Braumeister mit Leib und Seele: Christoph Werner vom Christoph-Bräu in Gaggenau mag unfiltriertes Bier am Liebsten. Am Freitag, 3. August, ist "Internationaler Tag des Bieres". | Foto: Dorscheid

Internationaler Tag des Bieres

Auch Braugerste ist von der Dürre betroffen

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Der Griff zum Handy und ein kurzes Telefonat „mit meinem Mälzer“ bestätigen Braumeister Christoph Werner vom Gaggenauer „Christoph-Bräu“ im BNN-Gespräch: Der Ernteertrag bei der für Bier so wichtigen Braugerste ist in der Ortenau und im Schwarzwald-Baar-Kreis leicht unterdurchschnittlich, aber er ist nicht so stark wie viele andere bäuerliche Erzeugnisse von der großen Hitze und Dürre betroffen.
Auch beim Hopfen, einer typischen Auepflanze mit sehr tief reichenden Wurzeln, sieht Werner zumindest  keine größeren Einbußen. Also Entwarnung für den Bierpreis – heute, Freitag, 3. August, dem Internationalen Tag des Bieres, der immer am ersten Freitag im August begangen wird? Leider nicht, denn europaweit gibt es laut des Malzbetriebes in Lahr im Gefolge der Sommerdürre durchaus große Ernteausfälle bei Braugerste.

Bierausstoß ist leicht rückläufig

Der Jahresausstoß der Gaggenauer Hausbrauerei in der Alois-Degler-Straße hat sich laut Werner bei etwa 400 Hektoliter eingependelt; den leichten Rückgang der letzten Jahre sieht er zum einen im allgemeinen Trend weg von alkoholischen Getränken begründet, aber auch als Folge der Nichtraucherbestimmungen für die Gaststätten. Auch die Hoffnungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft als Umsatzbringer sind mit dem frühen Scheitern der deutschen Mannschaft, wie bei anderen Gastronomen mit Außenbewirtschaftung, nicht aufgegangen: Letztlich habe sich der große Aufwand, im Biergarten im Kurpark Bad Rotenfels ein Zelt mit Großbildleinwand zu errichten, nicht rentiert, blickt Werner zurück: Nach dem Abschied des deutschen Teams sei der Besuch – und damit auch der Konsum – im Zelt spürbar zurückgegangen.

Schwimmbad statt Biergarten

Auch die Hitze der jüngsten Tage sei nicht eben umsatzsteigernd gewesen: Viele Gäste gehen dann lieber ins Schwimmbad statt in den Biergarten. „Mitte 20 Grad ist für einen Biergarten optimal, bei 30 Grad liegt die Grenze, die wir spüren,“ bilanziert er. Seit 1995, also bereits seit 23 Jahren, gibt es den „Christophbräu – Hausbrauerei und Restaurant“ in Gaggenau, im Murgtal die einzige Hausbrauerei (die räumlich nächstgelegene ist der „Hopfenschlingel“ in Rastatt).

„Craft Beer“? Schon immer!

Über den von den USA über den großen Teich herüber geschwappten Trend der „Craft Biere“ kann der erfahrene Braumeister nur schmunzeln: Nichts anderes als „Biere, die handwerklich von einer unabhängigen Brauerei erzeugt werden“ (so die Definition der Craft-Beers) wird seit über zwei Jahrzehnten im Braukessel „beim Christoph“, wie er gerne in der Stadt genannt wird, in der Alois-Degler-Straße gemacht. Noch länger etwa beim Vogel-Bräu in Karlsruhe und in Ettlingen.

„Christophbräu“ seit 1995

Im Vogel-Bräu hat Christoph Werner seine ersten Sporen in diesem so traditionsreichen Handwerk verdient, und zwar in Form eines Praktikums – ebenso bei Hatz in Rastatt und bei der Ganter-Brauerei in Freiburg. Die ersten praktischen (und erfolgreichen) Bierbrauversuche gab es im Elternhaus Werner, natürlich unter Einbezug des Waschkessels. Das Studium absolvierte Werner im bayrischen Weihenstephan. Nach dem Abschluss als Diplom-Braumeister im Jahr 1992 folgte der Sprung in die Selbstständigkeit: 1993 begann der Umbau der elterlichen Firma, 1995 öffnete der „Christophbräu“ –  heute fester Bestandteil der Gastronomieszene in der Benz-Stadt.