Aktuell wird noch gebaut an der B 462 bei Gernsbach-Obertsrot, doch über den Winter soll es keine Beeinträchtigung durch Baustellen geben. Im März sollen die Arbeiten wieder aufgenommen werden. | Foto: Fieting

Zwischen Gernsbach und Forbach

2018: Vier große Sanierungsvorhaben im Straßenbau

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Die Wiederaufnahme der B 462-Baustelle bei Gernsbach-Obertsrot nach der „Winterpause“, eine Sanierung des Gernsbacher Tunnels, ferner die Fortführung der Straßenerneuerung auf dem Kaltenbronn (L 76b) sowie Brückenausbesserungen entlang der Bundesstraße auf Gemarkung Forbach – das sind die wesentlichen Straßenbauaktivitäten im Jahr 2018 in Regie des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe. Nachfolgend ein Überblick der für das kommende Jahr im mittleren Murgtal von Gernsbach bis Forbach geplanten Maßnahmen.

B 462: Keine „Winter-Baustelle“

Längere Bauabschnitte im Zuge der Sanierung der B 462 zwischen Gernsbach und Weisenbach werden laut Jürgen Genthner, Referatsleiter des Baureferats Mitte im Regierungspräsidium, in diesem Jahr nicht mehr begonnen. Und zwar aus Rücksicht auf den fließenden Verkehr: Denn in der jetzigen Jahreszeit nimmt die „Gefahr“ zu, dass witterungsbedingt nicht mehr weitergearbeitet werden kann, etwa weil bestimmte Straßenbauarbeiten bei Minusgraden nicht möglich sind. Es soll aber auf jeden Fall vermieden werden, dass baustellenbedingte Teilsperrungen eingerichtet werden – und dann wetterbedingt nicht mehr gearbeitet wird. Insofern werden jetzt noch überwiegend Arbeiten erledigt, die mehr oder weniger unabhängig von den Temperaturen sind, etwa die Sanierung der Entwässerungseinrichtungen an der Bundesstraße. Hier seien die Schäden größer als zunächst angenommen, so Genthner. Vermutlich im März 2018, schätzt der Referatsleiter im BNN-Gespräch („wiederum wetterabhängig“, also nicht bei Schneefall oder Frost), werden diejenigen Arbeiten an der B 462 weitergeführt, die einer halbseitigen Straßensperrung bedürfen.

Tunnel: 18 Monate Sanierungsdauer

Bereits zweimal verschoben, soll nunmehr in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Nachrüstung des Gernsbacher Tunnels im Gefolge verschärfter Sicherheitsbestimmungen erfolgen.
Die Bauzeit wird mit rund 18 Monaten, die Baukosten mit etwa 6,6 Millionen Euro angegeben. Die Beeinträchtigungen für den Durchgangsverkehr auf der B 462 sollen sich laut RP aber in Grenzen halten; nach derzeitigem Stand sind innerhalb der Bauphase lediglich Einzelsperrungen (Genthner: „Vielleicht eine Woche“) vorgesehen. Bei der geplanten Maßnahme 2018 geht es um den Bau von vier neuen Rettungsstollen mit Not-Treppenhäusern und Querstollen; mit ihnen wird bei schweren Unfällen, vor allem auch bei Bränden, eine bessere Fluchtmöglichkeit gegeben sein.
An diesen vier Örtlichkeiten sollen die zusätzlichen Not-Treppenhäuser des Tunnels wieder das Tageslicht erblicken: Beim Park-and-ride-Parkplatz am Bahnhof, am Hotel Stadt Gernsbach, am Kurparkeingang sowie an der Obertsroter Landstraße (bei der Infotafel). Die letzte Tunnelsanierung erfolgte 2012/13, als Betriebseinrichtungen wie etwa die Lüftung und Leitungen erneuert wurden.

Kaltenbronn: Weiteres Teilstück

Im neuen Jahr, voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte, soll laut RP-Referatsleiter Genthner ein rund 3,8 Kilometer langes Teilstück der L 76b vom Kaltenbronn in Richtung Gernsbach saniert werden. Die Baukosten liegen bei rund einer Million Euro. Wegen der Arbeitsschutzrichtlinien für die Straßenbauarbeiter, die sich wiederum an der Fahrbahnbreite orientieren, werden die Arbeiten unter Vollsperrung der Landesstraße erfolgen; Genthner kalkuliert mit maximal sechs Wochen, erneuert werden die Straßenbinder- und die Deckschicht.
Genthner betont, dass dem RP bewusst sei, dass der genannte Abschnitt nicht der von seinem baulichen Zustand gesehen schlechteste sei; dieser sei vielmehr weiter talwärts, bei Reichental, zu finden. Allerdings bedürfe dieser einer längeren Planungs- und Vorbereitungsphase, weil wegen der vielen Stützmauern zunächst artenschutzrechtliche Erkunden gemacht werden müssten; aus diesem Grund werde 2018 der einfacher zu planende Straßenabschnitt bei der Sanierung vorgezogen.

Brücken sind schadhaft

Zu den größeren Maßnahmen 2018 des Karlsruher Regierungspräsidiums für das Murgtal gehört auch die Sanierung von zwei Brückenbauwerken entlang der Bundesstraße: Sowohl bei der Talbrücke Langenbrand wie auch bei der Brücke nahe Gausbach sind die einbetonierten Rohre der Entwässerungseinrichtungen so schadhaft, dass sie erneuert werden müssen. Laut RP-Referatsleiter Genthner kommt dabei das Inlinerverfahren zur Anwendung. Aktuell befinde man sich noch in der Planungsphase, deshalb könne noch keine Aussage zu einer möglichen (Teil-)Sperrung getroffen werden.