Kamera
Begeisterter Gipfelstürmer: Der junge Robert Reiter (links) um 1960 beim Bergsteigen mit Freunden. | Foto: privat

Robert Reiter aus Freiolsheim

Die Kamera war ein ständiger Begleiter

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In Freiolsheim war Robert Reiter bekannt wie ein bunter Hund. Nicht nur, weil er in der Dorfgemeinschaft aktiv und Gründer des Musikvereins war. Einen Namen gemacht hat sich der passionierte Hobbyfilmer auch dank seiner unzähligen Aufnahmen, die das Dorfgeschehen seit den 50er-Jahren dokumentieren. Ob die 750-Jahr-Feier der damals noch eigenständigen Gemeinde 1970, ob Konzerte, Arbeit in der Landwirtschaft oder Skiausflüge – wann immer das Dorf auf den Beinen war, stand Reiter hinter der Kamera.

Dorfgeschichte mit der Kamera eingefangen

Seiner Familie hat er fast 40 Jahre Freiolsheimer Geschichte hinterlassen. Nun gewährte sein Sohn Wolfgang den BNN einen Blick in die „Schatzkiste“ seines 2006 gestorbenen Vaters. Mehr als 100 Filme zeigen das Leben auf dem Dorf und darüber hinaus. Einige davon hat Wolfgang Reiter im Rahmen des Projekts „Zurückgespult“ zur Digitalisierung in der BNN-Geschäftsstelle Gaggenau vorbeigebracht.

Heimatfilme aus Freiolsheim

Zu sehen sind Aufnahmen vom Gaggenauer Jahrmarkt in den Siebziger Jahren, der Landesgartenschau in Karlsruhe 1967 und einer Radtour Reiters von der Murgquelle hinab bis zum Rhein. „Mein Vater war sehr viel in der Natur unterwegs“, erzählt Wolfgang Reiter. Heimatfilme von Robert Reiter zeigen Feste, Auftritte des Freiolsheimer Musikvereins, Ausflüge, aber auch Hausschlachtungen und Menschen bei der Feldarbeit. Ein weiterer Film widmet sich historischen Gebäuden, von den Schlössern in Rastatt und Karlsruhe bis zum Kloster Maulbronn.

Familie als Darsteller

„Einmal ist er sogar mit einem Freund im Hubschrauber geflogen und hat aus der Luft gefilmt“, erinnert sich Wolfgang Reiter. Der Filius wuchs mit der Filmleidenschaft seines Vaters auf, wirkte bei privaten Drehs ein ums andere Mal als Darsteller mit. Später stand auch Enkel Nicolas vor der Kamera.

Begeisterter Bergsteiger

Seine ersten Aufnahmen machte Robert Reiter, ein begeisterter Bergsteiger, in den 50er-Jahren in den Alpen. Zunächst waren es Dias, die er bei Versammlungen des Deutschen Alpenvereins zeigte, später dann Filme.

Da werden viele Erinnerungen lebendig

„Normal-8, Super-8, VHS – mein Vater hat fast alle technischen Neuerungen mitgemacht“, sagt Wolfgang Reiter, der heute die erste Anlaufstelle in Freiolsheim ist, wenn es um historische Filmaufnahmen geht. Bei Festen und Vereinsveranstaltungen werden sie noch immer gerne gezeigt, auch bei Seniorennachmittagen.

Sohn bespricht Bilderserie

„Da werden viele Erinnerungen wieder lebendig“, sagt Reiter, der die eindrucksvollsten Bilder seines Vaters von damals dem heutigen Freiolsheim in einer Fotoschau gegenübergestellt hat. Weil die Namen der fotografierten Menschen meist unklar waren, gestaltete sich die Arbeit sehr aufwendig. Fast ein halbes Jahr recherchierten Reiter und ein Bekannter, mit dem er die 40-minütige Bilderserie kommentiert hat, bis das Werk vollendet war.

Viel Herzblut investiert

Ähnlich akribisch muss einst sein Vater seinem Hobby nachgegangen sein. „Er war oft stundenlang mit dem Schnitt der Filme beschäftigt“, erinnert sich Witwe Lioba Reiter noch heute: „Und wenn wir einen Ausflug gemacht haben, dann nie ohne seine Kamera“.

Service
Noch bis 29. April können Sie Ihr Filmmaterial bei den Geschäftsstellen der BNN abgeben oder versenden an: BNN, Aktion: Zurückgespult, 76147 Karlsruhe. Legen Sie eine kurze Beschreibung sowie Name, Anschrift, Telefonnummer und Mail-Adresse bei. Zusätzlich zum Original erhalten Sie nach einigen Wochen Bearbeitungszeit ihre digitalisierte DVD nach Hause. Weitere Infos unter Telefon (08 00) 1 11 02 11 oder online auf http://www.zurückgespult.de.