Beliebte Fotomotive: „Der Unimog im Gebirge“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung, mit der das Unimog-Museum Gaggenau nach der Wochen langen Schließung die Besucher locken möchte. | Foto: Rudolphi

NEUE SONDERAUSSTELLUNG LOCKT

Fans sehnen die Wiedereröffnung des Gaggenauer Unimog-Museums herbei

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Das Unimog-Museum in Gaggenau hat nach der rund achtwöchigen Corona bedingten Zwangspause wieder geöffnet und lockt mit einer neuen Sonderausstellung „Der Unimog im Gebirge“. Die zurückliegende Schließung bringt die Attraktion im Murgtal in eine finanziell schwierige Situation.

Auf diesen Tag hat Daniel sehnlichst gewartet: Endlich mal das Unimog-Museum besuchen zu dürfen. Doch die rund achtwöchige Corona bedingte Zwangspause machte dem Jungen einen Strich durch die Rechnung. Am Sonntag war es dann soweit: Daniel, seine Schwester sowie Mama und Papa zählten bei der Wiedereröffnung zu den ersten Besuchern der Attraktion.

Die Fahrerkabine im Demo-Fahrzeug ist durch eine Plastikfolie abgetrennt

„Er wollte unbedingt hierher“, berichtet Vater Alex Glanz. Vor allem auf die Fahrt mit einem Unimog im Außen-Gelände hat Daniel sich gefreut. Ausgestattet mit Mund- und Nasenbedeckung und durch eine Folie abgetrennt von Fahrer Roland Bandusch, der durch zudem durch ein Plexiglas-Visier vor dem Gesicht geschützt ist, nimmt die Familie auf dem Rücksitz des Fahrzeugs Platz und ab geht’s durch den Parcours.

Jürgen Muschler ist ebenfalls neugierig, was die neue Sonder-Ausstellung „Der Unimog im Gebirge“ bietet. „Ich bin fast immer hier“, betont er im Gespräch mit unserer Redaktion und verrät, dass er selbst eines der legendären Fahrzeuge besitzt. Trotz aller Begeisterung kommt bei ihm aber Wehmut auf: „Es ist schon etwas traurig. Normaler Weise ist hier viel los“, berichtet er und lässt seinen Blick durch die Halle schweifen, in der sich nur wenige Besucher aufhalten.

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Maximal 40 Besucher sind in der Halle erlaubt

Maximal 40 dürfen es sein, erläutert Hildegard Knoop, die Geschäftsführerin des Museums. Die Betreiber müssen sich an die strengen Vorgaben der Corona-Verordnung halten. Jeder Besucher muss am Eingang seine persönlichen Daten hinterlassen, um bei Bedarf mögliche Kontaktpersonen finden zu können.

Mund- und Nasenschutz sind selbstverständlich, zudem stehen mehrere Hygiene-Spender mit Desinfektionsmittel bereit. Auf eine Absperrung mit Bändern oder Aufklebern am Fußboden haben die Verantwortlichen bewusst verzichtet. „Wir haben so eine große, lichte Halle. Da ist das nicht erforderlich“, erläutert Knoop.

 

Der Shop verkauft Produkte auch online

Die Chefin freut sich, dass der Betrieb endlich wieder losgeht – eine Woche später als die anderen Museen. „Wir wollten erst die neue Ausstellung fertig vorbereiten“, sagt sie und verweist darauf, dass einige Exponate aus dem Ausland, etwa der Schweiz, stammen. Zudem habe der Trägerverein die Zeit der Schließung genutzt, um den Shop komplett neu zu gestalten. Die dort angebotenen Artikel lassen sich künftig auch online bestellen. „Wir versuchen, auf diesem Wege zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften“, bekräftigt Knoop.

Das rein privat finanzierte Museum ist auf weitere Umsätze dringend angewiesen. „Die Wochen lange Schließung bringt uns in eine wirtschaftlich katastrophale Situation“, betont Stefan Schwab, Vorsitzender des Trägervereins. Er sieht wenig Chancen, die Verluste in den kommenden Monaten wieder wett zu machen, zumal alle internen und externen Veranstaltungen zum jetzigen Stand komplett abgesagt seien.

Es ist eine extrem schwierige Situation. Wir hoffen, dass wir sie gemeinsam durchstehen und meistern.

Stefan Schwab, Vorsitzender des Trägervereins Unimog-Museum

Zudem wirke die reglementierte Besucherzahl sich auf die ohnehin angespannte finanzielle Lage aus. „Es ist eine extrem schwierige Situation. Wir hoffen, dass wir sie gemeinsam durchstehen und meistern“, sagt Schwab.

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Führungen in kleinen Gruppen sind möglich

Knoop setzt darauf, dass die neue Ausstellung gut ankommt. Sie und ihr Team, das teilweise in Kurzarbeit war, hätten ihr Bestes getan, um sie unter diesen Bedingungen gut vorzubereiten und attraktiv zu gestalten. Es werde künftig wieder Führungen in kleinen Gruppen geben und auch das vorübergehend komplett ausgefallene Angebot an Trainings mit einen Unimog werde wieder starten.

Die positive Resonanz in den vergangenen Wochen stimmt sie zuversichtlich. „Wir haben so viele Anrufe bekommen, wann wir wieder öffnen werden“, berichtet die Geschäftsführerin.