Für die Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin ist dieser 14 Meter hohe Baum aus Weisenbach bestimmt, das THW übernimmt den Transport.
Für die Landesvertretung Baden-Württembergs in Berlin ist dieser 14 Meter hohe Baum aus Weisenbach bestimmt, das THW übernimmt den Transport. | Foto: Götz

Tannen in der Hauptstadt

„Ein Stück Baden in Berlin“

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Von Raimund Götz

Ab Montag wird das Murgtaldorf Weisenbach eine besondere Beziehung zur Bundeshauptstadt haben, denn am Samstag wurden zwei schöne Tannen im Ortsteil Au geschlagen und nach Berlin transportiert. Dass dies keine einfache Sache war, konnten Zuschauer am Morgen auf dem Festplatz Au beobachten.

Es herrschte reges Treiben und das aufgefahrene technische Gerät zeigte, dass es um eine größere Sache ging. Wie Jonas Allgeier, Projektleiter des THW, berichtete, hatte der Hilfsdienst 20 Aktive aus sechs Ortsgruppen mobilisiert, um die Bäume sicher auf den Tiefladern zu verstauen und nach Berlin zu schaffen.

Ehrenamt für Tannen

Die beiden Schwarzwälderinnen werden vom THW vor der Landesvertretung Baden-Württemberg und vor dem Amtssitz der Berliner Polizeipräsidentin aufgestellt. Alle THW-Helfer sind ehrenamtlich tätig, sie haben für diese Aktion Urlaub bei ihren Arbeitgebern genommen. Für sie ist das nicht neu, denn schon 18 Mal waren sie beim Weihnachtsbaumtransport gefordert.

Wir fühlen uns geehrt.

Für Bürgermeister Toni Huber war dies ein besonderer Tag: „Wir fühlen uns sehr geehrt, dass der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker die Bäume nach Berlin liefern darf, und dass er uns dazu erwählt hat – man weiß nun, dass ein Stück Baden, ein Stück Weisenbach in Berlin steht“.

Weisenbach springt ein

Seit Ostern steht wie berichtet Weisenbach als Lieferant der zwei Bäume fest. Zusammen mit Revierleiter Dietmar Wetzel waren zwei Bäume ausgesucht worden. Whittaker bedankte sich bei der Gemeinde Weisenbach, die spontan, nach dem Ausfall des zuerst erwählten Lieferanten, eingesprungen war. Er hofft, dass die Gemeinde die beiden Bäume mit stolzer Brust übergeben kann.

Fingerspitzengefühl beim Transport

„Es ist eine besondere Ladung“, meinte Jonas Allgeier vom THW. „Der Baum muss so fixiert werden, dass er keine Gefährdung des Straßenverkehrs darstellt, aber so sanft, dass er in der vollen Pracht in Berlin ankommt.“

14 Meter hoch

Der Baum für die Landesvertretung soll 14 Meter hoch sein, sein Stammdurchmesser maximal 0,5 Meter betragen. Er stand am Samstagmorgen noch vor dem ehemaligen Kindergarten in Au und damit in Reichweite der beiden Großkrane. Mit dem kleineren Kran wurde Revierleiter Wetzel in einem Korb in die Höhe des Baumes gebracht, wo dieser für das Heben mit dem großen Kran vorbereitet wurde.

Richtiges Maß

Bevor Wetzel die Tanne absägte, brachte er den Stammdurchmesser mit senkrechten Schnitten auf das richtige Maß. Die Aktion lief problemlos, und nach kurzer Zeit war der Baum auf dem Tieflader befestigt, die Äste festgezurrt und fertig zum Abtransport.

Zur Sicherheit des Baums

Der zweite, kleinere Baum mit zwölf Metern Höhe war nicht so einfach zu schlagen. Er stand im Garten von Albrecht Debelt in der Jakob-Bleyer-Straße. Das Anhängen an den Kran war nicht einfach, denn die Seile durften das Geäst nicht beschädigen. Doch mit der nötigen Vorsicht wurde auch diese Arbeit bewältigt und der Baum auf dem Tieflader gesichert.

Ab nach Berlin

Nach einem Imbiss für die Helfer ging der Transport zur Schwarzenbachtalsperre, dann über die B500 nach Rastatt. Am Montag folgt der Transport nach Berlin. Am 28. November wird der Baum für die Landesvertretung in einer Feierstunde illuminiert. Eine Delegation von Weisenbachern und ein schnell zusammengestelltes Projektorchester mit Musikern des Musikvereins Weisenbach und der Musikkapelle Au werden das Murgtaldorf repräsentieren.