Mobiles Wundergerät: Fachkrankenschwester Sabine Pühl und Chefarzt Ralph Wetzel mit einem baugleichen Modell im Rastatter Krankenhaus. | Foto: Collet

Spende an Uganda

Forbach: Röntengerät geht auf Reisen

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Nach einer vierwöchigen Odyssee erreichte das mobile Röntgengerät im September 2018 endlich sein Ziel: Die St. Francis Klinik von Buluba in Uganda. Die Initiatorin und OP-Fachkrankenschwester Sabine Pühl resümiert im Gespräch mit den BNN: „Die Einfuhr gestaltete sich sehr schwierig. Zunächst mussten drei Behörden die Lieferung genehmigen. Trotzdem hat dann alles geklappt.“

Pühl engagiert sich für den gemeinnützigen Verein „Partnerschaft gesunde Welt“ und verbringt durchschnittlich etwa drei Monate im Jahr in Afrika. Große Anerkennung erhält sie von Ralph Wetzel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Klinikum Mittelbaden Rastatt-Forbach: „Wenn jemand weiß, wo Geräte ausgemustert werden, dann Frau Pühl. Als Leihschwester hat sie ein großes Netzwerk in verschiedenen Kliniken aufgebaut. Wir kennen uns von der ehemaligen Paracelsus-Klinik in Karlsruhe.“

Bildverstärker technisch noch einwandfrei

Als die Chirurgie im Forbacher Krankenhaus schloss, wurde 2018 ein 15 Jahre altes mobiles Röntgengerät „frei“. Der sogenannte Bildverstärker (BV) sei technisch noch einwandfrei, so Wetzel. Aufgrund der strengen Vorschriften in Deutschland wäre der weitere Betrieb sehr kostenintensiv geworden, fügt der Chefarzt hinzu.
In Uganda wird dagegen technische Ausrüstung dringend gebraucht. Aus diesem Grund kümmert sich Pühl primär um die Organisation von Containern, die Geräte für Operationssäle beinhalten: Drehstühle, Lampen, Betten, Schläuche oder ein BV aus Forbach. Dieser wurde nach der Freigabe durch Klinikleitung und Geschäftsführung des Klinikum Mittelbadens zunächst per Binnenschifffahrt über Germersheim nach Antwerpen gebracht.

Gerät wurde auf Containerschiff verladen

Auf einem Containerschiff ging die Reise dann nach Mombasa in Kenia. Darauf folgten etwa 1.000 Kilometer auf einem Truck und der BV landete schließlich in Uganda. „Im St. Francis Hospital können wir das mobile Röntgengerät perfekt einsetzen. Da das Krankenhaus sehr weitläufig ist, können wir den BV dorthin fahren, wo er gebraucht wird“, schwärmt Pühl. Des Weiteren seien die Gerätschaften dort auch stark veraltet und meist nur stationär. Wetzel verdeutlicht, dass Röntgengeräte auch heute noch elementar wichtig seien, um eine Diagnose bei Knochenbrüchen machen zu können.

Initiative unterstützt Grundversorgung

So kann die genaue Stellung des Knochens für den richtigen Gips ermittelt werden. In Uganda gibt es viele Verkehrsopfer, die oftmals über weite Strecken bis zum nächsten Krankenhaus gebracht werden müssen. Dabei gehe wertvolle Zeit verloren, die zwischen Leben und Tod entscheidet. „Partnerschaft gesunde Welt“ unterstützt daher die medizinische Grundversorgung in Entwicklungsländern und pflegt Partnerschaften mit Krankenhäusern.

Wir planen etwa 15 Operationen am Tag.

Sabine Pühl

Pühl flog zuletzt wieder für vier Wochen nach Afrika. Mit dabei ist ein Team, zu dem Narkoseärzte und OP-Pfleger gehören. „Wir planen etwa 15 Operationen am Tag“, erklärt sie, was Wetzel bemerkenswert findet. Zurzeit ist die Fachkrankenschwester Ansprechpartnerin für das Naggalama Hospital, aber arbeitet auch in zwei weiteren Krankenhäusern in Uganda mit. Erstmals wurde Pühl 1992 auf einer Fachweiterbildung in Sindelfingen auf Projekte im ostafrikanischen Land aufmerksam.

2013 zum ersten Mal in Uganda

Aber erst im Juni 2013 reiste sie zum ersten Mal in das Entwicklungsland. Über ihre zahlreichen Erlebnisse will sie auch in einer Biografie erzählen. Diese wird sie aber nicht selbst schreiben, sondern spezielle Fachleute damit beauftragen. „Es erweitert den Blickwinkel ungemein. Man sieht die Dinge aus einer anderen Perspektive, wenn man einmal hier gearbeitet hat“, betont die Fachkrankenschwester. Sie freue sich über Spenden und Anfragen für Arbeitseinsätze in den afrikanischen Hospitälern.