In der voll besetzten Jahnhalle ließ Gaggenaus Oberbürgermeister Christof Florus beim Neujahrsempfang noch einmal die wichtigen Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren und gab einen Ausblick auf das gerade begonnene Jahr 2019. | Foto: Mandic

Neujahrsempfang in Gaggenau

„Bewährtes erhalten und Neues wagen“

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Was war im Jahr 2018 in und für Gaggenau wichtig war und was 2019 für die Stadt bringen soll, stellte Oberbürgermeister Christof Florus am Donnerstagabend (10. Januar) in den Mittelpunkt seiner Rede beim Neujahrsempfang in der Jahnhalle. Ein wichtiger Punkt, so der OB, sei ganz sicher das gemeinsame Feiern von 775 Jahre Gaggenau, Ottenau und Sulzbach gewesen. Zu den besonderen Ereignissen hätten auch der erstmalig stattgefundene Aktionstag „Sport ohne Grenzen“ und das Dorffest in Michelbach gezählt. „Stolz waren wir alle auf die Silbermedaille für Sulzbach und den Sonderpreis für Selbach beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. An diesen Beispielen zeigte sich wieder die Stärke unserer Bürgerinnen und Bürger, so der OB.

Investitionsoffensive für Schule und Kinderbetreuung

Als weitere wichtige Punkte nannte Florus unter anderen die Erweiterung des Wohnungsangebotes, die Weiterentwicklung der Innenstadt und die Grundsatzentscheidung für das Waldseebad. Dazu komme die größte je in Gaggenau umgesetzte Investitionsmaßnahme innerhalb von zwei Jahren von rund 71 Millionen Euro, wenn man den Gesamtkonzern Stadt Gaggenau betrachte. Es gelte, Bewährtes zu erhalten sowie fortzuführen und Neues zu wagen. Besonders deutlich werde dies bei Investitionen für die junge Generation, deren Erziehung, Bildung und Betreuung die Stadt mit einer Investitionsoffensive für Schule und Kinderbetreuung erneut befördern wolle.

Oberbürgermeister betont wirtschaftliche Stärke

„Bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1243 hatte Gaggenau nicht einmal 100 Einwohner. 1894, bei der Entstehung unserer Automobilgeschichte durch den Bau des Orient-Express, hatte Gaggenau circa 2.000 Einwohner. 1922, bei der Stadternennung, etwas mehr als 4.000 Einwohner. Heute, Stand 31. Dezember 2018, hat Gaggenau sage und schreibe 30.202 Einwohner. Diese Entwicklung ist einmal durch die wirtschaftliche Stärke und die dadurch resultierenden Eingemeindungen entstanden. Zum anderen aber durch die konsequente Entwicklung Gaggenaus zu der familienfreundlichen Stadt in der Region. Mit dieser Bevölkerungsentwicklung können wir, dank damit verbundenen höheren Zuweisungen und Einnahmen, unsere öffentlichen Einrichtungen erhalten und sanieren sowie weitere Angebote schaffen“, so Florus. Neue Herausforderungen bringe der wachsende Anteil der älteren Bevölkerung in Verbindung mit einer sich schnell verändernden Gesellschaft.

Grenzen des Ehrenamts

Die Vereinswelt habe immer mehr Schwierigkeiten, Nachwuchs zu bekommen – in den Vorstandschaften wie auch bei den Mitgliedern. Das Ehrenamt stoße so langsam an seine Grenzen. Immer weniger Menschen möchten Verantwortung übernehmen. Das bedeute leider, dass das gesellschaftliche Zusammenleben immer schwächer werde. Umso wichtiger sei es, heute Antworten auf die Fragen von morgen zu entwickeln.

Gaggenau als familienfreundliche Stadt

„Wir müssen neue Wege finden, um Gaggenau voranzubringen. Mit der Quartiersentwicklung „Quartier links der Murg“, das vom Ministerium für Soziales und Integration gefördert wird, möchten wir diesen Weg in diesem Jahr beginnen, der dann für die ganze Stadt als Vorlage dienen könnte.“ Deswegen brauche es Menschen, in ganz Gaggenau die das Ziel, Gaggenau als familienfreundliche Stadt zu positionieren auch umsetzen. „Ich brauche sie alle, die Bürgerschaft, die kommunalpolitischen Gremien und meine Verwaltung, damit Gaggenau die Stadt bleibt, in der wir uns alle wohl und heimisch fühlen.“

Bürgerpreis geht an Christiane und Kurt Ganzmann

Im Verlauf des abends verlieh Oberbürgermeister Christof Florus den Bürgerpreis 2019 an Christiane und Kurt Ganzmann. „Ich freue mich sehr, dass wir heute ein Ehepaar mit dem Bürgerpreis der Stadt Gaggenau auszeichnen, das ehrenamtlich eher im Hintergrund wirkt, dafür aber umso effektiver zum Wohle vieler Menschen über Jahrzehnte hinweg“, sagte Florus in seiner Laudatio. Der OB lobte die soziale Einstellung des Ehepaares, die hier den Ausschlag gebe, dem Menschen in der Not zu helfen.

Den Bürgerpreis 2019 erhielten Christiane und Kurt Ganzmann für ihr überaus großes ehrenamtliches Engagement. | Foto: Mandic

Engagiertes Ehepaar

Das ehrenamtliche Engagement des Ehepaars Ganzmann sei von großer Verlässlichkeit gekennzeichnet – ein Wirken im Stillen, ohne großes Aufsehen. Bei Christiane und Kurt Ganzmann reiche das ehrenamtliche Spektrum von der katholischen Seelsorgeeinheit Gaggenau über die Gaggenauer Altenhilfe und das Haus Franziskus bis hin zur ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe und zur Lebenshilfe Rastatt/Murgtal. Diese Grundhaltung, so Florus, sei wohl aus der Kirche heraus entstanden, „denn der Kirche und ihrem Gedankengut waren die Ganzmanns immer verbunden, mit der Kirche waren sie immer unterwegs. Wenn sie allerdings etwas in die Hand nehmen, dann ziehen sie es auch durch – aus Respekt vor dem Menschen und mit beispielhafter Nachhaltigkeit, was sie zu einer festen, wertvollen Stütze macht.“