiten wäre eine unbedingt nötige Voraussetzung für eine Verlängerung der Amtszeit des Bürgermeisters. Wir halten aber nach Lage der Dinge eine einvernehmliche Beilegung für unrealistisch.“

CDU will keine Schuldzuweisungen

Der Fraktionschef ließ zugleich auf Nachfrage wissen, man wolle Schuldzuweisungen in der Sache vermeiden. Die CDU werde sich mit Blick auf die Beigeordneten-Wahl im Spätjahr um einen geeigneten Kandidaten bemühen und hoffe, jemanden zu finden, den „weitere Fraktionen im Gemeinderat mittragen können“. 2009 sei das „leider nicht gelungen“. Die Bewerbung von Thomas Fedrow sei damals eine „Initiativbewerbung“ gewesen. Für ihn habe sich die erforderliche Mehrheit gefunden, für andere qualifizierte Bewerber mit CDU-Parteibuch nicht.