Annette Stepputat folgt in der Vakanzvertretung der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau auf Arno Knebel, daneben die Kirchengemeinderatsvorsitzende Jutta Walter (von rechts). | Foto: Dorscheid

Neue Vakanzvertretung

Annette Stepputat wird Pfarrerin in Gaggenau

Anzeige

Die fusionierte evangelische Kirchengemeinde Gaggenau erhält eine neue Vakanzvertretung: Auf Pfarrer Arno Knebel, der seit Juli Dienst tat, folgt nunmehr Pfarrerin Annette Stepputat. Sie gehört dem Vertretungsdienst der evangelischen Landeskirche an und wird voraussichtlich für rund ein Jahr oder etwas länger in Gaggenau seelsorgerisch tätig sein. Ihren ersten Gottesdienst in der Markuskirche hält sie am 18. November. Von 2001 bis 2008 wirkte Annette Stepputat in der Johannesgemeinde Rastatt.

Die erste Ausschreibung der Kirchengemeinde Gaggenau, der zwei Pfarrerstellen zustehen, hat keine Resonanz erbracht. Im November werden die Stellen im Gesetzes- und Verordnungsblatt der Badischen Landeskirche zum zweiten Mal ausgeschrieben, sagte jetzt die Kirchengemeinderatsvorsitzende Jutta Walter im Pressegespräch.

„Glücksfall Knebel“

Arno Knebel hat sich am Sonntag, 21. Oktober,  von der Gemeinde verabschiedet, wird aber zu zwei besonderen Gelegenheiten nach Gaggenau zurückkehren: Er wird den Gottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag halten (in der Markuskirche und auf dem Rohwerhof in Bad Rotenfels) und am 31. März 2019 den ökumenischen Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Moosbronn anlässlich „800 Jahre Freiolsheim“ mitgestalten. Knebel wird sich nunmehr wieder auf seine Hauptaufgaben als Kirchenbeauftragter für Flucht und Migration sowie in der Klinikseelsorge konzentrieren (hinzu kommt die Tätigkeit als Bezirksdiakoniepfarrer). In Gaggenau war er, wie er im Pressegespräch sagte, noch zusätzlich „ehrenamtlich tätig“, obschon er seit Juli gut 50 Termine hier wahrgenommen habe. „Er war für uns ein Glücksfall, der uns in einer schwierigen Phase aufgefangen hat“, so Walter. Bekanntlich hat die evangelische Gemeinde Gaggenau binnen kurzer Zeit drei Pfarrkräfte verloren: Ralf Velimsky ging in den Ruhestand, Andrea Kampschröer und Helga Lamm-Gielnik verließen Gaggenau auf eigenen Wunsch.

Keine feste Stelle im Blick

„Die Neue“, Annette Stepputat (60), ist verheiratet, sie wohnt in Bad Herrenalb. Ihr Ehemann ist Geschäftsführer der Fernwasserversorgung Thüringen, der Sohn befindet sich nach seinem Jurastudium im Referendariat. Zuletzt war sie als Vakanzvertreterin in der Ortenau, Gaggenau wird in dieser Hinsicht ihre zweite Stelle sein. „Das ist die Weise, wie ich gerne arbeiten möchte“, sagt sie, weil sie mit Blick auf ihren Ruhestand keine feste Stelle als Pfarrerin mehr antreten möchte. Insgesamt habe sie 21 Jahre als Gemeindepfarrerin gearbeitet.

Früher in Rastatt tätig

Die Landeskirche hält eine Art „Springerpool“ vor, dem Stepputat angehört und der bei Vakanzen (wie etwa Elternzeit oder längere Erkrankung) zum Einsatz kommt. Allerdings: Die Personaldecke ist generell eher dünn, aktuell gibt es mehrere Vakanzen im Kirchenbezirk Rastatt/Baden-Baden. Pfarrerin Stepputat, in Detmold geboren, kam 1994 ins Badische, als sie eine Stelle in Mannheim antrat. 2001 wechselte sie nach Rastatt, dort war sie bis 2008 Pfarrerin der Johannesgemeinde. Es folgte bis zum Jahr 2017 die Aufgabe als Landeskirchliche Beauftragte für Flucht und Migration sowie das christlich-islamische Gespräch. Sollten die beiden freien Pfarrstellen schon in Kürze besetzt werden, was derzeit eher nicht zu erwarten ist, „dann mache ich den Weg frei“, so Stepputat.