Herzliche Umarmung: Markus Burger nimmt nach seinem deutlichen Sieg bei der Bürgermeisterwahl Gratulationen entgegen. Im Hintergrund spielt der Musikverein. | Foto: Körner

Bürgermeisterwahl in Loffenau

Erdrutschsieg für Markus Burger

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Um kurz vor halb neun brandet tosender Jubel in der Loffenauer Gemeindehalle auf: Markus Burger ist neuer Bürgermeister des Schwarzwalddorfs. Im Duell zweier Loffenauer Kandidaten setzte sich Burger mit 71 Prozent der Stimmen überraschend deutlich gegen Sascha Maier (29 Prozent) durch. „Burgi, Burgi“, skandierten Freunde und Bekannte, als sich ein sichtlich bewegter Markus Burger den Weg durch die Menge zu seinem Vorgänger Erich Steigerwald bahnte, der zuvor das Ergebnis verkündet hatte.

Ich bin absolut überwältigt

Für Burger ist das Ergebnis ein klarer Vertrauensvorschuss der Loffenauer Bürger – zumal die Wahlbeteiligung mit 85 Prozent so hoch war wie seit 40 Jahren nicht mehr. „Ich bin absolut überwältigt“, gestand Burger, während der Beifall kaum enden wollte. „Ich habe mit vielem gerechnet, nicht aber mit einem derart deutlichen Ausgang“. In den Monaten seit seiner Bewerbung habe er sein politisches Programm gemeinsam mit den Bürgern erarbeitet, dieses wolle er in den kommenden acht Jahren umsetzen.

Enttäuschung bei Sascha Maier

Vor mehr als 200 Besuchern in der Gemeindehalle, darunter die lokale Polit-Prominenz um Landrat Jürgen Bäuerle, hatte Burger Probleme, seine Gefühle in Worte zu fassen. Er sei überglücklich, sagte er und dankte seinem Kontrahenten Sascha Maier ausdrücklich für einen „fairen Wahlkampf“. Der Unterlegene machte aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis: „Ich habe mit einem engeren Ausgang gerechnet. Was letztlich für das deutliche Ergebnis ausschlaggebend war, weiß ich nicht.“

Amtsantritt am 12. Dezember

(Noch-)Bürgermeister Erich Steigerwald und Landrat Jürgen Bäuerle richteten warme Worte an Maier. Tenor: Er werde seinen Weg in der Kommunalpolitik gehen und früher oder später ein Bürgermeisteramt bekleiden. Gernsbachs scheidender Bürgermeister Dieter Knittel gratulierte Burger zum „schönsten Amt überhaupt“. Dieses tritt der frisch gewählte Bürgermeister am 12. Dezember an.

 

Der Tunnelbohrer „Wilhelmine“ findet unter Rastatt wohl ein Betongrab.
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Einen Adrenalinschub dürfte die gestrige Bundestagswahl wohl nur bei eingefleischten Parteianhängern ausgelöst haben. Letztlich war das Ergebnis vorhersehbar. Nicht so in Loffenau: Bei der dortigen Bürgermeisterwahl waren viele Beobachter von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei qualifizierten Bewerbern aus der Gemeinde ausgegangen. Umso größer die Überraschung bei vielen in der Gemeindehalle, als Markus Burger zum klaren Sieger ausgerufen wurde.

Dem milden Fazit des Landrats, wonach es an diesem Abend keinen Verlierer gegeben habe, kann man, zumindest kurzfristig, nicht ganz folgen. Zu deutlich fiel die Niederlage für Sascha Maier aus, für den das Bürgermeisteramt in seiner Heimatgemeinde eine Herzensangelegenheit gewesen wäre. Er wird sich sammeln und in einer anderen Kommune sein Glück versuchen müssen. Seine Chancen, früher oder später einen Rathaussessel einzunehmen, hier hat Jürgen Bäuerle sicherlich recht, stehen gut.

Bei zwei starken Bewerbern spricht der klare Wahlausgang ohnehin weniger gegen Maier, der Teil eines fairen und hochklassigen Wahlkampfs war, sondern für Markus Burger. Ihm ist es gelungen, eine klare Mehrheit der Loffenauer Bürger von sich und seinen politischen Vorhaben zu überzeugen. Mit 71 Prozent der Stimmen gaben sie ihrem künftigen Rathauschef einen eindrucksvollen Vertrauensvorschuss mit auf den Weg. Die Bürger von Loffenau, so die einhellige Meinung im Vorfeld der Wahl, hatten gestern ohnehin wenig zu verlieren. Vermutlich wären ihre Anliegen bei beiden Kandidaten in guten Händen gewesen.

Nun heißt der neue Bürgermeister Markus Burger, der am 12. Dezember nach 40 Jahren die Ära Steigerwald im beschaulichen Schwarzwalddorf beendet. Es ist ein Generationswechsel, wie er sich derzeit in vielen Rathäusern der Region vollzieht. Der 32-jährige Markus Burger wird sein neues Amt mit starkem Rückenwind antreten. Eine beachtliche Wahlbeteiligung von 85 Prozent zeigt überdies, dass den Loffenauern ihre Gemeinde am Herzen liegt.