Auf dem Höhenflug: Nurdogan Gür, hier im Duell mit Iffezheims Torhüter Lars Jung, avancierte beim VFB Gaggenau zum erfolgreichsten Stürmer im Fußballbezirk Baden-Baden.
Auf dem Höhenflug: Nurdogan Gür, hier im Duell mit Iffezheims Torhüter Lars Jung, avancierte beim VFB Gaggenau zum erfolgreichsten Stürmer im Fußballbezirk Baden-Baden. | Foto: Collet

Titelgewinn in Kreisliga

BNN/ABB-Torjäger-Cup-Gewinner Gür will Hacalars Tor-Rekord angreifen

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Nurdogan Gür heißt der Sieger des BNN/ABB-Torjäger-Cups in der Saison 2019/20. Obwohl die Runde wegen der Corona-Pandemie bereits nach 17 Spieltagen beendet wurde, kam der Angreifer des VFB Gaggenau auf 34 Tore und trug so zum Titelgewinn in der Kreisliga A Nord des Fußballbezirks Baden-Baden bei.

Ein geringes Maß an Selbstvertrauen lässt sich Gür nicht unbedingt nachsagen. „Ich hätte auch 60 Tore geschossen“, meint der Stürmer. Rein rechnerisch hat der 22-Jährige sogar recht. 34 Tore erzielte Gür in den 17 Partien bis zum Corona-bedingten Abbruch der Saison 2019/20 Mitte März, das bedeutet einen Schnitt von genau zwei Treffern pro Partie.

Auf die komplette Runde mit 30 Partien bezogen kommt man exakt auf die angesprochenen 60 Tore. Damit hätte Gür als neuer Gewinner des BNN/ABB-Torjäger-Cups den Rekord von Isa Hacalar (57 Tore für Fatihspor Baden-Baden in der Saison 2009/10) überboten.

Einstieg beim FC Rastatt 04 mit drei Jahren

Gür, in Rastatt geborener und heute noch wohnender Spross einer aus der Türkei stammenden Familie, begann bereits im Alter von drei Jahren beim FC Rastatt 04. Über die Stationen SV 08 Kuppenheim (C-Junioren), Offenburger FV, SV Sandhausen (jeweils B-Junioren) ging es wieder zum OFV, bei dem er als A-Junior auch Oberliga-Luft in der ersten Mannschaft schnupperte.

Dann begann die Leidenszeit, Verletzungen warfen Gür immer wieder zurück. Zum Einstieg in den Aktivensektor fasste er deshalb weder in Offenburg noch beim SV Oberachern II (vier Landesliga-Einsätze, ein Tor) richtig Fuß.

480 Liegestütze beim Einstandsfest

Dass es in Gaggenau dann deutlich besser lief, lag nicht nur an der niedrigeren Spielklasse. „Er ist körperlich topfit“, lobt VFB-Trainer Armin Karamehmedovic seinen Torgaranten und nennt ein Beispiel: Beim Einstandsfest im vergangenen Sommer habe Gür nicht weniger als 480 Liegestütze gemacht. Keine Ausnahme, wie Gür bestätigt. „Ich mache täglich 300 bis 400 Liegestütze.“

Sein Wechsel nach Gaggenau im vergangenen Sommer: Reiner Zufall, wie Coach Karamehmedovic berichtet. VFB-Akteur Okan Eren habe ihn nachts um vier Uhr aus der Disco angerufen mit den Worten: „Ich haben einen Stürmer für uns.“ Am nächsten Tag wurde der Transfer fix gemacht.

Zlatan Ibrahimovic als Vorbild

Neben der stabilen Gesundheit kommt Gür inzwischen auch gelegen, dass er beruflich keine Spätschichten mehr absolvieren muss und somit öfter trainieren kann. Neben den Teameinheiten stählt Gür, der Zlatan Ibrahimovic als Vorbild nennt, seinen Körper beim Kickboxen mit Freunden.

