Florian Herrmann - in der Mitte, mit grüner Mütze - ganz oben auf dem Treppchen bei der Ski-WM der Gastronomen im österreichischen Ischgl. | Foto: privat

Ski-WM der Gastronomen

Der schnellste Koch auf der Piste kommt aus Gernsbach

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Florian Herrmann lässt nichts anbrennen – weder als Koch am Herd noch auf Skiern auf der Piste. Der 24-jährige Gernsbacher hat bei der Ski-Weltmeisterschaft der Gastronomen im österreichischen Ischgl den ersten Platz ergattert.

Eine wichtige Info zu Beginn: Florian Herrmann ist nicht abgehoben. Der 24-jährige Koch aus Gernsbach hat bei der Ski-Slalom-Weltmeisterschaft der Gastronomen im österreichischen Ischgl im Wettlauf der Köche den ersten Platz geholt – und ist dennoch ganz bescheiden: „Das ist in erster Linie ein großer Spaß, nicht mehr. Mit einem echten Skiverband oder mit Vereinssport hat das ja nichts zu tun“, sagt er im Gespräch mit bnn.de.

Florian Herrmann in Ischgl auf der Piste. | Foto: privat

Zwei Tage lang rasten in den Alpen die Gastronomen auf 2.400 Metern Höhe um die Wette. Insgesamt waren die Starter in zwölf verschiedene Kategorien eingeteilt – Hoteliers, Gastronomen, Barkeeper, Kellner und Winzer machten die Weltmeister jeweils unter sich aus. Und unter den Köchen schaffte es der 24-Jährige Gernsbacher auf den ersten Platz, in 52,27 Sekunden fuhr er die Strecke, mit fast einer Sekunde Vorsprung auf Platz zwei. „Das war ein schöner Wettbewerb, bei dem aber der Spaß im Vordergrund steht“, erzählt Herrmann. In seiner Kindheit sei er im Nordschwarzwald viel Ski gefahren. „Mit Beginn der Ausbildung habe ich aber dann aufgehört – aus Zeitgründen.“

Bei so einem Treffen bekommt man viel Kontakt zu Kollegen.

Florian Herrmann

267 Teilnehmer aus 15 Nationen gingen in Ischgl laut Veranstalter an den Start. Die meisten Fahrer stammten aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Südtirol. „Bei so einem Treffen bekommt man viel Kontakt zu Kollegen“, erzählt der 24-Jährige, der im normalen Leben im Bildungszentrum Haus Lautenbach der Daimler AG in Gernsbach arbeitet und dort Teilnehmer von Schulungen oder Tagungen bekocht. Beispielsweise, erzählt er, hat er dort einen Koch kennengelernt, der aus Kiel stammt, in den Wintermonaten in Ischgl arbeitet und in den Sommermonaten auf Mallorca kocht. Mit einem anderen Kollegen aus dem Schwarzwald will er bei der nächsten Ski-WM in Ischgl eine Schwarzwald-Mannschaft auf die Beine stellen. „Dieses Event gibt Mitarbeitern aus Gastronomie und Hotellerie die Möglichkeit, sich sportlich zu messen und untereinander zu kommunizieren“, fasst Veranstalter Thomas Schreiner den Kern der Ski-WM der Gastronomen zusammen – und wenn man den Erzählungen von Florian Herrmann lauscht, trifft er damit ins Schwarze.

Wenn er nicht Ski fährt, arbeitet Florian Herrmann als Koch im Bildungszentrum Haus Lautenbach der Daimler AG in Gernsbach. | Foto: privat

Zu verdanken hat der Gernsbacher seinen Weltmeistertitel nicht nur seinen eigenen Fähigkeiten, sondern auch seinem Bruder: Der entdeckte nämlich auf Instagram den Wettbewerb in den österreichischen Alpen. „Ich hatte noch zwei Urlaubstage übrig“, erzählt der 24-Jährige. „Da dachte ich mir, ich mache mit. Und dann wurde aus dem Jux mehr.“ 20 Euro Startgebühr musste er bezahlen und seine Arbeit als Koch nachweisen, dann war er bei der Ski-WM dabei. Seine Freundin, sein Vater und ein Bruder begleiteten ihn nach Österreich. „Insgesamt waren 200 bis 300 Leute vor Ort mit dabei“, schätzt er.

Nach zwei Tagen WM stand Herrmann dann nach seinem Triumph in den Alpen ohne Verschnaufpause wieder in Gernsbach in der Küche. Die Chefin habe alkoholfreie Cocktails zur Feier des Tages organisiert, erzählt er, viele Kollegen hätten sich mit ihm gefreut und seien stolz – und auch zahlreiche Bekannte hätten sich gemeldet und gratuliert. Im nächsten Jahr will Florian Herrmann nicht nur in Ischgl an den Start gehen –  auch die Daimler-Konzernmeisterschaft ist im Terminkalender eingeplant.