Viele Hände schüttelte das Ehepaar Retsch am Eingang zur Festhalle.
Viele Hände schüttelte das Ehepaar Retsch am Eingang zur Festhalle in Weisenbach. | Foto: Götz

Amtsantritt

Daniel Retsch beginnt als Bürgermeister in Weisenbach

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Die Übergangszeit ist zu Ende, Weisenbach hat wieder einen Bürgermeister. Vor rund 300 Besuchern in der proppevollen Festhalle ist am Dienstagabend Daniel Retsch in sein Amt eingeführt worden. In seiner Antrittsrede nannte Retsch, der die Wahl am 30. Juni ganz knapp für sich entschieden hatte, konkrete Themen, die für ihn ganz vorne stehen.

Zuvor hatte Bürgermeisterstellvertreter Uwe Rothenberger, der in den vergangenen fünf Monaten nach dem Weggang von Bürgermeister Toni Huber ins Landratsamt ein viel gefragter Mann in Weisenbach war, die zahlreichen Gäste begrüßt, darunter auch viele Bürgermeister.

Zeit für die Eingewöhnung

„Daniel Retsch passt zu Weisenbach“, betonte Rothenberger; dies sei sein Eindruck, den er in den letzten Monaten gewinnen konnte. Klar sei aber auch, dass man dem neuen Bürgermeister Zeit geben müsse.

Ein bisschen verspüre ich Wehmut.

Wenn man so will, hielt Toni Huber in doppelter Funktion nachfolgend seine Rede: Als Landrat (der weiterhin in Weisenbach wohnt) wie auch als Ex-Bürgermeister, der ein rundes Vierteljahrhundert die Geschicke des Ortes mitgeprägt hat. Es sei schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn er nach nahezu 26 Jahren in dieser Halle erstmals als Landrat spreche, sagte Huber. „Ein bisschen verspüre ich Wehmut. Aber noch viel mehr Freude.“

Erster Gratulant: Bürgermeisterstellvertreter Uwe Rothenberger (rechts) oblag am Dienstagabend die Amtseinführung von Bürgermeister Daniel Retsch.
Erster Gratulant: Bürgermeisterstellvertreter Uwe Rothenberger (rechts) oblag am Dienstagabend die Amtseinführung von Bürgermeister Daniel Retsch. | Foto: Götz

Retsch folgt auf Huber

Er freue sich, dass der neue Mann an der Spitze mit seinem Wissen als Verwaltungsfachwirt und seiner Erfahrung als Hauptamtsleiter in Sasbach das Rüstzeug habe, Weisenbach weiter voranzubringen. Die Gemeinde dürfe stolz sein, dass sich mit Daniel Retsch und Christoph Kist zwei junge und geeignete Kandidaten um das Bürgermeisteramt beworben hatten.

Über eine lange Strecke war der Wahlkampf sehr fair und sachlich.

Auch die dunklen Schatten im Wahlkampffinale sparte Huber nicht aus: „Über eine lange Strecke war der Wahlkampf sehr fair und sachlich. Schade, dass quasi im Endspurt offenbar die Nerven blank lagen und sich Misstöne eingeschlichen haben.“ Er verwies auf das Johannes-Evangelium: „Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein“.

Vertrauen zum Wohl der Gemeinde

Diese Worte sollten wie eine Warnblinkanlage wirken, appellierte Huber; die Steine sollten weggeräumt und der Weg freigemacht werden für eine neue, erfolgreiche Ära in Weisenbach. Nach dem öffentlichen Bürgergespräch sei er sich sicher, dass das allseits gewünschte vertrauensvolle Miteinander zum Wohle der Gemeinde gelingen werde.

Der Job des Bürgermeisters hat heutzutage keine Komfortzonen.

Der Bürgermeisterberuf fordere den ganzen Menschen und die ganze Familie, so Toni Huber weiter. „Dazu kommen Herausforderungen wie der Klimawandel, die Digitalisierung, Integration oder der demografische Wandel. Der Job des Bürgermeisters hat heutzutage keine Komfortzonen.“ Und doch, an die Adresse von Retsch gerichtet: „Bürgermeister sein – zudem in Weisenbach – ist eine erfüllende und spannende Aufgabe.“