Tenoralarm unter Piguinen. Eine Geschichte nach dem Buch von Elke Heidenreich „Am Südpol denkt man, es ist heiß“, spielt das Puppentheater Funke. Foto: pr

Das Kulturjahr wird eröffnet

Bekannte Literatur bei den Puppentheaterwochen in Gernsbach

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Im vergangenen Jahr 3.000 Zuschauer

Im April gibt es in Gernsbach wieder Theater – ein Theater der besonderen Art um genau zu sein, denn die Papiermacherstadt rüstet sich für die 29. Puppentheaterwochen vom 1. bis 8. April.
„Mit den Puppentheaterwochen wird das Kulturjahr der Stadt eröffnet“, sagte Bürgermeister Dieter Knittel in einem Pressegespräch. Er freue sich, dass es jetzt los gehe. Der einwöchige Event habe seit seiner Gründung nicht nur rund 65 000 Zuschauer angezogen (allein im vergangenen Jahr waren es 3 000), es gebe auch immer wieder großzügige Sponsoren, die auch diesmal wieder 9 200 Euro hätten springen lassen. Insgesamt beliefen sich die Kosten für das Festival auf zwischen 35 000 und 38 000 Euro.

Großes Theater auf kleinen Bühnen

Die Puppentheaterwochen seien ein wichtiger Punkt im Jahreskalender, denn dann reisten Fans des Genres wie jedes Jahr zwei Wochen vor Ostern von weit her an. Am 1. April öffnet sich in der Stadthalle eine Woche lang der Vorhang für „großes Theater auf kleinen Bühnen“ mit einem reichhaltigen Programm für ein generationenübergreifendes Publikum. Man habe, informiert der künstlerische Leiter der Theaterwochen Frieder Kräuter, den Schwerpunkt auf Inszenierungen nach bekannten Literaturvorlagen gelegt und bei der Auswahl bewusst auf Top-Titel wie zum Beispiel „Der kleine Eisbär“ verzichtet.
Die Zuschauer erwartet diesmal neben einem Workshop 23 Kinder-, Gruppen-, Familien- und Erwachsenen-Vorstellungen sowie eine begleitende Ausstellung im Foyer der Stadthalle. Die Festivalwoche startet mit einem Theaterabend über Kleinnager und große Musikgeschichte.

„Händels Hamster“ amüsiert Musikliebhaber

In „Händels Hamster“ erwartet die Zuschauer am Samstag, 1. April um 20 Uhr eine etwas andere musikalische Reise ins Jahr 1976. Der Hofkomponist Johann Friedrich Händel lebt behaglich mit der Leibrente seines Gönners König Georg I. Als Leiter des beliebten Opernhauses werden seine Melodien auf Londons Straßen gesungen. Doch was niemand weiß: Händels Hamster komponiert kongenial mit. In der Geschichte von Neville Tranter, gespielt vom Theater der Nacht aus Northeim, geht es um wahre Freundschaft, finanziellen Ruin, bedrohliche Katzen, zickige Sänger-Diven und die Abgründe des Künstlerdaseins. Michael Endes Kinderbuchklassiker, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ wird spannend und poetisch vom Theatrium Figurentheater Dresden inszeniert. Die winzige Insel Lummerland ist die Heimat von Jim Knopf, Lukas und seiner treuen Lok Emma. Als Baby ist Jim Knopf im Postpaket auf der Insel gelandet. Lukas und er sind die allerbesten Freunde. Als es auf der Insel plötzlich zu eng wird, machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach einer neuen Heimat. Die Aufführungen am Sonntag, 2. April um 11.30 Uhr und 15 Uhr sind für Kinder ab vier Jahren geeignet.

Familienvorstellung für Zuschauer ab acht Jahren

Die Familienvorstellung für Zuschauer ab acht Jahre stammt ebenfalls aus der Feder von Michael Ende. „Ophelias Schattentheater“ am Sonntag, 2. April um 19 Uhr ist eine zu Herzen gehende Geschichte verwoben mit humorvollen Einblicken in die Welt des Theaters und mit viel Feingefühl vom Theater Kunstdünger aus Valley umgesetzt. Nur das alte Fräulein Ophelia bekam die vielen heimatlosen Schatten zu sehen, die sich in ihrem Handtäschchen einfanden, nachdem das Theater geschlossen und ihr gekündigt worden war. Nur zankten sie sich oft. Fräulein Ophelia mag aber keinen Streit, außer er wird in der Sprache der großen Dichter und im Theater ausgetragen. Da kam die altgediente Theater-Souffleuse auf eine gute Idee.
Ein Superheld ist am Dienstag, 4. April um 15 Uhr in der Stadthalle zu Gast. Der tollste Wurm der Welt heißt „Superwurm“. Im Reich der Insekten, zwischen Gräsern, hinter Hecken und auf Blütenblättern spielt diese Geschichte für Kinder ab vier Jahre. Hier lebt auch dieser ganz besondere Superwurm. Als Spielkamerad für kleine Krabbler ist er bei Regenwetter und Sonnenschein stets supergut. Ist ein Freund in Not, ist er zuverlässig zur Stelle. Doch man ahnt es: Auch das Leben von Superwürmern ist nicht ohne Gefahren, hängt manchmal sogar am seidenen Faden. Das Dornei Theater mit Puppen aus Neustadt an der Weinstraße wird diese Geschichte erzählen.

Neuigkeit aus dem Altersheim

Am Dienstag, 4. April erwartet die Zuschauer ab 14 Jahren um 20 Uhr das Stück „Am Südpol, denkt man, es ist heiß“. Am Südpol ist nichts los nur Schnee und Eis. Doch alle Pinguine wissen, dass sie stets elegant sein müssen. Denn ab und zu, man ahnt nie wann, legt hier am Pol ein Dampfer an – mit drei berühmten Tenören. Das Puppentheater Funke aus Coswig zeigt die heitere Figurentheaterinszenierung nach dem gleichnamigen Buch von Elke Heidenreich.
Mit „Sag mal geht’s noch?“ und dem zweiten Teil der Berliner Stadtmusikanten hat das Theater Zitadelle aus Berlin Neues aus dem Altersheim im Gepäck. Wer kennt „Die Berliner Stadtmusikanten“ nicht: Kuh, Wolf, Katz und Spatz, die wie ihre Bremer Märchenkollegen etwas Besseres finden wollen als den Tod. In diesem Fall droht er im Altersheim, wo schlecht gelauntes Pflegepersonal ein strenges Regiment führt. Diese Fortsetzung des bekannten Märchens am Donnerstag, 6. April um 20 Uhr verspricht einen kurzweiligen Abend mit skurrilen Tieren und viel Musik.

Kartenvorverkauf ab 13. Februar

Der Kartenvorverkauf beim Kulturamt Gernsbach beginnt am Montag, 13. Februar um 9 Uhr. Veranstaltungstickets gibt auch deutschlandweit im Vorverkaufsstellennetz von ReserviX oder online unter www.reservix.de oder unter www.gernsbach.de.
Weitere Infos, Gruppenvorstellungen, das Programmheft und die Eintrittskarten gibt es beim Kulturamt Gernsbach Telefon (0 72 24) 6 44 44, Telefax (0 72 2 4) 6 44 64 E-Mail: kulturamt@gernsbach.de.