Beim Lachyoga-Kurs werden viele pantomimische Hilfsmittel eingesetzt. Nach jeder Übung sprechen die Teilnehmer einen „Kraftsatz“.
Beim Lachyoga-Kurs werden viele pantomimische Hilfsmittel eingesetzt. Nach jeder Übung sprechen die Teilnehmer einen „Kraftsatz“. | Foto: Dürr

Lachen ist die beste Medizin

Mit Lachyoga Stress abbauen: Der Jammerlappen wird rausgeschmissen

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„Es gibt ihn wirklich“, erklärt Ilona Kintzel, „den belastenden Jammerlappen im Kopf und von dem befreien wir uns jetzt.“ Mit geballten Fäusten greift die Lachyogalehrerin hinter ihr Haupt, beugt die Knie, geht weit nach vorne und zieht dabei laut lachend, langsam an einer unsichtbaren, immer länger werdenden Schnur.

Die anderen Lach-Yogis tun es ihr gleich, dabei durchdringt schallendes Gelächter den Raum. „Und jetzt schmeißen wir den Jammerlappen aus dem Fenster!“, weist die Lachyogalehrerein an und holt mit weitem Schwungarm vor der Fensterfront aus.

„Etwas gewöhnungsbedürftig seien die Übungen anfänglich schon gewesen“, sie habe sich gefühlt wie im Kindergarten, erzählt eine 80-jährige Gaggenauerin im BNN-Gespräch. Mittlerweile ist sie schon seit zwei Jahren regelmäßig dabei, wenn sich die Lachgruppe trifft und sie pflegt zudem über WhatsApp den geselligen Kontakt zu den anderen Teilnehmern.

Im Sommer finden die Übungen im Freien statt

Das gemeinschaftliche miteinander Lachen ist auch aus dem Leben von Nobert Rehner nicht mehr wegzudenken, „es tut mir gesundheitlich richtig gut“. Noch schöner sei es, wenn im Sommer die Übungsstunden im Freien abgehalten werden und erstaunte Passanten anfangen würden, einfach mitzulachen, erzählt Nobert.

Das Lachyoga wurde 1995 von dem indischen Arzt Dr. Madan Kataria erfunden. Bei seinen Recherchen zum Thema „Lachen ist die beste Medizin“, stieß er auf eine Flut von wissenschaftlichen Belegen über die Glückshormone, die der Körper bei lang anhaltendem Lachen ausschüttet und die dabei helfen, den Stress abzubauen und das Immunsystem zu stärken.

Dabei stellte er fest, dass das Gehirn nicht unterscheiden kann, ob das Lachen simuliert oder echt ist. So wurde die Idee „Lachen ohne Grund“ erfunden. Gemeinsam mit seiner Frau Madhuri einer Yogalehrerin, entwickelte der Arzt Techniken das Lachyoga als eine Mischung aus entspannenden Atemübungen, Stretching oder pantomimischen Lachübungen.

„Lachbewegung“ mit Tausenden von Lachclubs

Seitdem ist aus diesem ersten Lachclub in Mumbai eine überwältigende, weltweite Lachbewegung mit Tausenden von Lachclubs geworden. Erstmals leitete Ilona Kintzel alleine die Lachgruppe des Lachclubs Gaggenau, der von Ellen Zaum gegründet wurde.

Nach den ersten Auflockerungsübungen und dem herzlichen Anlachen bei der Vorstellungsrunde, herrscht eine lockere Stimmung, die zum Mitlachen einlädt. Pantomimische Hilfsmittel, wie das Leben doch mal durch die imaginäre „Humorbrille“ zu betrachten, mit dem vergrößerten „Rharbarberblattohr“ die Nachbarn zu belauschen oder gemeinsam die Juxrakete steigen zu lassen, helfen dabei als Gelächterverstärker. Nach jeder Übung sprechen die Teilnehmer einen gemeinsamen „Kraftsatz“ und flechten anschließend eine Lockerungsübung ein.

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Dürr

Die Lachyoga Übungen finden jeden zweiten und vierten Samstag um 10.30 Uhr im Helmut-Dahringer-Haus statt. Eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenfrei.