Die Baustelle zeigen Projektleiter Michael Schwab (links), Aufseher Eberhard von Frankenberg (Mitte) und die Bauleiter Martin Jäger (rechts) und Rico Göpfert.
Baustellenbesuch: Projektleiter Michael Schwab (links), Aufseher Eberhard von Frankenberg (Mitte) und die Bauleiter Martin Jäger (rechts) und Rico Göpfert zeigen das Areal. | Foto: Christiane Widmann

Lückenschluss bei Weisenbach

Arbeiten an Radwegbrücke der „Tour de Murg“ liegen im Zeitplan

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Die Vorarbeiten für die Radwegbrücke zwischen Weisenbach und dem Gernsbacher Ortsteil Hilpertsau sind in vollem Gange. Mit ihr schließt das Regierungspräsidium Karlsruhe eine Lücke auf der „Tour de Murg“ – und schafft eine Alternative zur gefährlichen Strecke über die B 462.

Eine neue Brücke, sanft gebogen und von Spannseilen getragen, wird bald am Nordrand von Weisenbach über die Murg führen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe lässt sie bauen, um für Radler und Fußgänger endlich einen sicheren Weg nach Hilpertsau zu schaffen. Im Spätsommer 2021 soll sie fertig sein.

Stolze sechs Millionen Euro kostet der Brückenbau mitsamt den kurzen Stücken Radweg, die sich an bestehende Wege anschließen werden. Sie führen an der B 462 entlang und durchs Weisenbacher Wohngebiet.

Schüler und Berufspendler werden von der neuen Strecke profitieren, aber auch Ausflügler, die auf der „Tour de Murg“ zwischen Freudenstadt und Rastatt unterwegs sind.

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Derzeit teilen Radler sich die Straße mit 10.000 Fahrzeugen

Bislang müssen sie die Bundesstraße nutzen, um von Weisenbach nach Hilpertsau zu gelangen. Mehr als 10.000 Fahrzeuge sind darauf täglich unterwegs – und mit ihnen, ausgerechnet im Kurvenbereich, die Radler.

Die Lücke bis zum Fahrradweg in Hilpertsau ist zwar nur 700 Meter lang, aber für nervöse Schulterblicke und Sorge um kleine Kinder reicht das allemal. Der Lückenschluss zwischen den bestehenden Radwegen wird deshalb schon seit Jahren sehnlichst erwartet.

 

Foto: BNN

Für den Bau sind genaue Berechnungen notwendig

Bis die Brücke im Frühjahr eingehängt werden kann, sind noch einige Vorarbeiten nötig – und auch so manche Berechnung. Die Länge und Winkel der Seile und Pfähle, die Höhe der Aufhängungen, die Schwere eingebauter Gewichte: Alles muss genau kalkuliert werden.

Schließlich muss die Konstruktion stabil sein, Schwingungen dämpfen und alle Kräfte, die später auf sie einwirken, aushalten. Die Erschütterung von Schritten, das Gewicht der Radler, den Druck der Erdmassen, die Kraft von Wind und Wasser.

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Die Vorarbeiten haben im Winter begonnen

Wichtige Informationen für die Planung treten erst bei den Bauarbeiten zu Tage. Zum Beispiel, wie genau der Untergrund beschaffen ist und wo Felsgestein liegt.

Während an den Schreibtischen noch gerechnet und gegrübelt wird, herrscht auf der Baustelle schon seit dem Winter reger Betrieb. Arbeiter haben das Baufeld gerodet, Fische umgesiedelt, Zufahrtswege und eine künstliche Furt angelegt.

Trotz Corona-Krise liegen die Arbeiten im Zeitplan

Derzeit heben sie die Baugruben aus, bereiten den Radweg in Weisenbach vor, verlegen Leitungen für die Straßenbeleuchtung und bauen Anwohnerparkplätze. Dabei bleiben sie nach Angaben der Zuständigen bislang im Zeitplan, trotz des hohen Wasserstands im Februar und trotz der Corona-Krise.

Voraussichtlich im Spätsommer können die beiden Widerlager gebaut werden, also die starken Tragwände an beiden Ufern, auf die die Brücke gelegt wird. Auch die zwei hohen Pylonen können die Arbeiter dann errichten. An ihnen werden die Schrägseile befestigt, die die Brücke von oben her halten.

80 Bohrpfähle geben der Brücke und der Straße Halt

Rund zwanzig Bohrpfähle, im Schnitt zehn Meter lang und einen Meter dick, sollen die ganze Konstruktion tief im Erdboden verankern und ihr so zusätzlichen Halt geben.

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Gut 60 weitere Pfähle werden Seit’ an Seit’ eine Stützwand entlang der B 462 bilden. Damit wollen die Bauherren sicherstellen, dass die Straße nicht zur Murg hin absackt. Schließlich donnern Tag für Tag tonnenschwere Fahrzeuge über sie hinweg.

Der Brückenkörper wird vor Ort zusammengebaut

Die Bohrarbeiten für die 80 Pfähle beginnen voraussichtlich Mitte Juni, also schon in wenigen Tagen. Das notwendige Gerät steht bereits beim Baubüro an der B 462 bereit. Von der Straße aus ist es gut zu sehen: Meterhoch ragt es am südlichen Ende des Baden Board-Parkplatzes in die Luft.

Hinter den Bauzäunen stehen Paletten voller Baumaterial und weitere Baustellenfahrzeuge bereit. Ende des Jahres wird auf dem Gelände auch ein großes Zelt zu sehen sein. Darin wird die Stahlbrücke Stücke für Stück zusammengesetzt. 65 Meter lang und vier Meter breit wird das Bauteil am Ende sein.

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Der letzte Bauabschnitt ist der Radweg nach Hilpertsau

Sobald Fachleute sie überprüft haben, wird es mit einem Spezialfahrzeug zum Fluss hinunter transportiert und mit einem Kran aufgesetzt.

Wenn die Brücke fertig ist, ist der Radweg-Abschnitt Richtung Hilpertsau an der Reihe. Das Regierungspräsidium will sich dabei mit der Baden Board GmbH abstimmen, da diese auch ihren Mitarbeiter-Parkplatz umbauen will.

Wenn im Sommer dann alles fertig wird, gilt endlich: Bahn frei für die Radler.