Die Wohnappartements im sanierten Helmut-Dahringer-Haus in Gaggenau werden sehr stark nachgefragt. Auch die Pflegebetten sind gut belegt. | Foto: Dorscheid

Altenhilfeverein Gaggenau

Betreute Wohnungen schon bald alle bezogen

Anzeige

Der frühere Kurswechsel der Gaggenauer Altenhilfe, im Zuge des Umbaus des Helmut-Dahringer-Hauses den Pflegebereich zu verkleinern und stattdessen mehr Betreute Wohnungen anzubieten, dürfte rein rechnerisch aufgehen. Bei der 45. Mitgliederversammlung im Helmut-Dahringer-Quartiershaus sprach OB Christof Florus in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender des Altenhilfevereins davon, dass die 71 Betreuten Wohnungen „bis Ende des Jahres bis auf einige wenige Wohnungen alle bezogen sind“.

Umbauarbeiten noch im Gange

Im Erweiterungsbau seien aktuell noch Arbeiten im Gange, die bis zum Sommer 2018 abgeschlossen sein sollen. Im Frühjahr werde der Bereich Tagespflege mit 16 Plätzen in Betrieb genommen. Rückblickend sei es ein Kraftakt gewesen, den Eröffnungstermin Anfang Oktober nach Umbau und Sanierung gehalten zu haben „und endlich wieder unsere Bewohner aus dem Ausweichquartier in Gernsbach in ihr Dahringer-Haus zurückzuholen“. In seinem Kassenbericht wies Finanzvorstand Andreas Merkel daraufhin, dass das Berichtsjahr 2016 vollumfänglich in die Bau- und Umstrukturierungsphase fiel, die Zahlen also nicht repräsentativ für einen gewöhnlichen Geschäftsbetrieb seien.

Höhere Schulden durch Sanierung

So haben sich die Schulden bei Banken auf jetzt fast 8,5 Millionen Euro erhöht. Hinzu kommen sonstige Verbindlichkeiten von knapp 4,5 Millionen (hiervon entfallen alleine gut vier Millionen auf die von der Stadt an den Altenhilfeverein ausgegebenen Darlehen). Merkel rief in Erinnerung, dass die Finanzierung der rund 15,5 Millionen Euro für Bau- und Sanierungskosten planmäßig ganz überwiegend durch Darlehen erfolge.

Teilverzicht auf Weihnachtsgeld

Erfreulich auf den ersten Blick sei der ausgewiesene Jahresüberschuss von rund 550 000 Euro. Was aber kein Grund zur Euphorie sei, weil zu diesem Ergebnis zum einen der Gehaltsverzicht von Mitarbeitern (konkret ein Teilverzicht auf das „Weihnachtsgeld“, in der Summe rund 180 000 Euro) und zum anderen der seit 2016 deutlich erhöhte Betriebskostenzuschuss der Stadt auf nun 560 000 Euro beigetragen haben. Was bedeutet: Ohne diese Maßnahmen „hätte der Leistungsbereich auch 2016 mit einem negativen Ergebnis abgeschnitten“, so Merkel. Damit sei Handlungsbedarf auch weiterhin gegeben.