Der Rastatter Landrat Toni Huber und der Wildtierbeauftragter Martin Hauser vor der Falle, in die Luchs „Toni“ tappte.
Der Rastatter Landrat Toni Huber und der Wildtierbeauftragter Martin Hauser vor der Falle, in die Luchs „Toni“ tappte. | Foto: pr

„Toni“ gefällt es im Murgtal

Der erste Luchs im Kreis Rastatt heißt wie der Landrat

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Nach dem Rastatter Landrat Toni Huber, selbst passionierter Jäger, wurde der erste im Murgtal heimische Luchs benannt. Zusammen mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg gelang es dem Wildtierbeauftragten Martin Hauser, das Tier zu fangen und mit einem Sender auszustatten.

Der erste im Murgtal heimisch gewordene Luchs trägt den den selben Vornamen wie der Rastatter Landrat. „Das war mein Vorschlag“, räumt der Wildtierbeauftragte des Landkreises Rastatt, Martin Hauser, im Gespräch mit dieser Zeitung schmunzelnd ein.

Immerhin wurde die scheue Raubkatze erstmals im Dezember von einer Wildtierkamera im Weisenbacher Gemeindewald fotografiert, wo der passionierte Jäger und heutige Landrat Toni Huber viele Jahre als Bürgermeister amtierte.

In enger Absprache mit den Jagdpächtern wurde vor 14 Tagen von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg eine Lebendfalle im Raum Gernsbach aufgestellt. „Das ist wirklich eine kleine Sensation“, freut sich der Wildtierbeauftragte Martin Hauser über den schnellen Fangerfolg. Den genauen Standort verrät er nicht, um nicht Schaulustige anzulocken. „Höchste Priorität hat der Schutz des Tieres.“

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Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt stattet Luchs mit Sender aus

Es handelt sich um den selben Luchs, der im Dezember in eine Fotofalle des Weisenbacher Jagdpächters Christoph Wittemann tappte, wie der Fellmustervergleich bestätigte, ein gutgenährtes männliches Jungtier.

Offensichtlich gefällt es „Toni“ im Murgtal mit seinen großen zusammenhängenden und wildreichen Waldgebieten. Hauser: „Ein Luchs wandert immer dorthin, wo er leicht Beute machen kann und die Störungen gering sind.“ Bislang wurde die Katze mit den markanten Pinselohren nur rechts der Murg gesichtet im Grenzgebiet zum Nachbarlandkreis Calw.

„Es gibt nach jedem Bericht immer ein paar Anrufer, die sagen, sie haben einen Luchs gesehen, die Möglichkeit ist äußerst gering“, betont Martin Hauser, der seit 1. Oktober eine 100 Prozentstelle als Wildtierbeauftragter hat. Derzeit ist er täglich mit der Peilantenne im Wald unterwegs, um die Wanderrouten des Tiers mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B3001 kennenzulernen.

Großkatze wandert aus der Schweiz in den Schwarzwald ein

Wahrscheinlich ist „Toni“ aus der Schweiz zugewandert. Seit 2004 konnten 13 Luchse in Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Fünf Luchse wurden bisher mit einem Halsbandsender ausgestattet, der Landesjagdverband übernahm die Patenschaft für die Tiere.

Auch die Murgtäler Jäger sehen keine Probleme: „Ich befürworte die Rückkehr des Luchses, finde es gut, dass er wieder da ist“, sagt Kreisjägermeister Frank Schröder (Gaggenau).

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„Der Luchs ist extrem scheu, ich glaube nicht, dass er so weit runterkommt“, sieht der Gausbacher Tierhalter Christian Striebich die Großkatze nicht als Bedrohung für seine Schafe und Ziegen.

Information
Die FVA bittet, Luchshinweise unter der Nummer 07 61 / 4 01 82 74 oder an info@wildtiermonitoring.de zu melden.