Neuordnung angestrebt: Der Bahnhof, das Parkdeck und wenn möglich auch das angrenzende Wohnhaus (ganz rechts) – hier eine Aufnahme von 2016 – sollen einer sehr intensiven Bebauung weichen. | Foto: Mandic

Planung „Innenstadt-Bahnhof“

Ein „Filetstück“ der Stadtentwicklung in Gaggenau

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In seinem Schlusswort sprach Oberbürgermeister Christof Florus mit Blick auf das Zielgebiet um Bahnhof und Sparkassenparkdeck von „einem der letzten Filetstücke, die wir noch haben, deshalb wollen wir dort städtebaulich auch etwas Wertvolles erhalten“. Dies sah im Grundsatz auch der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am Montagabend so und fasste mit einstimmigem Votum den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Innenstadt-Bahnhof“.

Mehrjähriges Verfahren

Es ist gewissermaßen der Startschuss für ein mehrjähriges Verfahren, das die Stadt mit Blick auf die Bedeutung des Gebietes mit einem unabhängigen Fachberater beziehungsweise Stadtplaner angehen will.
Dass es Zeit brauchen wird, machten sowohl OB Florus wie auch der Bürgermeister deutlich. Michael Pfeiffer wies daraufhin, dass man für die angestrebte Neuordnung teilweise auch auf Bahnanlagen zugreifen müsse; „und bis die freigegeben werden, haben wir Zeit für eine ruhige Entwicklung“. Auf Nachfrage von Gerlinde Stolle (SPD) sagte Florus, dass es „noch keine Zeitleiste“ für das Projekt gebe: „Wir sind sehr bürgernah und wollen nicht etwas mit Gewalt machen.“

Hoffen auf Hotel

Die Eckpunkte für die angestrebte Neugestaltung, die Christian Frey, Leiter der Stadtplanung im Rathaus, am Abend vorstellte, sehen nach einem Abriss von Bahnhof und Parkdeck unter anderem hochwertige und filigranere Gebäude sowie maximal fünf Geschosse (plus Penthouse) vor; gewünscht wird neben einer Wohnbebauung auch Platz für einen großflächigen Einzelhandel und ein Hotel – letzteres wurde von mehreren Gemeinderäten ausdrücklich gut geheißen. So sprach Christina Palma Diaz (CDU) davon, dass die Zielvorgabe besser „Einzelhandel und Hotel“ statt „Einzelhandel oder Hotel“ heißen solle.
Auf Nachfrage aus dem Rat bestätigte OB Florus, dass mit dem Eigentümer des Eckhauses neben dem Parkdeck noch nicht Kontakt aufgenommen wurde, obschon das Haus in den Bebauungsplan „miteinbezogen“ werden soll (wir berichteten); Florus wies daraufhin, „dass wenn wir planen, dann alles planen“; das Haus könne aber bestehen bleiben. Außerdem bekomme er erst mit dem Aufstellungsbeschluss den Auftrag vom Gemeinderat.

„Große Chance für die Stadt“

Für die CDU-Fraktion sagte Andreas Paul, dass die Neugestaltung von Bahnhof und Parkhaus „eine große Chance für die Stadt“ sei, man aber mit Augenmaß vorgehen und das Gebiet hochwertig entwickeln müsse.
Gerd Pfrommer (SPD) rief in Erinnerung, dass bei einem ersten Anlauf im Jahr 2014 die Sparkasse „not amused“ reagiert habe, man jetzt aber umso mehr über deren Bereitschaft erfreut sei. Für die Sozialdemokraten seien drei Kernpunkte wichtig: eine angemessene Nutzung, genügend Parkfläche und das Entree für Bahnreisende müsse auch weiterhin erkennbar bleiben. Auch die Freien Wähler (Martin Hahn: „Das Parkhaus war noch nie eine Augenweide“), die Grünen (Eric Peplau: „Dieser Platz ist für die Gaggenauer Innenstadt sehr prominent“) und die FDP stimmten zu.