Die Stadtverwaltung Gaggenau hat sofort reagiert. | Foto: Hensen

Risikogebiet Elsass

Rathäuser in Gaggenau und Karlsruhe schicken Mitarbeiter wegen Coronavirus-Gefahr nach Hause

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Die Landesregierung empfiehlt allen Behörden, Mitarbeiter nach Hause zu schicken, die in den vergangenen Tagen im Corona-Risikogebiet Elsass waren. Die Stadtverwaltung Gaggenau hat sofort reagiert. Doch in Kehl weigert man sich noch. „Dann könnten wir hier alles dicht machen“, sagt eine Rathaussprecherin.

Seit Mittwochmorgen gilt das die gesamte französische Region Grand Est, zu der auch das Elsass zählt, als Corona-Risikogebiet. Das baden-württembergische Gesundheitsministerium empfiehlt allen Rückkehrern vorsorglich für zwei Wochen zu Hause zu bleiben. Egal, ob sie Krankheitssymptome haben oder nicht. Betroffen sind in der badischen Grenzregion zahlreiche Menschen, die etwa zum Einkaufen oder Flammkuchen essen auf die andere Rheinseite gefahren sind.

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Stadtverwaltung Gaggenau schickt Mitarbeiter heim

Während sich Wirtschaftsunternehmen wahrscheinlich schwer tun werden, diese strikte Schutzmaßnahme umzusetzen, haben die ersten Behörden schon reagiert. Die Stadtverwaltung Gaggenau teilte ihren Mitarbeitern am Mittwoch per E-Mail mit, dass „Kollegen, die in den letzten 14 Tagen in der Region Grand Est in Frankreich waren oder von dort zurückgekehrt sind, vorübergehend nicht arbeiten dürfen. Sollten Sie gegenwärtig im Dienst sein, stellen Sie Ihre Arbeit bitte sofort ein und gehen Sie nach Hause.“

Betroffen sind davon in Gaggenau laut Hauptamtsleiter Carsten Dehner nach derzeitigem Stand 18 städtische Angestellte. Bei der Stadtverwaltung Karlsruhe sind es etwa zwölf Mitarbeiter.

Karlsruhe hat bereits am Dienstag reagiert

Die Stadt Karlsruhe hat bereits am Dienstag etwa einem Dutzend ihrer Mitarbeiter aus dem Elsass empfohlen, zuhause zu bleiben.

„Es kommt aus Elsass niemand mehr rein ins Rathaus. Das ist aber kein Problem für uns“, versicherte Pressesprecher Bernd Wnuck. Man habe die aktuelle Entwicklung erwartet. Die Empfehlung sei zwar kein formelles Arbeitsverbot, aber „deutlich genug“ formuliert: „Wir appellieren da an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen“.

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Wenn wir alle nach Hause schicken würden, die mal kurz in Straßburg waren, könnten wir hier alles dicht machen.

Annette Lipowsky, Stadtsprecherin von Kehl

Im Rathaus der badischen Grenzstadt Kehl sieht man die Sache anders. „Wenn wir alle nach Hause schicken würden, die mal kurz in Straßburg waren, könnten wir hier alles dicht machen“, sagt Stadtsprecherin Annette Lipowsky. Stattdessen gilt in Kehl: „Beschäftigte der Stadt mit Wohnsitz im Großraum Straßburg müssen vom 12. März an zu Hause bleiben und – wenn möglich – von dort aus arbeiten.“ Betroffen sind also nur die Pendler aus Frankreich, nicht alle Elsass-Besucher.

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Ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums sagt, die Landesregierung könne die kommunalen Behörden nicht dazu zwingen, sich an die Empfehlung zu halten. Für alle Landesbehörden gelte aber die strikte Anweisung so wie in Gaggenau: Wer im Risikogebiet war, muss nun zu Hause bleiben. „Es ist wichtig, dass die staatlichen Institutionen handlungsfähig bleiben“, so der Ministeriumssprecher.

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