Das Konzept, das Julian Christ, Klaus Mack, Karl-Heinz Dunker, Kristina Schreier und Thomas Lachnicht (von rechts) vorgestellt haben, ist aus Überlegungen entstanden, wie der Naturpark sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll.
Das Konzept, das Julian Christ, Klaus Mack, Karl-Heinz Dunker, Kristina Schreier und Thomas Lachnicht (von rechts) vorgestellt haben, ist aus Überlegungen entstanden, wie der Naturpark sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll. | Foto: Widmann

Masterplan vorgestellt

Auf dem Kaltenbronn soll ein Naturpark-Zentrum entstehen

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Ein Naturpark-Zentrum soll auf dem Kaltenbronn entstehen. Das sieht zumindest ein 80-seitiges Ideenpapier vor, das Vertreter des Zweckverbands Infozentrum Kaltenbronn und des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord am Dienstag vorgestellt haben.

Die im „Masterplan Kaltenbronn“ vorgeschlagenen Maßnahmen sollen das in die Jahre gekommene Infozentrum und dessen Umgebung vom Hohlohsee bis zum Wildseemoor touristisch aufwerten. Entstanden ist das Konzept aus Überlegungen, wie der fast 20 Jahre alte Naturpark sich weiterentwickeln soll. Ein zentrales Projekt ist der Aufbau zweier Zentren in den Bereichen Mitte/Nord und Süd.

Am Kaltenbronn geht es vor allem darum, das Angebot für die vorhandenen Besucher – rund 400.000 pro Jahr sind es laut Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker – zu verbessern. Sie sollen motiviert werden, nicht nur die 750 Stellplätze, sondern auch das Informations- und Bildungsangebot sowie örtliche Gastgewerbe zu nutzen. Bislang ließen sie „keinen Cent Wertschöpfung auf dem Kaltenbronn“, konstatierte er.

Vorschläge sind noch reine Zukunftsmusik

In dem Neubau, der Dunker zufolge acht bis zehn Millionen Euro kosten dürfte, könnte es eine Touristinformation geben, außerdem Ausstellungen, Bildungs- und Erlebnisangebote rund um die vorgesehenen Kernthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Auch ein Laden mit regionalen Produkten ist denkbar. Wie die Räume des bisherigen Infozentrums genutzt würden, wäre noch zu klären. Ideen fürs Umland sind beispielsweise Aussichtsplattformen und Erlebnisstationen.

Im Zuge der touristischen Aufwertung soll das Gastgewerbe strategisch ausgeweitet werden. Eine Hotelbedarfsanalyse soll helfen, sinnvolle Angebote zu planen. Der Zweckverbandsvorsitzende und Gernsbacher Bürgermeister Julian Christ hofft für die Analyse auf Unterstützung vom Land Baden-Württemberg, das bereits den Masterplan mit 30.000 Euro unterstützt hat.

Umgebung soll touristisch aufgewertet werden

Hoffnungen setzt Christ auch auf das Regierungspräsidium Karlsruhe: Die Sanierung der L76b zwischen Reichental und Kaltenbronn ist bekanntlich ins Stocken geraten, käme jedoch Touristen fraglos zugute. Bessere Nahverkehrsangebote sowie schnelles Internet sind weitere Themen, die sich aus dem Konzept ergeben. Doch ob, wann und wie der Masterplan umgesetzt wird, muss sich zeigen. Es gilt, erst einmal Partner und Fördermodelle zu finden, sagte Klaus Mack, Vorsitzender des Naturparks, stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands und Bürgermeister in Bad Wildbad.

Für diese Aufgabe ist eine Zwei-Jahres-Stelle beim Land beantragt worden. Immerhin: Forst BW hat Mack zufolge bereits seine Unterstützung zugesagt. Auch die Gemeinderäte müssen ins Boot geholt werden – in Bad Wildbad, Enzklösterle und nicht zuletzt in Gernsbach, auf dessen Gemarkung sich das Infozentrum befindet. Das Gremium müsste für die bislang noch nicht überplante Siedlung einen Bebauungsplan verabschieden, der Neubauten – insbesondere gewerbliche – erlaubt. Voraussichtlich im Oktober werden die Gernsbacher Räte in einer Sitzung über den Masterplan informiert.