Treffpunkt Facebook: Murgtäler Gemeinden, Einrichtungen und Vereine suchen im sozialen Netzwerk den Kontakt zu interessierten Nutzern. Regelmäßig informieren sie über Neuigkeiten und Veranstaltungen. In der Gruppe „Du bist Gaggenauer, wenn...“ helfen sich User gegenseitig.
Treffpunkt Facebook: Murgtäler Gemeinden, Einrichtungen und Vereine suchen im sozialen Netzwerk den Kontakt zu interessierten Nutzern. Regelmäßig informieren sie über Neuigkeiten und Veranstaltungen. In der Gruppe „Du bist Gaggenauer, wenn...“ helfen sich User gegenseitig. | Foto: Bildercollage BNN

15 Jahre Facebook

Das Murgtal steht auf Facebook hoch im Kurs

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Mit mehr als zwei Milliarden Nutzern ist Facebook das größte soziale Netzwerk weltweit. Auch im Murgtal hat die Kommunikationsplattform in zuletzt an Bedeutung gewonnen: Immer mehr Kommunen, Vereine und Organisationen setzen auf Facebook, um mit „Freunden“ in Kontakt zu treten. In virtuellen Gruppen greifen sich Nutzer gegenseitig unter die Arme. Ein Bürgermeister betreut das Facebook-Konto seiner Gemeinde sogar selbst. Zum 15. Geburtstag von Facebook am 4. Februar geben die BNN einen Überblick über die wichtigsten Seiten des Murgtals – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Stadt Gaggenau

Seit Dezember 2013 betreibt die Stadt die Seite „City Events Gaggenau“. Mit 1 301 Likes und mehreren Beiträgen pro Woche rangiert die Benz-Stadt im regionalen Vergleich im Mittelfeld. Ursprünglich habe man für Veranstaltungen werben und mehr Menschen in die Stadt locken wollen, teilt die Pressestelle mit. Seit 2018 hat die Stadt ihrer Aktivitäten im Netz ausgeweitet: Auf Facebook werden nun auch Infos zu Baumaßnahmen und Themen gepostet, die viele Bürger bewegen – zum Beispiel Hundekot. So habe man die Reichweite deutlich erhöht.

„Du bist Gaggenauer, wenn…“

Die größte Gaggenauer Gruppe hat 3 576 Mitglieder und wurde 2016 von Oliver Künstle ins Leben gerufen. Hier hilft sich die Netz-Gemeinde, wenn Tiere vermisst, Straßen gesperrt oder gute Ärzte gesucht werden. Nutzer posten regelmäßig Impressionen aus dem Murgtal. In diesem Jahr wollen sich Gruppenmitglieder an einer großen Aufräumaktion in Gaggenau beteiligen. Für ein Gewinnspiel sponsern lokale Betriebe Gutscheine und andere Preise. Weitere bekannte Gruppen sind „!!!Gaggenau!!!“ (2 596 Mitglieder) und „Du bist Gernsbacher, wenn…“ (782 Mitglieder).

Unimog-Museum

Das Gaggenauer Aushängeschild auf Facebook: 17 845 Unimog-Liebhaber aus dem In- und Ausland haben die Seite geliked. Sie bietet ihnen Informationen zu Veranstaltungen und Ausstellungen. Außerdem: Videos, aktuelle und historische Fotos.

VFB Gaggenau

Seit neun Jahren ist der Verein auf Facebook aktiv und zählt damit zu den Vorreitern im Murgtal. Fans und Gönner – 647 Nutzer heben den Daumen – werden über die sportliche Entwicklung informiert. Kürzlich gab der Verein den Rücktritt seines Trainers auf Facebook bekannt. Aus dem Jugendbereich gibt’s Videos mit Spielausschnitten.

Stadt Gernsbach

Seit 2013 auf Facebook, 2 343 Likes. Die Inhalte der Posts erstrecken sich über ein breites Spektrum: Mitteilungen über Straßensperrungen, geänderte Öffnungszeiten, kulturelle Veranstaltungen, Gemeinderatsthemen und Hinweise auf touristische Höhepunkte prägen den Auftritt. Wird gegen die Netiquette verstoßen, greift die Pressestelle ein. Für die Verwaltung ist Facebook nach eigener Aussage eines von vielen Instrumenten zur Bürger-Kommunikation.

Gemeinde Weisenbach

Hier ist der Bürgermeister selbst Administrator: Toni Huber betreut die Facebook-Seite der Gemeinde und postet regelmäßig mit dem Smartphone von Terminen. Um noch mehr junge Menschen anzusprechen, denkt die Verwaltung über einen Instagram-Account nach. Auffällig: Stolze 937 Likes bei gerade einmal 2 634 Einwohnern. Der Beitrag vom Weihnachtsbaum für die Landesvertretung in Berlin, der 2018 aus Weisenbach kam, erreichte mittlerweile fast 10 000 Menschen.

Kurioses

„Gaggenau hat Eier“ heißt eine Gruppe, die – wie der Name sagt – Eier von glücklichen Hühnern an den gesundheitsbewussten Murgtäler bringen soll (196 Mitglieder). Dampf ablassen können verärgerte Bürger in der Gruppe „Es kotzt mich an in Gaggenau, dass…“ (193 Mitglieder). Oberste Gruppenregel: Keine Zensur.

Service

Seit dem Herbst haben auch die BNN einen regionalen Ableger ihrer Facebook-Seite. Sie trägt den Namen „bnn.de/rastatt, gaggenau, baden-baden, murgtal“.

Zitate: Meine Meinung zu Facebook

Christof Florus, Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau, äußert sich zu Facebook.
Christof Florus, Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau, äußert sich zu Facebook. | Foto: pr

„Ich bin nicht auf Facebook. Ich kommuniziere lieber direkt mit meinen Mitmenschen und habe auch gar nicht die Zeit für Facebook-Aktivitäten. Als Oberbürgermeister sehe ich dagegen einen großen Nutzen von Facebook in der Kommunikation mit dem Bürger.“

Christof Florus, Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau

Oliwia Czerniec, Sängerin aus Gernsbach, äußert sich zu Facebook.
Oliwia Czerniec, Sängerin aus Gernsbach, äußert sich zu Facebook. | Foto: pr

„Ich nutze Facebook, um der älteren Generation Neuigkeiten von mir mitzuteilen. Da die meisten Jugendlichen kein Facebook mehr nutzen, benutze ich täglich Instagram und Snapchat. Dort kann ich ein bisschen lässiger mit meinen Abonnenten umgehen.“

Oliwia Czerniec, Sängerin aus Gernsbach

Toni Huber, Bürgermeister von Weisenbach, äußert sich zu Facebook.
Toni Huber, Bürgermeister von Weisenbach, äußert sich zu Facebook. | Foto: pr

„Meistens poste ich Ausflugsbilder mit meinem Hund. Ursprünglich hatte ich mich angemeldet, um Kontakt mit alten Bekannten aufzunehmen. Ich finde es bedauerlich, das viele Belanglosigkeiten und ohne kritische Distanz Fake News verbreitet werden. Früher gab es mehr persönliche Beiträge, das hat mir besser gefallen.“

Toni Huber, Bürgermeister von Weisenbach

In einem Pro&Kontra beziehen BNN-Redakteure Stellung zum Thema.