Endlich geschafft: Nach zweijähriger Bauzeit konnte das bislang größte und teuerste Projekt in der Geschichte der Gemeinde Weisenbach, die sanierte Weinbergstraße, wieder offiziell freigegeben werden. | Foto: Keller

Weinbergstraße in Weisenbach

Die Kosten sind im Rahmen geblieben

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Von Georg Keller 

Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde das größte Bauprojekt der Gemeinde Weisenbach der vergangenen Jahrzehnte abgeschlossen – und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zur feierlichen Einweihung der sanierten Weinbergstraße waren am Montagabend Vertreter der Gemeinde, der beteiligten Firmen und Planungsbüros, Anwohner und natürlich Kinder vom Kindergarten St. Christophorus gekommen: Sie hatten den besten Ausblick auf die Baumaschinen, mussten aber auch den Baulärm aushalten.

Bislang größtes und teuerstes Projekt der Gemeinde

Insgesamt 2,9 Millionen Euro wurden für die Sanierung der Ver- und Entsorgungsleitungen sowie des Straßenbelags und der Stützmauer verbaut. Davon entfielen 1,46 Millionen Euro auf öffentliche Zuschüsse, der Eigenanteil der Gemeinde belief sich auf 1,45 Millionen Euro, so Bürgermeister Toni Huber. Hervorzuheben und bei einem Großprojekt wie diesem heute längst nicht mehr selbstverständlich: „Der Kostenrahmen konnte eingehalten werden“, erklärte Huber.

Haushaltslage ließ Sanierung lange nicht zu

Die ersten Überlegungen, die Weinbergstraße, die den Bereich oberhalb der Bahnlinie erschließt, zu sanieren, gehen zurück bis ins Jahr 1999. Allerdings ließ die Haushaltslage der Gemeinde Weisenbach viele Jahre die Finanzierung nicht zu. „Der Durchbruch ist uns gelungen, als das Gebiet in das Landessanierungsprogramm aufgenommen wurde“, so Bürgermeister Toni Huber.

Start des Projekts im September 2016

Im September 2016 rückten die Bauarbeiter an, der erste Bauabschnitt beinhaltete den Bau von zwei technisch anspruchsvollen bis zu neun Meter tiefen Erschließungsschächten und der Unterquerung der Bahnlinie. Nach einer zweimonatigen Baupause begann im März 2017 der zweite Bauabschnitt mit der eigentlichen Straßensanierung.

Wir sind von Haustür zu Haustür gegangen, um die Planungen vorzustellen.

Toni Huber, Bürgermeister von Weisenbach

In zwei Bürgerinformationsveranstaltungen wurden die Anwohner vorab über die Zeitpläne in Kenntnis gesetzt. Mehr noch: „Wir sind von Haustür zu Haustür gegangen, um die Planungen vorzustellen“, sagte BM Toni Huber. Dennoch waren Einschränkungen unumgänglich: „Ich möchte deshalb Dankeschön sagen an alle Anlieger und Anwohner“, betonte Huber.

Einschränkungen während der Bauphase

Während der Bauzeit mussten sie mit erheblichem Lärm, Dreck, Staub und Verkehrseinschränkungen leben. Auch die Mülltonnen mussten zu zentralen Sammelplätzen gebracht werden. Zwei Gewerbebetriebe waren für Kunden nur eingeschränkt erreichbar. Trotzdem blieb das Verhältnis zwischen Gemeinde und Anwohnern so gut, dass drei Familien sich bereit erklärten, Teile ihres Grundstückes zu verkaufen, damit ein durchgängiger Fußgängerweg zum Kindergarten und zusätzliche Parkplätze entstehen konnte.

Lob an Planer

Zum Schutz der Kindergartenkinder wurde auf einer Länge von rund 100 Meter ein verkehrsberuhigter Bereich mit Schritttempo eingerichtet sowie zwei Fahrbahnverengungen als zusätzliche Tempobremsen. Bürgermeisterliches Lob gab es für Planer Klemens Mercsanits vom Büro Baumeister aus Sinzheim sowie die ausführende Baufirma Reif aus Rastatt/Forbach, vertreten durch den technischen Geschäftsführer Alexander Klöcker, die Bauleitung und den Polier vor Ort, Andreas Fritz. Bevor die offiziellen Vertreter daran gingen, das Band zu zerschneiden und die Weinbergstraße wieder für den Verkehr freizugeben, meldeten sich die Kindergartenkinder lautstark und sympathisch mit einem Lied: „Wir sind die Kleinen in der Gemeinde, doch ohne uns geht gar nix.“ Als Erinnerung bekam jedes Kind ein Stück vom Absperrband.