Mehr Fläche benötigt die Firma Gerhard Lang Schrott- und Metallrecycling. Geplant sind unter anderem der Neubau einer Lkw-Halle, einer Verladehalle mit zwei Gleisen und eines Containerabstellplatzes,. | Foto: Mandic

Gemeinderat stimmt zu

Die Gaggenauer Firma Lang will deutlich expandieren

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Die Firma Gerhard Lang Schrott- und Metallrecycling, die aktuell im Gewerbegebiet von Gaggenau-Bad Rotenfels eine Fläche von gut 70 000 Quadratmetern belegt, plant eine Erweiterung um rund 47 000 Quadratmeter – und zwar nach Nordwesten, also in Richtung Bischweier. Formell ist zur Einleitung dieses Verfahrens sowohl eine Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes wie auch ein erneuter Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Kleine Feldele“ notwendig; in beiden Fällen stimmte der Gemeinderat Gaggenau am Montagabend einstimmig zu. In nicht öffentlicher Sitzung seien die Gemeinderäte von Kuppenheim und Bischweier vorab bereits informiert worden, sagte OB Christof Florus zu Beginn der Gaggenauer Ratssitzung.

„Flächen sind ausgeschöpft“

Die Firma Lang erfasst und recycelt hochwertige Metallabfälle der Industrie und liefert die hierbei gewonnenen Sekundärrohstoffe an Schmelzbetriebe. Der geschäftsführende Gesellschafter Martin Lang sprach vor dem Gemeinderat davon, mit der Erweiterung die innerbetrieblichen Abläufe optimieren zu können. Vor der Sitzung sagte Martin Lang im BNN-Gespräch: „Wir sind in den letzten Jahren erfolgreich unterwegs gewesen und konnten neue Kunden gewinnen. Die bestehenden Flächen sind ausgeschöpft.“

Firma nutzt den Bahnanschluss

Der Bahnanschluss sei für die Firma sehr bedeutend, „wir wollen auch weiterhin umweltschonend unterwegs sein“. Unter anderem soll eine Verladehalle mit zwei Verladegleisen für rund 20 Waggons neu gebaut werden. Die Erweiterung soll laut Martin Lang auch dazu genutzt werden, die Verladung von Metallabfällen statt wie bisher im Freien zukünftig innerhalb der neuen Verladehalle vorzunehmen – der Lärm werde also weniger. Dies führten auch die beiden Planer in der Sitzung mit Blick auf die zu errichtenden Lärmschutzwände beziehungsweise -wälle um das Gelände aus. Die Immissionsprognose laut TA Lärm sei fertiggestellt, die gesetzlichen Richtwerte würden eingehalten; tagsüber würde die neue Situation sogar eine Verbesserung bringen, und während der Nacht (22 bis 6 Uhr) würde zumindest keine Verschlechterung eintreten.

Neue Halle wird 19 Meter hoch

Bis zum Frühjahr 2019 soll der erforderliche Satzungsbeschluss stehen, Ende 2019/20 soll dann mit den Bauarbeiten begonnen werden, so der derzeitige Zeitplan. Zu der baulichen Expansion zählen vor allem eine neue Verladehalle (19 Meter hoch, für Bagger-Verladungen) und eine Lkw-Halle, hinzu kommt der Neubau eines Sozialgebäudes für die inzwischen rund 185 Mitarbeiter. Andreas Paul (CDU-Fraktion) sprach davon, „der Firma eine Entwicklungsmöglichkeit bieten zu können“; für die SPD sah Gerd Pfrommer das Vorhaben „tragbar auch für die Nachbargemeinden“. Der Artenschutz dürfe nicht vergessen werden, mahnte Eric Peplau (Grüne); Bürgermeister Michael Pfeiffer sagte, dass das Artenschutzkonzept für diese durchaus wertige Fläche wie auch der Biotopausgleich bereits ausgearbeitet und mit dem Landratsamt Rastatt abgestimmt worden sei.