Zwei, die gut miteinander können: Die führenden „Architekten“ der auf mehrere Jahre angelegten und jetzt vor dem erfolgreichen Abschluss stehenden „Gaggenauer Standortstrategie“ sind Werkleiter Matthias Jurytko (links) und Betriebsratschef Michael Brecht. | Foto: Dorscheid

Mercedes-Benz-Werk Gaggenau

Brechts Vision: Eine Batteriefabrik für den Standort

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Das große Werk „Standortstrategie“, in den Jahren 2012/13 von Standortleitung und Betriebsrat des Gaggenauer Mercedes-Benz-Werkes gemeinsam auf den Weg gebracht, hat den gewünschten Erfolg im Sinne von Beschäftigungssicherung gebracht und steht nun kurz vor dem Abschluss. Michael Brecht, Betriebsratschef in Gaggenau und Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Daimler, denkt aber schon weiter: Seine Zukunftsvision im Kontext neuer Technologien sieht den Aufbau einer Batteriefabrik am Standort Gaggenau vor.

Langer Vorlauf für Großprojekte

Diese Vision als auch die Umsetzung der Standortstrategie waren jetzt Themen der Betriebsversammlung. Im Pressegespräch im Anschluss sagte Brecht, dass der Betriebsrat („Er reagiert nicht nur, sondern er übernimmt selbst die Initiative“) noch viele Ideen habe, wie man den Standort weiterentwickeln und zukunftssicherer machen könne. Neben dem Ausbau des Kerngeschäfts solle auch in Komponenten im Zusammenhang mit der Elektromobilität investiert werden. Bei einem Vorlauf von rund vier Jahren für Großvorhaben sei jetzt der richtige Zeitpunkt, den Hut für eine Batteriefabrik („keine Zellfertigung“) in den Ring zu werfen; die räumliche Nähe der Benz-Werke Gaggenau und Rastatt, wo für Pkw und Nutzfahrzeuge gleichermaßen produziert wird, sei ideal, so Brecht.

„Standortstrategie“: Jetzt mehr Arbeitsplätze

Zuvor hatte in der Betriebsversammlung die erfolgreiche Umsetzung der Standortstrategie breiten Raum eingenommen; die neuen Produktionsflächen zum Ausbau des Wandlers wurden hier ebenso genannt wie die Umnutzung früherer Getriebeumfänge (NSG/TSG) im Werkteil Rastatt, die jetzt der Vorderachsmontage der Kompaktklasse sowie Rohbauumfängen zur Verfügung stehen. Unter dem Strich hat die mehrjährige „Standortstrategie“ nicht nur Beschäftigung abgesichert, sondern noch ein Plus von rund 50 Arbeitsplätzen geschaffen. Die Umsetzungen haben zu einem Gutteil, so Standortleiter Matthias Jurytko, höherwertige Beschäftigungen und bessere Vergütungen mit sich gebracht.

„Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt“

Die Beschäftigungszahl im Mercedes-Benz-Werk ist mit 6 950 Mitarbeitern, darunter 284 Leiharbeiter, weiter auf stabil hohem Niveau. Zum 1. November sind 55 Leiharbeiter übernommen worden, 20 „Befristete“ erhielten Festverträge. Jurytko: „Wir haben die höchste Kapazitätsauslastung derzeit, was sich 2018 fortsetzen wird. Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt.“ Nun gelte es, die Investitionen in weitere Kapazitäten so schnell wie möglich zu realisieren.

„Palo Alto im Murgtal“

„Palo Alto im Murgtal“ nennt Standortleiter Jurytko die Expertenrunde des Techniklabors Powertrain, die sich im Werk Gaggenau trifft, um die Digitalisierung etwa in der Produktionssteuerung oder der Logistik voranzutreiben. Zu Gast in der Betriebsversammlung war Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber, der das „Projekt Zukunft“ – die Bildung dreier selbstständiger Geschäftseinheiten unter dem Dach von Daimler – erläuterte.