Trauerfeiern in der Wendelinus-Kapelle kosten künftig etwas mehr. Ein Grund dafür sind Sanierungskosten. Der Gebühren-Anstieg bleibt jedoch moderat.
Trauerfeiern in der Wendelinus-Kapelle kosten künftig etwas mehr. Ein Grund dafür sind Sanierungskosten. Der Gebühren-Anstieg bleibt jedoch moderat. | Foto: Raimund Götz

1.400 Euro mehr für Erdgrab

Bestattungsgebühren in Weisenbach werden deutlich teurer

Anzeige

Der Gemeinderat hat am Mittwoch einstimmig Änderungen an der Bestattungsgebührenordnung und der Friedhofsordnung beschlossen. Sie treten am 1. Juni 2020 in Kraft. Die Bestattungsgebühren werden künftig deutlich teurer. Die Gebühr für eine Erdbestattung etwa beträgt künftig 2.550 Euro statt 1.170 Euro.

Das sei die einzige „überdurchschnittliche“ Erhöhung, sagte Kämmerer Werner Krieg. Grund sei eine Neuvergabe ab Mai.

Eine Gärtnerei aus Gaggenau hebt künftig die Gräber aus, verlangt dafür aber rund 10.000 Euro mehr als die bisherige Firma aus Baden-Baden. Diese habe nach fast 25 Jahren den Vertrag aus personellen Gründen gekündigt, heißt es aus dem Rathaus.

Urnenbestattung ist deutlich günstiger

Da im Schnitt nur sieben Erdbestattungen pro Jahr stattfinden, verteilen sich die Mehrkosten in entsprechend hohen Anteilen. Urnenbestattungen sind mit durchschnittlich 24 Fällen häufiger – und deutlich günstiger. Für eine Bestattung im Erdgrab werden nur 150 Euro (bislang 140 Euro) fällig.

Auch die pauschale Grabplatzgebühr, mit der die allgemeine Infrastruktur der Friedhöfe finanziert wird, steigt. Sie beträgt künftig 1.800 Euro statt 1.460 Euro. Hinzu kommt ein flächenbezogener Anteil.

Unterm Strich kostet beispielsweise ein Reihengrab so künftig 3.200 Euro statt 2.460 Euro, ein Urnengrab 1.962 Euro statt 1.580 Euro.

Trauerfeiern in den Kapellen kosten etwas mehr als bisher

Etwas teurer wird auch die Nutzung der Friedhofskapellen in Weisenbach und Au für Trauerfeiern. Die Gebühr für die Wendelinus-Kapelle beträgt dann 180 Euro statt 150 Euro, die Kapelle in Au 60 Euro statt 50 Euro.

Wir haben für die Bürger rausgeholt, was möglich ist.

Bürgermeister Daniel Retsch

Damit kommen die Bürger allerdings noch gut weg. Um die Kosten zu decken, müsste die Gemeinde eigentlich einen mittleren dreistelligen Betrag verlangen.

„Wir haben hier für die Bürger rausgeholt, was möglich ist“, sagt Bürgermeister Daniel Retsch. Nach dem Gemeindewirtschaftsrecht müssen die Aufwendungen für Friedhöfe über Gebühren gedeckt werden.

Ergänzungen in der Friedhofsordnung

In der Friedhofsordnung werde „im Wesentlichen“ das Nutzungsrecht für Urnengräber von 25 Jahren auf 15 Jahre verkürzt, sagt Retsch. Das entspreche der Liegezeit.

Ferner wird das neue, gärtnerbetreute Feld für Urnengräber als Grabform ergänzt. Der Gemeinderat hat kürzlich im Umlaufverfahren beschlossen, es noch im laufenden Quartal auf dem Friedhof in Weisenbach anlegen zu lassen.

Hinterbliebene müssen für einen Platz dort eine Pflegevereinbarung mit der Badischen Friedhofsgenossenschaft abschließen. Diese gilt für die komplette Laufzeit. Sie selbst dürfen das Grab nur mit Blumen, Steckvasen oder Grabkerzen schmücken.

Neues Grabfeld mit Parkcharakter

In der Friedhofsordnung sind die Gestaltungsrichtlinien im Details festgehalten. Laut einer Pressemitteilung der Gemeinde soll das Grabfeld „einen gewissen Parkcharakter“ haben. Die Grabstätten sollen „mit edlen Gehölzen und Stauden umrahmt“ werden und sich „harmonisch in die Landschaft inmitten des Friedhofs einfügen“.

Weitere Änderungen betreffen beispielsweise die zulässigen Materialen für Urnen und Särge, die maximale Urnenzahl pro Grab und Haftungsfragen.