Großer Bahnhof in Gaggenau: Bei der Premierenfahrt der Stadtbahn ins Murgtal 2002 wollten viele Bürger dabei sein. Die Gesellschaft für kommunale Zusammenarbeit hatte lange darauf hingewirkt. | Foto: Mandic

30 Jahre GKM

Das Murgtal spricht mit einer Stimme

Im Juni 2002 war es soweit: Die erste Stadtbahn fuhr ins Murgtal. Groß war seinerzeit die Freude der Bürger, gerade aber auch jener, die unermüdlich auf die neue Anbindung hingewirkt hatten. Die „Gesellschaft für kommunale Zusammenarbeit Murgtal“ (GKM), in der sieben Kommunen vertreten sind, war nach Aussage von Christof Florus entscheidend am Erfolg des Projekts beteiligt. Als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung gab der Gaggenauer OB am Mittwoch in der Loffenauer Gemeindehalle einen Überblick über die Arbeit der GKM. Anlass war ihre Gründung vor 30 Jahren.

Murgtal bündelt politischen Kräfte

Die Murgtäler Kommunen hätten sich zusammengeschlossen, erklärte Florus, „um ihre politischen Kräfte zu bündeln“. So habe man die Möglichkeit, für die Region bedeutsame Projekte zu initiieren und bei ihrer Realisierung zu begleiten. Gegründet wurde die GKM ursprünglich am 17. Dezember 1987 als „Wirtschaftsförderungsgesellschaft Murgtal“. Ihr gehören die Städte Gaggenau und Gernsbach sowie die Gemeinden Loffenau, Weisenbach, Forbach, Kuppenheim und Bischweier an.

Breite Themenpalette

1992 wurde sie zur GKM umfirmiert, um stärker als Instrument in der kommunalen Zusammenarbeit zu fungieren. Die Gesellschaft setzt sich für Interessen der Murgtalgemeinden in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Tourismus, Landschafts- und Umweltschutz sowie Industrie und Gewerbe ein. Die Zusammenarbeit erstreckt sich ferner auf die Themenfelder Bildung, Kultur, Sport, Naherholung und Soziales.

Erfolgsgeschichte Bahnanbindung

Mittlerweile habe man viel auf den Weg gebracht, resümierte Florus. Neben der „überlebenswichtigen“ Anbindung an das Stadtbahnnetz nannte er die Gründung des Tourismuszweckverbands „Im Tal der Murg“ 2006 und die Einführung des Premiumwanderwegs „Murgleiter“ 2008. Weitere Leistungen seien die Koordinierung innerhalb der Kommunen zur Flüchtlingspolitik des Kreises und die finanzielle Unterstützung des Präventionsvereins „Lebenswertes Murgtal“.

Von der Windkraft bis zum Schwarzwild

Die Abstimmung beim Ausbau der Windkraft, die Reduzierung des Schwarzwild-Bestandes sowie ein gemeinsames Auftreten für den Erhalt der HLA Gernsbach und der Carl-Benz-Schule in Gaggenau fanden ebenfalls Erwähnung. Durch ihren Sitz im Steuerungskreis der Wirtschaftsregion Mittelbaden (WRM) habe die Gesellschaft überdies einen direkten Einfluss auf die Gewerbepolitik des Landkreises.

Die GKM hat sich hervorragend entwickelt

Florus würdigte ausdrücklich das Engagement der Gründungsväter, die durch die Ex-Bürgermeister Gerhard Faißt (Weisenbach), Werner Trauthwein (Kuppenheim) und Erich Steigerwald (Loffenau) vertreten waren. Die GKM habe sich „hervorragend entwickelt“, sagte Faißt. Anfangs, räumte er ein, habe er ihr „nicht so viel zugetraut“.