Ein Engagement auf höherem Niveau, auf dem sich sein fünf Jahre älterer Cousin Eray Gür beim FC Nöttingen bewegt, ist durchaus ein Ziel. Als Eray mit dem FCN im August 2015 im DFB-Pokal gegen den FC Bayern mit 1:3 nur recht knapp verlor, war Nurdogan im ausverkauften Wildparkstadion in Karlsruhe dabei.

Sechs Treffer in einem Spiel

Gaggenaus Trainer Karamehmedovic befeuerte Gürs ausgeprägten Ehrgeiz zusätzlich. Vor jedem Spiel habe er in der Kabine auf die Tafel geschrieben, wie viele Tore noch zur anvisierten Marke von 40 fehlen. Vor dem Abbruch stand die 6, die er bei einem regulären Saisonende zweifellos noch erzielt hätte. Allein gegen den SV Mörsch II gelangen ihm sechs Treffer in einer Partie, gegen Frankonia Rastatt jubelte er fünf-, gegen Hörden viermal.

Ich muss den Rekord brechen. Ich weiß, dass ich es draufhabe.

Nurdogan Gür, Torjäger des VFB Gaggenau

„Es tut dem Team gut, dass er von mir das volle Vertrauen hat“, sagt VFB-Trainer Karamehmedovic, der Nurdogan Gür auch in der Bezirksliga einen Stammplatz in Aussicht stellt. Mit Blick auf die neue Saison übt sich Gür nicht gerade in Zurückhaltung. „Ich muss den Rekord brechen. Ich weiß, dass ich es draufhabe“, sagt er mit Blick auf Hacalars magische Marke von 57 Toren.

Mit großem Vorsprung hat Nurdogan Gür den BNN/ABB-Torjäger-Cup in der Saison 2019/20 gewonnen. Bis die Runde zu Beginn der Rückserie Mitte März wegen der Corona-Pandemie abgebrochen wurde, erzielte der Angreifer des VFB Gaggenau bereits 34 Tore in 17 Spielen. Fabian Schiel (FC Obertsrot), der die Trophäe im vergangenen Jahr mit 45 Treffern gewonnen hatte, landete diesmal auf dem fünften Rang hinter Seven Müller, dem Sieger von 2013/14. In Manuel Gartner (2014/15) Oleg Fischmann (2007/08 und 2015/16) sowie Sven Baumann (2001/02) folgen weitere Cup-Gewinner auf dem geteilten sechsten Platz. Der Endstand in der Torjägerliste, nachdem die Saison beim außerordentlichen Verbandstag des Südbadischen Fußball-Verbands am 20. Juni beendet wurde:
34 Tore: Nurdogan Gür (VFB Gaggenau, Kreisliga A Nord).
19 Tore: Thorben Schmidt (FC Obertsrot, Kreisliga A Nord).
18 Tore: Patrick Ebler (Spvgg Ottenau, Bezirksliga).
17 Tore: Steven Müller (SV Ulm, Bezirksliga).
16 Tore: Fabian Schiel (FC Obertsrot, Kreisliga A Nord).
15 Tore: Nico Huber (SV Oberachern, Oberliga), Marian Dürrschnabel (FV Ötigheim, Bezirksliga), Manuel Gartner (FC Schwarzach, Bezirksliga), Oleg Fischmann (FC Rastatt 04, Kreisliga A Nord), Marcel Kristofic (VfR Bischweier, Kreisliga A Nord), Marcel Koch (FV Gamshurst, Kreisliga A Süd), Sven Baumann (FV Würmersheim II, Kreisliga B4/B2), Luca Parise (SV Neusatz, Kreisliga B4/B3).
14 Tore: David Dorsner (Rastatter SC/DJK, Bezirksliga), Arthur Kissner (SV Sasbach, Bezirksliga), Vedran Malecki (Rastatter SC/DJK, Bezirksliga), Jakob Schöttgen (VfB Unzhurst, Bezirksliga), Daniel Zimmer (FV Bad Rotenfels, Bezirksliga), Renato Vrbaslija (FC Gernsbach, Kreisliga A Nord), Sergej Miller (SV Weitenung, Kreisliga A Süd), Dennis Galler (SG Stollhofen/Söllingen, Kreisliga B4/B3), Stefan Hoppe (SV Mösbach, Kreisliga B4/B3).