Einfach mal abtauchen: Das ist im beliebten Gaggenauer Hallenbad „Murgana“ (Archivfoto) derzeit nicht möglich und wird laut Stadtverwaltung wegen der Corona-Auflagen auch so schnell nicht möglich sein. Das Hallenbad ist im Murgtal das einzige Bad ohne eine konkrete Öffnungsperspektive. | Foto: Röder

Wegen Corona-Auflagen

Das Gaggenauer Hallenbad öffnet wohl erst im Herbst wieder

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Mehrere Bäder im Murgtal haben unter Corona-Auflagen inzwischen wieder geöffnet oder es gibt konkrete Termine, wann die Türen wieder offenstehen – außen vor bleibt bislang einzig das bei den Bürgern beliebte Gaggenauer Hallenbad „Murgana“.

Nach wie vor gibt es keinen Öffnungstermin, dies bestätigte Oberbürgermeister Christof Florus in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Einzig Schul- und Vereinssport, aber auch nur in reduzierter Form, ist derzeit möglich.

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Die besondere Situation des Hallenbades mache es sehr schwierig, den Corona-Auflagen nachzukommen, sagt die Stadt Gaggenau auf BNN-Nachfrage. Die Probleme liegen in der Umsetzung der „Corona-Verordnung Sportstätten“, die das Kultusministerium und das Sozialministerium in Stuttgart am 4. Juni verkündet haben.

Öffnet das Bad im Herbst?

Die Tendenz geht dahin, dass das Bad – bei einer bis dahin womöglich erfolgten Lockerung der Vorschriften – erst wieder im Herbst öffnen wird, eine genaue Prognose ist derzeit schwierig. Die Zwischenzeit nutzen die Stadtwerke als Träger der Einrichtung, um Betriebskosten einzusparen: Ein Teil des Personals befindet sich in Kurzarbeit, und die Wassertemperatur wurde abgesenkt, was spürbar die Heizkosten senkt.

„Als Stadtverwaltung ist uns bewusst, dass mit der Schließung viele Enttäuschungen bei Bürgerinnen und Bürgern verbunden sind“, teilt die Pressestelle im Rathaus mit. Theoretisch war laut Landesverordnung eine Öffnung der Bäder ab dem 6. Juni möglich, was aber in den meisten Fällen blanke Theorie blieb: Der Zeitraum zur Umsetzung für die vielen notwendigen Maßnahmen war einfach zu kurz. Von „einer Reihe von Auflagen und Vorgaben“ spricht nun auch die Gaggenauer Verwaltung.

Die Größe des Hallenbads erschwert das Abstandhalten

Die Umsetzung dieser Vorgaben scheint sich im Fall des Gaggenauer Hallenbades als besonders schwierig zu erweisen. Das Problem hier: Die begrenzte Fläche, die das Einhalten der Abstandsregeln wohl besonders schwierig macht. Vor allem: Es gibt nur ein großes Schwimmbecken, in dem die Bereiche für Schwimmer und Nichtschwimmer fließend ineinander übergehen, was eine Trennung erschwert.

Die Pressestelle im Rathaus teilt hierzu mit: „Beim Murganabad handelt es sich um ein Mehrzweckbecken, das zum einen in der Verordnung nicht explizit genannt wird und zum anderen auch nicht in mehrere Bereiche mit eigenen Absperrungen und Zugängen aufteilbar ist. Da im Kinderbecken der Abstand nicht eingehalten werden kann, muss dieses ohnehin nach aktueller Rechtslage geschlossen bleiben. Gleiches gilt für das Sprudelbecken, das aus Gründen der Aoerosolbildung ebenfalls gesperrt wäre.“

Der Betrieb wäre unter Corona-Auflagen nicht effizient

Die Verordnung nennt auch die Zahl der Badegäste, und es müssen im Becken Abstandsregeln beachtet werden. In Paragraf zwei der Landesverordnung werden laut Stadtverwaltung Quadratmeterzahlen für das Schwimmbecken und das Nichtschwimmerbecken vorgegeben.

Hinzu kommt: Im Vergleich zu anderen Hallen- und Freibädern verfügt das Murgana nur über geringe Frei- oder Aufenthaltsflächen, die bei einer Berechnung der Besucherzahl mit berücksichtigt werden könnten. Laut Stadtverwaltung wären für das Murgana 25 Schwimmer zulässig.

„Technisch wie auch personell ist dieser Aufwand der Zugangszulassung nicht möglich und auch der Badbetrieb nicht effizient,“ so die Pressestelle. Allerdings: Es gibt auch öfters Zeiten im Gaggenauer Hallenbad, in denen weniger als fünf Schwimmer im Becken zu finden sind.

Vereine trainieren in Schichten

Die Stadtverwaltung hat sich nach eigener Darstellung entschieden, das Hallenbad derzeit lediglich für den Schul- und Vereinssport zu öffnen. Aufgrund der geringen Zulassungszahlen müssen aber auch die Vereine in mehreren Schichten trainieren, damit alle Mitglieder zum Zuge kommen.

Die aktuelle Phase nutzen die Stadtwerke, um Betriebskosten einzusparen: „Die Nutzer – Abiturienten, die sich auf ihr Sportabitur vorbereiten, sowie die Vereinsmitglieder – geben sich zudem auch damit zufrieden, dass die Wassertemperatur lediglich bei 20 Grad liegt“, heißt es hierzu aus dem Rathaus.

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Geöffnet haben im Murgtal inzwischen das Kuppelsteinbad Ottenau, das Bernsteinbad in Sulzbach und das Latschigbad in Weisenbach (alle nur für Mitglieder der Trägervereine); auch das Thermalbad Rotherma in Bad Rotenfels ist längst wieder zugänglich. Andere Bäder wie das Montana in Forbach („frühestens 1. Juli“) oder die Gernsbacher Freibäder (voraussichtlich ab 10. Juli) haben konkrete Öffnungsperspektiven.