Hinter dem Tresen standen Lydia und Hans-Peter Wenzler in den vergangenen Jahrzehnten häufig. Nun verabschiedet sich das Ehepaar aus Ottenau. | Foto: Kocher

Abschied in Ottenau

Ehepaar Wenzler gibt Sportgaststätte auf

Von Joachim Kocher

„Ihr wart in den vergangenen Jahrzehnten wahrhaft die Seele der Sportgaststätte Ottenau.“ Dies sagte der Vorsitzende der Sportvereinigung Ottenau (SVO), Manfred Striebich, gegenüber dem Pächterehepaar Lydia und Hans-Peter Wenzler. Die Beiden führten rund 35 Jahre die „Spoga“ in Ottenau, außerdem waren sie fünf Jahre Pächter des „Augustiner“. Während dieser Zeit hatten sie auch nebenher den Kiosk im Kuppelsteinbad betrieben. Insgesamt war Hans-Peter Wenzler 40 Jahre Gastronom und Wirt. Am 28. Dezember endet die Ära des Wirte-Ehepaars.  

Übernahme bereits 1976

Wenzler, der am 13. September 1950 in Lichtental geboren und in Gaggenau aufgewachsen ist, absolvierte bei der Firma C. F. Werner eine kaufmännische Ausbildung und war bis 1976 bei dem Großhandelsunternehmen tätig. Noch im selben Jahr übernahm er gemeinsam mit einer Geschäftspartnerin die Sportgaststätte Ottenau. Wenzler hatte schon zuvor Gefallen an der Gastronomie gefunden und half in seiner Freizeit immer wieder in der Degler-Gaststätte aus. 1978 machte er sich selbstständig und führte die Sportgaststätte zunächst allein weiter.

Es funkte in der Gaststätte

1981 lernte der Gastronom seine heutige Ehefrau Lydia in der Sportgastsstätte in Ottenau kennen, die in „St. Georgen“ in Oberösterreich aufgewachsen ist. Ihre Eltern führten dort einen großen Landgasthof mit Metzgerei und sie selbst absolvierte daher eine Ausbildung im gastronomischen Gewerbe. Nach ihrer Ausbildung war die geborene Lydia Lener in verschiedenen Hotels tätig, unter anderem im Sacher-Hotel Salzburg sowie in Seefeld und im Schloss Fuschel.

Wirt sein bedeutet nicht nur hinter dem Tresen zu stehen

Nachdem sich die beiden näher kennengelernt hatten, stellte Wenzler seine heutige Frau ein, die „umgehend das Kommando in der Küche übernahm“. Zwei Jahre später wurde Hochzeit gefeiert. In den Jahren 1989/90 war das Wirtsehepaar auch in den Neubau der Sportgaststätte eingebunden.

Gastwirt aus Leidenschaft

„Wirt sein bedeutet nicht nur hinter dem Tresen zu stehen“, sagt Hans-Peter Wenzler, „da gehört mehr dazu, wie der Einkauf, die Buchhaltung, die Planung und der Einsatz von Mitarbeitern.“ Der Job sei abwechslungsreich und mache ihm noch immer Spaß. In all den Jahren hatten die Wenzlers zahlreiche Stammgäste, die von Rastatt bis Forbach kommen.

Abschied vom Ehepaar Wenzler

„Wichtig war uns der Spagat zwischen Sportgaststätte und Restaurant“, erklärt Lydia Wenzler. Man habe nie den Charakter der Sportgaststätte verlieren wollen. Ihr jahrzehntelanger Erfolg sei eng mit ihren Mitarbeitern verbunden, etwa Koch Ewald Fieg. Mittlerweile ist das Ehepaar aus der Sportgaststätte ausgezogen. Beim Umzug halfen Freunde und Thekengäste. „Wir bleiben Ottenau auch künftig verbunden“, sagen Lydia und Hans-Peter Wenzler abschließend.