ERSTER GRATULANT nach der Amtsverpflichtung war Friedebert Keck, der Jasmin Christ einen Blumenstrauß überreichte. | Foto: Susanne Dürr

Julian Christ verpflichtet

„Die Bürger vertrauen Ihnen“

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Das angespannte Klima im Gemeinderat, das Pfleiderer-Areal, persönliche Angriffe gegen Beschäftigte des Rathauses – in seiner Antrittsrede als neuer Bürgermeister von Gernsbach hielt Julian Christ nicht hinter dem Berg und legte den Finger gleich in mehrere Wunden. Das alles müsse sich ändern, so der neue Rathauschef.

Neues Kapitel der Zusammenarbeit

„Wir müssen ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit aufschlagen. Bisherige Konflikte müssen ein Ende finden und ein konstruktives Klima im Gemeinderat Einzug halten.“ Auch deshalb habe er bereits frühzeitig den Gemeinderat zu einer zweitägigen Klausur eingeladen
Eröffnet hatte den Abend in der Gernsbacher Festhalle Bürgermeister-Stellvertreter Friedebert Keck, der Julian Christ auf sein Amt verpflichtete. „Sie haben einen fulminanten Wahlkampf geführt und sich für die Stärken und Notwendigkeiten der Stadt interessiert“, so Keck. Das Wahlergebnis von 83,6 Prozent sei ein riesiger Vertrauensvorschuss. In seiner Amtszeit solle Christ die Potenziale heben und die Stärken der Stadt pflegen.

Willkommen in der Bürgermeisterfamilie

Ein herzliches Willkommen in der Bürgermeisterfamilie entbot Weisenbachs Bürgermeister Toni Huber, als Sprecher für die Bürgermeister des Landkreises. Huber hatte es sich am Tag seines Geburtstags nicht nehmen lassen, bei der Verpflichtung seines Amtskollegen anwesend zu sein. „Ihr Superwahlergebnis gibt Ihnen mit Sicherheit einen guten Start“, so Huber. „Wir Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind eine große Familie. Dieser Verbund auf Augenhöhe ist wichtig. Wir kennen alle die Probleme, die man als Bürgermeister so hat und können uns gegenseitig unterstützen. „Behalten Sie Ihre Eigenschaften bei, die die Bürger veranlasst haben, Sie zu wählen. Dann werden Sie auch ihr Vertrauen gewinnen“, so Huber.
„Ihr intensiver professioneller Wahlkampf, in den Sie sechs Wochen Urlaub und viel Herzblut investiert haben, hat sich gelohnt.“

Gernsbacher honorieren intensiven Wahlkampf

„Die Gernsbacher haben Ihren Einsatz honoriert. Sie setzen auf Ihre Qualifikation, auf Ihren Mut und freuen sich auf Ihre Ideen. Und nach ein bisschen Sand im Getriebe im Prozedere durch eine leidige Wahlanfechtung, dürfen Sie nun vorerst als Amtsverweser und bald als rechtmäßiger Bürgermeister anpacken. Ich freue mich für Sie und überbringe gerne die Glückwünsche des Kreistages und der Landkreisverwaltung“, ehrte Landrat Jürgen Bäuerle den jungen Bürgermeister.
„Sie, haben nun die Verantwortung für diese Stadt übernommen. Die Bevölkerung vertraut Ihnen. Das ist nicht nur eine sehr schöne Aufgabe, es bedeutet auch eine Verpflichtung. So fleißig und kreativ wie Sie Ihren Wahlkampf gestaltet haben, werden Sie sicherlich auch Ihr Amt ausfüllen. Sie haben nicht nur die Stimmen der Gernsbacher gewonnen, sondern auch ihre Herzen. Jetzt liegt es an Ihnen, mit diesem Vertrauens- und Sympathievorschuss die Stadt weiter zu entwickeln.“ Grußworte für die Religionsgemeinschaften sprach Dekan Josef Rösch.

Zeit genug für echte Fortschritte

Mit der Präsenz bei der Bewerbervorstellung, dem Wahlabend und vielen anderen Terminen zuvor habe die Bevölkerung ihm gezeigt, dass ihr Gernsbach wichtig sei, so Christ. „Meine Amtszeit von acht Jahren – mit Bewerbung um Wiederwahl – werden mir gemeinsam mit Ihnen genug Zeit geben echte Fortschritte für unsere Stadt zu erzielen.“
Die Gemeinderäte bat Julian Christ um eine konstruktive Zusammenarbeit. Gute Ideen und konstruktive Vorschläge seien von jeder Fraktion und jedem Stadtrat herzlich willkommen. „Denn letztlich tragen wir alle dazu bei, dass Gernsbach und seine Ortsteile in der Region als lebenswerte Gemeinde und guter Wirtschaftsstandort wahrgenommen werden – oder als Ort der Stagnation.“ Für seine Frau Jasmin und ihn sei Gernsbach ist mit der Wahl am 9. Juli zum Zuhause geworden“.
Musikalische Gäste waren der Pianist Michal Bialk und die ASG Big Band.