Es kann losgehen: Das Leitungsteam der Klingenbachschule, bestehend aus der kommissarischen Leiterin Michelle Probst (rechts) und der Lehrerin Anika Meier, wird nun gemeinsam mit dem Kollegium in die Detail-Planung einsteigen.
Es kann losgehen: Das Leitungsteam der Klingenbachschule, bestehend aus der kommissarischen Leiterin Michelle Probst (rechts) und der Lehrerin Anika Meier, wird nun gemeinsam mit dem Kollegium in die Detail-Planung einsteigen. | Foto: Christiane Widmann

Beschluss des Gemeinderats

Begeisterung für die Region wecken: Bekommt Forbach neue Naturpark-Schule?

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Die Forbacher Klingenbachschule will sich beim Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord um den Titel „Naturpark-Schule“ bewerben. Die Gemeinde hat dem Vorhaben als Schulträger zugestimmt. Den entsprechenden Beschluss hat der Gemeinderat am Dienstag gefasst.

Die Schule wird ihr heimatkundliches Profil stärken und ausbauen. Um die Auszeichnung zu erhalten, muss sie vier Module anbieten, die ein heimatkundliches Thema fächerübergreifend und anschaulich angehen. Im Jahr nach der Zertifizierung sind sechs Module fällig, ab dem zweiten Jahr acht. Nach fünf Jahren ist eine Verlängerung möglich.

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Begeisterung für die Region wecken

Ziel des Projekts ist es, Kinder für ihre Heimatregion zu begeistern. Sie sollen ein Verständnis für ihre Umwelt, deren Geschichte und inneren Zusammenhänge entwickeln. Dabei sollen sie auch lernen, wie sie selbst Leben und Landschaft mitgestalten können.

Ideen für die ersten vier Module gibt es schon, berichten Michelle Probst und Anika Meier. Sie bilden derzeit das Leitungsteam der Grundschule, weil Rektor Helge Rieger seit Beginn des Schuljahres krankheitsbedingt ausfällt.

Der Mehrwert für die Kinder ist einfach enorm.

Michelle Probst, kommissarische Schulleiterin

Der Ziegenpfad, der Wald, ein Bachlauf oder ein Wasserkraftwerk könnten einbezogen werden, zählt Anika Meier auf. Alle vier sind bereits von Klassen besucht worden.

Michelle Probst findet diese Form des „erlebten Lernens“ sehr wichtig. „Der Mehrwert für die Kinder ist einfach enorm.“ Auch die Projektpartner – Handwerker, Vereine, Landwirte – profitierten davon, rückten sie so doch ins Bewusstsein der Schüler.

Naturpark und Gemeinde unterstützen die Schule

Was wie umgesetzt wird, welche lokalen Ansprechpartner sich eignen und welche Ideen es noch gibt, müssen die Lehrer bis zum kommenden Schuljahr erarbeiten. Dabei werden sie vom Naturpark-Team unterstützt.

Die Gemeinde wird außerdem eine externe Projektleitung einstellen. Diese soll unter anderem bei Förderanträgen und der Dokumentation helfen sowie die Zusammenarbeit mit dem Naturpark und der Gemeinde koordinieren.

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Bürgerstiftung könnte das Projekt finanziell unterstützen

Die Gemeinde trägt die Projekt-Kosten, die nicht durch Fördergelder oder Sponsoren gedeckt werden. Der Naturpark bezuschusst die jährlichen Netto-Kosten zu 60 Prozent, sofern sie über 4.200 Euro liegen.

Hauptamtsleiterin Margit Karcher geht davon aus, dass diese Förderschwelle geknackt wird und für die Gemeinde rund 5.000 Euro übrig bleiben. Bürgermeisterin Katrin Buhrke sieht hier die Chance, dass die Bürgerstiftung Forbach das Projekt sponsert.

Auch für die Umsetzung des Digitalpakts investiert die Gemeinde Forbach: Sie lässt den Server und den Computerraum der Klingenbachschule ertüchtigen. Eine Umsetzung ist schon im Mai möglich.
Der Gemeinderat hat die Arbeiten am Dienstag an die Rheinstettener Firma RBI Rittershofer vergeben (Kosten: 35.000 Euro, davon 80 Prozent förderfähig).

Erste Planungen sind 2017 aufgenommen worden

Die Bewerbung ist schon seit einiger Zeit im Gespräch. Bürgermeisterin Katrin Buhrke hat nach eigenen Angaben vor gut fünf Jahren angeregt, die Nähe zum Natur- und Nationalpark schulisch zu nutzen.

Im Schuljahr 2017/18 haben Rektor Helge Rieger und Lehrerin Verena Viviani begonnen, sich näher über das Projekt des Naturparks zu informieren. 2019 hat sich das Lehrerkollegium für eine Bewerbung entschieden.

Netzwerk umfasst bereits elf Schulen

Mit ihrer Bewerbung folgt die Klingenbachschule dem Beispiel anderer Einrichtungen im Murgtal: Die Schule in Hilpertsau ist 2015 als erste Naturpark-Grundschule in der Parkregion Mitte/Nord ausgezeichnet worden. Mittlerweile sind es zehn. Die Realschule in Gaggenau ist seit 2019 die erste weiterführende Schule.

Im Herbst sollen laut Naturpark-Mitarbeiterin Manuela Riedling fünf weitere Schulen folgen.

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