Natur als Chance: Über Tourismus oder ein Ökokonto könnte die Gemeinde Forbach nach Ansicht der Fraktionen mehr Einnahmen generieren.
Natur als Chance: Über Tourismus oder ein Ökokonto könnte die Gemeinde Forbach nach Ansicht der Fraktionen mehr Einnahmen generieren. | Foto: Reinhold Bauer

Haushalt für 2020 beschlossen

Forbacher Gemeinderat sucht Weg aus den roten Zahlen

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2020 fehlen nach aktuellem Stand rund 350.000 Euro in der Gemeindekasse von Forbach. Trotzdem hat der Gemeinderat den Haushaltsplan für das laufende Jahr am Dienstag einstimmig verabschiedet.

Bei einer Klausurtagung sollen Sparmaßnahmen diskutiert werden. Der CDU- und FWG-Fraktion kommt das viel zu spät, zumal im Spätsommer schon die Haushaltsplanung für 2021 beginnt.

Sparen wollen alle vier Fraktionen, aber nicht am falschen Ende. Investitionen in die Infrastruktur zu verschieben, räche sich in der Zukunft, warnten SPD und Grüne.  Eine dringende Aufgabe sehen die Fraktionen darin, langfristig für mehr Einnahmen zu sorgen.

Fraktionen wollen Zuzügler nach Forbach locken

Ein Ansatz ist, mehr Einwohner zu gewinnen. Denn damit steigt auch der Anteil an der Einkommensteuer. Die CDU monierte eine „stetig sinkende Zahl“ auf „momentan nur 4.772 Einwohner“. Die SPD rief die Zielmarke des Leitbildprozesses ins Gedächtnis: 6.000 Einwohner.

CDU, SPD und FWG regten an, ein neues Baugebiet auszuweisen und Baulücken zu schließen. Als Pluspunkte für Zuzügler sprachen die Fraktionen Betreuungsangebote und die sanierte Schule an, ferner die neuen Pflegeangebote im ehemaligen Krankenhaus.

Gemeinderat sieht die Industriebrache Wolfsheck als Chance

Auch die Investitionen ins Wassernetz hoben Grüne und FWG hervor. Sie seien mit hohen Kosten verbunden, aber „vielleicht ist die gute Wasserqualität einmal das ausschlaggebende Argument bei der Wahl des Wohnortes“, so Barbara Ruckenbrod (FWG). Der Breitbandausbau galt den Räten ebenfalls als wichtiger Schritt.

Eine Chance sehen FWG, SPD und Grüne im Kauf der Industriebrache Wolfsheck. Eine Nutzung des Geländes könnte für ein Plus bei der Gewerbesteuer sorgen, neue Arbeitsplätze könnten Zuzügler anlocken. Die CDU mahnte jedoch, „auch dieser Schritt“ müsse aufgrund der angespannten Finanzlage „wohl überdacht werden“.

Touristen lassen die Kassen klingeln

Tourismus zu fördern ist ein weiterer Ansatz. Die Gemeinde profitiert von der Kurtaxe und von klingelnden Kassen in den Geschäften. Schließlich schlagen sich gute Umsätze in der Gewerbesteuer nieder.

CDU und FWG schlugen vor, Ideen von Bürgern einzubeziehen. Die FWG regte zudem an, Übernachtungs- und Gastro-Angebote zu schaffen.

Natur und Landschaft als Kapital

Von Naturschutz und Landschaftspflege will die FWG mit der Einrichtung eines Ökokontos profitieren. Die Gemeinde könnte mit Pflege- und Schutzmaßnahmen Punkte sammeln und diese dann verkaufen.

Die Grünen forderten mit Blick auf den Gemeindewald, Klimaschutz „bei allen künftigen Entscheidungen“ mitzudenken. Eine fraktionsübergreifende Resolution zu dem Thema sei in Vorbereitung. Die trockenen Sommer wirken sich bekanntlich negativ auf den Wald und dessen Erträge aus.